44 · Digital Guide · Real Estate 2026 KI und Digitalisierung Cybersecurity und Schwachstellen zu minimieren. Ein technischer Mindeststandard ist dabei unerlässlich: regelmäßige Updates, Netzwerksegmentierung, Firewalls, Intrusion-Detection-Systeme – all das gehört heute zum Pflichtprogramm. Ebenso entscheidend sind organisatorische Maßnahmen: klare Verantwortlichkeiten, etablierte Notfallpläne und kontinuierliche Schulungen für Mitarbeitende und externe Dienstleister. Penetrationstests und Cyber Due Diligence bei Akquisitionen oder Partnerschaften sollten keine Kür, sondern fester Standard sein. Gleichzeitig müssen Unternehmen die zunehmende Professionalisierung der Angreifer ernst nehmen. „Cybercrime as a Service“ erlaubt es selbst wenig versierten Kriminellen, hochkomplexe Attacken auf Knopfdruck auszuführen – von Ransomware bis hin zu gezielten Phishing-Kampagnen. Klassisches Abwehrdenken reicht nicht mehr. Gefragt sind proaktive Strategien: der Aufbau von Threat Intelligence, Zero-Trust-Architekturen und eine schnelle Reaktionsfähigkeit über Security Operations Centers oder Managed Security Services. Die Angriffslandschaft entwickelt sich rasant. KI-gestützte Attacken werden effizienter, automatisierter und zielgerichteter. Sie erkennen Schwachstellen schneller, scannen Netzwerke und Zugangskontrollen automatisch und können täuschend echte Deepfake-Kommunikationen erzeugen, um MitarbeiVerbrauchsdaten verfälschen oder ganze Steuerungsprozesse blockieren. Gefälschte Software-Updates über zentrale Plattformen stellen ein weiteres Risiko dar, da sie gleichzeitig zahlreiche kritische Systeme infizieren können. Unsichere IoT-Geräte, wie Sensoren oder Zutrittssysteme, dienen häufig als Einfallstore für Angreifer, die sich so Zugang zu sensibleren Netzwerken verschaffen. GEBÄUDEAUTOMATION BRAUCHT CYBERSECURITY Die zentrale Herausforderung für die Immobilienwirtschaft besteht darin, die Chancen der Digitalisierung konsequent zu nutzen, ohne die damit verbundenen Risiken zu ignorieren. Smart-BuildingTechnologien sind längst mehr als ein technisches Nice-to-have – sie sind Schlüsselfaktor für die Zukunftsfähigkeit von Immobilien. Doch sie erfordern ein Umdenken: Lange galt Cybersecurity in der Branche als Randthema, als Aufgabe der IT-Abteilung, aber nicht als strategischer Hebel für Wertstabilität oder Betriebssicherheit. Warum ist das so? Historisch gesehen flossen Investitionen fast automatisch in physische Sicherheit – Brandschutz, Zutrittskontrolle, Bewachung –, während digitale Risiken lange unterschätzt wurden. Hinzu kommt, dass in vielen Organisationen die Schnittstellen zwischen IT und OT unklar bleiben. Die Gebäudeautomation fällt oft „zwischen die Stühle“, und der Return on Security Investment (ROSI) ist schwer messbar. Kein Wunder, dass Cybersecurity zu lange als Kostenfaktor statt als Werttreiber gesehen wurde. NEUE NOTWENDIGKEIT: CYBER DUE DILIGENCE Diese Sichtweise muss sich radikal ändern. Cybersecurity darf nicht nachträglich ergänzt werden, sie muss von Beginn an Teil der gesamten Wertschöpfungskette sein. IT- und OT-Systeme müssen konsequent abgesichert, standardisiert und aufeinander abgestimmt werden, um potenzielle Einfallstore zu schließen. Ganzheitliche Strategien über das gesamte Portfolio helfen, isolierte Insellösungen zu vermeiden 1 BOTNETZE – NETZWERKE KOMPROMITTIERTER GERÄTE – ERMÖGLICHEN GROSSFLÄCHIGE ANGRIFFE, DEREN STEUERUNG DURCH KI OPTIMIERT WIRD. KLASSISCHE SICHERHEITSMASSNAHMEN REICHEN HIER LÄNGST NICHT MEHR AUS. 20 Nur rund 20 Prozent der Unternehmen verfügen über entsprechende Schutzstrategien für ihre Gebäude
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