49 · Digital Guide · Real Estate 2026 KI-gestützte Systeme, um den Energieverbrauch in Gebäuden zu analysieren und zu steuern, was zu erheblichen Kosteneinsparungen führt. Und Kärcher etwa bietet heute autonome Reinigungsroboter für den professionellen Einsatz an, die selbstständig durch Gebäude navigieren, mit hoher Effizienz reinigen und den Personalaufwand reduzieren. Die erwähnte Lünendonk-Studie vermerkt, dass derzeit bereits 13 Dienstleister für Gebäudereinigung Flotten mit jeweils mehr als 100 Reinigungsrobotern betreiben. Auch der Fensterputzer in schwindelnder Höhe wird zunehmend aus Hard- und Software bestehen. Jonas Hahn erklärt: „Smartes Facility Management ist mehr als nur der Putzroboter. Es geht um ein optimiertes, effizientes Backoffice, das Aufträge schnell abarbeitet, die Erfüllung sicherstellt und Nachrichten und Daten dorthin weitergibt, wo sie benötigt werden.“ Auch Marc Mockwitz, CEO von Cloudbrixx, sieht gewaltiges Potenzial: „Erst durch die Selbstlernfähigkeiten moderner KI- und Machine-Learning-Systeme bekommt der Roboter Flügel. Er wird zum selbst entscheidenden Unterstützungsinstrument für eine Vielzahl von Branchentätigkeiten.“ Einige Unternehmen verwenden etwa spezialisierte Roboter, um schwer zugängliche oder gefährliche Bereiche zu inspizieren und zu warten. Beispielsweise können Roboter in Lüftungs- oder Klimaanlagen, in Rohrleitungen oder auf Dächern eingesetzt werden, um Schäden zu erkennen oder Reparaturen durchzuführen. Auf Baustellen kommen autonome Baumaschinen zum Einsatz, die schwere Arbeiten wie Erdbewegungen, Fundamentlegung oder Mauerarbeiten ausführen (Berühmtheit erlangte hierfür der australische „Hadrian X“). In einigen Gebäuden patrouillieren Sicherheitsroboter. Bekannte Player der Robotikindustrie wie Kuka, Festo oder Robotron liefern Serviceroboter für Gebäudetechnik, Bau, Wartung und Überwachung. Drohnen als fliegende Roboter werden genutzt, um große Immobilienprojekte zu inspizieren, Baufortschritte zu dokumentieren oder schwer zugängliche Bereiche zu vermessen. KPMG-Experte Robert Betz nennt weitere digitale Instrumente: „Besonders in der Kombination mit KI entstehen sehr intelligente Steuerungsmöglichkeiten – etwa bei der dynamischen Anpassung von Heizungs- und Kühlsystemen oder bei der bedarfsgerechten Reinigung.“ Nach den bisherigen Erfahrungen ergeben sich insbesondere im Bereich Prozessoptimierung am schnellsten finanziell spürbare Effekte. Verständlicherweise ist die Situation beim Einsatz von Robotern (insbesondere solchen mit umfangreicher Hardware) weniger eindeutig. So vermerkt etwa die Lünendonk-Studie hierzu: „Hohe Anfangsinvestitionen sowie zusätzliche Kosten für Wartung, Software und Integration stellen eine reale Hürde für den flächendeckenden Einsatz von Robotiklösungen dar. Dennoch erwarten viele Dienstleister langfristige wirtschaftliche Vorteile – nicht zuletzt vor dem Hintergrund der sinkenden Verfügbarkeit qualifizierten und motivierten Personals.“ SYSTEMEIGENSTÄNDIGKEIT Neben der stetigen Steigerung der Systemintelligenz bei Business-Software und Robotik wird vor allem eine Entwicklung für zusätzliche Produktivität sorgen: die Einführung von generativen KI-Agenten. Diese speziellen KISysteme sind in der Lage, auf der Basis von Trainingsdaten neue Inhalte (Texte, Bilder, Videos, Musik oder Software-Code) zu erstellen. Das Besondere an diesen Agenten ist ihre Eigenständigkeit. Dr. Nino Paulus, CPO von AlphaPrompt, prophezeit der generativen IT eine vielversprechende Zukunft: „Der Einsatz generativer KI-Agenten in den verschiedenen Segmenten der Immobilienbranche wird sich in der nächsten Zeit beschleunigen. Voraussetzung für eine produktive Nutzung in den Unternehmen ist allerdings, dass die Anwender nicht nur über einen entsprechend qualifizierten Datenschatz verfügen, sondern vor allem auch ihre Prozesse klar definiert haben, sodass die KI an den richtigen Stellen unterstützen kann.“ ROBERT BETZ EMA Head of Digital Real Estate, KPMG „Wir stehen gerade an einem Wendepunkt. Künstliche Intelligenz und datenbasierte Steuerung helfen im Betrieb, in Sachen ESG oder auch im Hinblick auf Nutzererlebnisse, Herausforderungen gezielter und smarter zu lösen.“ JONAS HAHN Professor für Immobilienmanagement an der Frankfurt University of Applied Sciences „Gerade die aufwendigen, aber oft notwendigen C-Prozesse sind ideale Kandidaten für Automatisierung. Dinge wie das Anlegen von Lastschriftmandaten oder das Bearbeiten von Standardanfragen lassen sich heute schon gut über KI, Large Language Models (LLMs) oder Robot Process Automation (RPA) abbilden. Das spart Zeit – die man dann gezielter in wichtigere Themen stecken kann.“
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