38 neues lernen – 06/2025 Ein kleiner Kaffee mit großer Wirkung: Der 1-Euro-Kaffee motiviert Teilnehmende, proaktiv vor einem Trainingsbesuch mit ihren Vorgesetzten ins Gespräch zu gehen und zu besprechen, wie die spätere Umsetzung des Gelernten am besten gelingen kann. Der 1-Euro-Kaffee D ie Unterstützung durch Vorgesetzte zählt in nahezu jeder Studie zu den Top-Faktoren für erfolgreichen Trainingstransfer. Kein Wunder: Führungskräfte setzen Prioritäten, verteilen Aufgaben und geben Feedback. Sie beeinflussen durch ihr Handeln direkt die Performance ihrer Mitarbeitenden im Arbeitsalltag. Ein Training soll genau diese Leistung verbessern helfen. Damit dies gelingt, sind alle Teilnehmenden in ihrer Selbstverantwortung gefragt, das Gelernte umzusetzen. Doch wenn Vorgesetzte die Umsetzung nicht priorisieren und unterstützen, tun es Mitarbeitende oft nicht. Schlimmer noch, manche Vorgesetzte verhindern durch ihr Verhalten sogar die Umsetzung, wenn sie das Gelernte schlechtreden oder klares Desinteresse zeigen. Für viele Personalentwickler ist es eine zähe Aufgabe, Führungskräfte für wirksame Transferunterstützung ins Boot zu holen. Die häufigsten Gründe sind Zeitmangel, fehlendes Zuständigkeitsgefühl, unklare Trainingsziele oder Unsicherheit im Thema. Hier setzt die Idee des 1-Euro-Kaffees an, der je nach Firmensituation zum Beispiel so funktioniert: Teilnehmende erhalten vor dem Training eine kleine Karte, auf der eine 1-Euro-Münze für den Kaffeeautomaten klebt – plus eine Box mit den Leitfragen für ein Gespräch mit der Führungskraft oder alternativ mit Kollegen. Die Botschaft: „Nimm dir einen Kaffee und sprich darüber, wie du das Training bestmöglich für MELANIE MARTINELLI ist CEO beim Institut für Transferwirksamkeit. Sie hilft Kunden, die Wirksamkeit von Trainings messbar zu maximieren. DR. INA WEINBAUER-HEIDEL ist Gründerin des Instituts für Transferwirksamkeit, mit dem sie wissenschaftliche Erkenntnisse in die Praxis trägt. PROF. DR. AXEL KOCH lehrt Training & Coaching an der Hochschule für angewandtes Management. Er hat die »Transferstärke-Methode« entwickelt. das Unternehmen nutzen und das Gelernte gewinnbringend anwenden kannst.“ Der Euro steht symbolisch für die geringe Hürde – und die charmante Einladung senkt die Barrieren für beide Gesprächspartner. Die Leitfragen für das Gespräch beim Kaffee sind: 1. Welchen Nutzen soll das Training bringen? Das konkret erwarte ich mir davon: A. für mich bei meiner täglichen Arbeit. B. für das Team, mit dem ich zusammenarbeite. C. für unsere Kunden / für dich als Führungskraft. 2. Welchen ergänzenden Nutzen erwartest du dir als meine Führungskraft von meiner Teilnahme am Training? Was gilt es aus deiner Sicht mit Hilfe des Trainings zu verbessern? 3. Wie wäre das effektivste Vorgehen für dich, um die Wirksamkeit/Nutzen des Trainings zu evaluieren? Woran wollen wir den Erfolg konkret festmachen? Mein Vorschlag dazu lautet… Wie siehst du das? 4. Dazu würde ich dir gern gleich nach dem Training ein kurzes Update geben und die Ideen aus dem Training mit dir abstimmen – darf ich da auf dich zukommen? 5. (Für Mutige) Um aus der Investition in das Training am meisten herauszuholen, habe ich mir überlegt, welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen den Umsetzungserfolg vereinfachen und fördern würden, nämlich … – Wie siehst du das? Die Idee des 1-Euro-Kaffee lässt sich beliebig abwandeln, sei es als Gutschein für ein Mittagessen, einen After-Work-Drink oder ein Frühstück. Serie: Lerntransfer-Tools
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