12 · Digital Guide · Real Estate 2026 Künstliche Intelligenz ERP virtuelle Assistenz namens AAVA ein. Diese deckt drei Bereiche ab. „AAVA Kommunikation“ ermöglicht als Chat- und Voicebot die automatische Erfassung und Beantwortung von Kundenanfragen. „AAVA Wissensmanagement“ bietet Zugang zu internen Informationen und unterstützt bei der Erstellung von Dokumenten. „AAVA ERP“ schließlich übernimmt Routinetätigkeiten im ERP-System wie zum Beispiel die Vorverarbeitung des Posteingangs und die Rechnungskontierung. VORTEIL VIRTUELLE ASSISTENZ „AAVA ist beispielsweise in der Lage, in einem Schreiben verschiedene Anliegen zu erkennen und diese in die richtigen Kanäle des Unternehmens weiterzuleiten“, erläutert Oliver Luttmann, Geschäftsführer der Aareon Deutschland GmbH. Daraus ergibt sich nach seinen Worten ein erhebliches Einsparpotenzial. Mehr noch: „Die KI-Assistenz ist inzwischen in der Lage, die Prozesse komplett oder partiell zu übernehmen – je nach Wunsch unseres Kunden.“ „Prozesse komplett übernehmen“? Da wird Dr. Christian Westphal von der Crem Solutions GmbH & Co. KG (ERP-System IX Haus) hellhörig. „Andere Marktteilnehmer setzen auf autonome Agenten, wir hingegen erst dann, wenn sie echten Mehrwert im täglichen Arbeiten schaffen“, sagt er. KI hat für Westphal allerdings tatsächlich Potenzial, und zwar überall dort, wo man Prozesse automatisiert durchführen möchte, wie etwa bei der Zuordnung von Rechnungen auf das richtige Konto. Dennoch gibt Westphal zu bedenken: „So leistungsfähig KI auch ist, ohne homogene und strukturierte Daten bleibt sie fehleranfällig.“ Für ihn ist KI „das beste und erste Mittel, wenn sie wirklich Sinn stiftet. Aber KI ist nicht das Allheilmittel für alles, was wir in der Vergangenheit verschlafen haben. Damit KI ihre Wirkung entfalten kann, müssen wir zunächst unsere Hausaufgaben machen. Und das bedeutet in erster Linie, die Daten sauber aufzubereiten.“ ZU LÄSSIG ODER ZUVERLÄSSIG? Ein zweites Argument, das für eine gewisse Skepsis spricht, nennt Björn Jüngerkes, CEO der Dr. Klein Wowi Digital AG, Anbieter des ERP-Systems Wowiport. Er ist nach eigenen Worten „vorsichtig mit KI, weil sie an bestimmten Stellen immer noch halluziniert und ihre Zuverlässigkeit gering ist“. Bei Buchungen etwa werde es schwierig, wenn sich die Mitarbeitenden nicht auf das System verlassen könnten. „Wir möchten“, betont Jüngerkes, „unseren Kunden KI-Lösungen anbieten, die wirklich funktionieren.“ Gleichzeitig räumt er ein, dass die Large Language Models (LLM) heute deutlich zuverlässigere Ergebnisse liefern als vor einigen Monaten und dass die Zahl der Anwendungsfälle zunimmt. Sein Unternehmen testet deshalb derzeit einen eigenen Chat-Assistenten namens Wowiiq Chat. „Ein Ziel ist dabei, dass die Anwender automatisch Auswertungen bekommen, dass das System also zum Beispiel diejenigen Mieter nennt, die die letzte Miete nicht bezahlt haben“, erläutert Jüngerkes. Ein weiteres wichtiges Thema ist nach seinen Angaben die Dokumentenerkennung, die es ermöglicht, E-Mails, Tickets und andere Dokumente automatisch dem richtigen Vorgang zuzuordnen. Grundsätzlich ist Jüngerkes überzeugt, dass kein Weg am Einsatz von KI vorbeiführt. „Als ERP-Anbieter müssen wir einer der großen Herausforderungen der Wohnungswirtschaft, dem Fachkräftemangel, entgegentreten und den Wohnungsunternehmen ERP-Systeme zur Verfügung stellen, die den Mitarbeitenden möglichst viel Arbeit abnehmen und auf die sich die Mitarbeitenden sowie die Unternehmen verlassen können“, begründet er dies. Eine Wohnungskündigung beispielsweise werde dann so verarbeitet, dass das System alle Prozesse übernehme und der Mitarbeiter dies am Ende nur noch kontrolliere. „Die Wohnungsunternehmen“, sagt Jüngerkes, „werden sich auf die wichtige Arbeit mit den Mietern konzentrieren können, während die Backoffice-Prozesse vom System erledigt werden.“ ERSTE CO-PILOTEN IN DER ANWENDUNG Daran, dass das möglich wird, arbeitet auch die Haufe-Lexware GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat im Oktober 2025 seinen KI-Assistenten CoPilot RE auf den Markt gebracht. Dieser beantwortet selbstständig Fragen rund um das Miet- und Wohnungseigentumsrecht, übernimmt Routineaufgaben und unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei 1 ERFOLG ERNTEN Während KI-Assistenten Routineaufgaben übernehmen und Prozesse im Hintergrund automatisieren, können sich Mitarbeitende auf das Wesentliche konzentrieren – die direkte Arbeit mit den Mietern 1
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