Immobilien Wirtschaft Digital Guide Real Estate 2026

43 · Digital Guide · Real Estate 2026 KI und Digitalisierung Cybersecurity der Veröffentlichung der Studie hat sich die Lage weiter verschärft: KI-gestützte Angriffe, generative KI und automatisierte Botnetze nehmen rasant zu. Die Immobilienwirtschaft hat in den vergangenen beiden Jahren zwar beständig Fortschritte in der Digitalisierung erzielt, die Cybersecurity hat dabei jedoch vielfach nicht Schritt gehalten. SmartBuilding-Technologien sind heute nicht mehr nur in Leuchtturmprojekten zu finden, sondern gehören in vielen Neubauten, Revitalisierungen und großvolumigen Portfolios bereits zum Standard. Von automatisierten Energieoptimierungssystemen über IoT-gestützte Predictive Maintenance bis hin zu digitalen Zwillingen reicht das Spektrum der Innovationen, die den Betrieb effizienter, nachhaltiger und transparenter machen sollen. Sicherlich steigern diese Entwicklungen nicht nur die Effizienz und Attraktivität von Immobilien, sondern erhöhen auch ihren Marktwert und eröffnen neue Erlösquellen. Doch mit jeder neuen Funktion und Schnittstelle wächst auch die Komplexität der Infrastruktur – und damit die potenzielle Angriffsfläche. Die Risiken reichen von gezielten Cyberattacken bis zu unbeabsichtigten Sicherheitslücken. Die Gefahr ist dabei nicht nur theoretisch: Die Beispiele realer Cyberangriffe zeigen nur einen kleinen Ausschnitt der Risiken hinter der Digitalisierung der Gebäude und Infrastruktur. Energiemanagement-Systeme können durch gezielte Manipulation Lastspitzen erzeugen, Ein Dienstagmorgen: In mehreren Metropolen stehen die Aufzüge großer Bürohochhäuser plötzlich still. Die Ursache ist kein technischer Defekt, sondern ein gezielter Cyberangriff auf die Fernwartungsschnittstellen der Aufzugssteuerungen. Für Stunden stehen Mitarbeitende und Besucher ratlos vor stillstehenden Aufzügen, während Schlagzeilen über die Sicherheitslücke durch die Wirtschaftspresse gehen. Für die Eigentümer bedeutet der Vorfall nicht nur organisatorisches Chaos, sondern auch messbare finanzielle Verluste und Reputationsschäden. Dieses Beispiel markiert eine neue Realität: Cyberangriffe sind längst keine abstrakten IT-Szenarien mehr, sondern sie greifen direkt in Betrieb und Wertschöpfungskette von Immobilien ein. EINFALLSTOR FÜR CYBERATTACKEN: SMART BUILDINGS Die von KPMG und dem ZIA durchgeführte Studie zu „Cyber Security in der Immobilienwirtschaft“ zeigt, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen bereits Ziel von Cyberattacken wurde und 93 Prozent eine Zunahme der Bedrohungen in den kommenden Jahren erwarten. Vor allem die Gebäudetechnik wird bislang unzureichend geschützt – nur rund 20 Prozent verfügen über eine entsprechende Strategie. Fehlende Sensibilisierung, mangelhafte Updates und fehlende Notfallpläne verschärfen die Risiken. Seit TEXT Robert Betz KOMPLEXE INFRASTRUKTUR VERGRÖSSERT DIE ANGRIFFSFLÄCHE DIGITALE SICHERHEIT ist längst kein optionales Extra mehr. Sie ist eine unverzichtbare Kernaufgabe des Asset, Property und Risikomanagements. Denn Cyberangriffe sind professioneller, schneller und gezielter als je zuvor. Diese sind kein theoretisches Restrisiko mehr. Heute kann jedes Unternehmen Betriebsunterbrechungen, Reputations- schäden oder finanzielle Verluste erleiden.

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