20 neues lernen – 06/2025 Polak-Spiel Das Polak-Spiel, benannt nach dem Soziologen Fred Polak und genauer beschrieben von Peter Hayward und Stuart Candy, ist eine Gruppenübung, die dazu dient, Vorannahmen über die Zukunft sichtbar und reflektierbar zu machen. Es basiert auf einer Aufstellung im Raum entlang zweier Achsen: Eine steht für die Erwartung an die Zukunft (optimistisch versus pessimistisch), die zweite für den subjektiv wahrgenommenen Einfluss auf die zukünftige Entwicklung (hoch versus gering). Die Teilnehmenden positionieren sich entsprechend ihrer Haltung zu diesen beiden Dimensionen. Futures Triangle Das Futures Triangle von Sohail Inayatullah hilft Workshopgruppen, mögliche Entwicklungen zu visualisieren. Es beruht auf der Annahme, dass Zukunft nicht linear aus der Gegenwart entsteht, sondern im Spannungsfeld von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Vergangenheit wirkt als Ballast: Muster, Strukturen und Traditionen bremsen Veränderungen. Die Gegenwart treibt an – durch Trends, technologische Innovationen sowie gesellschaftliche und wirtschaftliche Dynamiken. Die Zukunft zieht: Populäre Zukunftsbilder locken und motivieren. Futures Wheel Das Futures Wheel ist eine strukturierte BrainstormingTechnik von Jerome C. Glenn. Es dient dazu, Auswirkungen eines zukünftigen Ereignisses oder Trends zu identifizieren, zu bündeln und zu visualisieren. Man wählt zunächst das Szenario, das im Mittelpunkt steht und von dem ausgehend Workshopteilnehmende zuerst die direkten Folgen (erste Ordnung), dann die Folgen zweiter und dritter Ordnung erdenken und in konzentrischen Kreisen um das Ereignis herum darstellen. Causal Layered Analysis Die Causal Layered Analysis (CLA) von Sohail Inayatullah zielt darauf ab, verschiedene Ursachen hinter einer imaginierten Zukunft sichtbar zu machen – auch einer unerwünschten, aber unausweichlich scheinenden. Workshopteilnehmende analysieren dieses Szenario auf vier Ebenen: 1. Sichtbare Ursachen (oberflächliche Informationen und Trends, wie sie etwa in Schlagzeilen von Medien auftauchen), 2. Systemische Ursachen (unsichtbare soziale Strukturen, Institutionen, Regeln und Ursachen), 3. Weltanschauungen und Diskurse (vorherrschende Denkmuster, Überzeugungen und Normen, die Interpretation und Bewertung des Themas prägen), 4. Mythen und Metaphern (tief sitzende kulturelle Erzählungen, Symbole und Archetypen, die das kollektive Verständnis formen). Futures Cone (Zukünftetrichter) Der Zukunftstrichter – ursprünglich von Trevor Hancock und Clement Bezold eingeführt, später von Joseph Voros erweitertet: Er stellt einen sich öffnenden Kegel dar, wobei die Spitze den gegenwärtigen Moment symbolisiert und der Kegelkorpus eine immer größere Bandbreite von potenziellen Zukünften visualisiert. Das Modell zeigt unterschiedliche Zukunftsszenarien, die sich auf Basis von heutigem Wissen, Trends und Annahmen entwickeln können. Meistens werden mögliche, plausible, wahrscheinliche und erstrebenswerte Zukünfte unterschieden. Zukunftsnavigator und Scenario Game Das Bavarian Foresight Institut hat den Zukunftsnavigator entwickelt: eine kostenfreie Toolbox als interaktive Website konzipiert, die besonders KMU befähigen soll, Zukunft aktiv zu gestalten. Ein persönlicher Chatbot unterstützt bei der branchenspezifischen Trendrecherche. Enthalten ist auch ein How-to-Guide für das Szenario Game, das CanvasTemplates, Trendkarten und den Future Cone integriert. Was wäre, wenn…? Methoden und Workshop-Tools Um Zukünfte zu visualisieren, besprechbar zu machen und Unsicherheit aufzufangen sowie zur Zukunftgestaltung anzuregen, bieten sich einige Methoden in Workshops an. Hier eine kleine Auswahl.
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