02_2015
wirtschaft + weiterbildung
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Kurz und Knapp
Die Rolle von Führungskräften
im Zeitalter von Industrie 4.0
wird wichtiger denn je – davon
ist die Mehrheit (71 Prozent)
der Firmenvertreter überzeugt,
die der Unternehmensberater
Staufen für seinen „Deutschen
Industrie 4.0 Index“ befragt
hat. Um diese Rolle gut aus-
füllen zu können, müssen die
Chefs fehlt es an Kommunikationsfähigkeiten
INDUSTRIE 4.0
Konfliktfrei.
Für Berufstätige, die
oft zwischen Konfliktparteien ver-
mitteln müssen, bietet die Hoch-
schule Koblenz eine berufsbeglei-
tende Qualifizierung zum Mediator
an. Im Fernstudium „Mediation
– integrierte Mediation“ sollen
die Studierenden die Fähigkeiten
erlernen, ein konstruktives Kon-
fliktlösungsverfahren durchzufüh-
ren. Weitere Informationen unter
Egofrei.
Vom 25. bis 27. Februar
führt das Institut für integrale
Lebens- und Arbeitspraxis (Ilea-
Institut) im Raum Stuttgart ein
Seminar zum Thema „Individu-
alisten führen und motivieren“
durch. Führungskräfte sollen dort
lernen, Top-Mitarbeiter mit ausge-
prägtem Ego und einem individu-
ellen Wertesystem erfolgreich zu
managen. Details stehen unter
reit.
Kostenfrei.
Zu ihrem 20-jährigen
Bestehen hat die Marketing-Agen-
tur „Profilberater“ ein E-Book ver-
öffentlicht. Es soll die Frage beant-
worten: „Wie könnte mein/unser
Marketing gestrickt‘ sein?“ und
richtet sich an Trainer, Berater und
Weiterbildungsanbieter. Interes-
sierte können das Buch kosten-
frei unter
anfordern.
Auch das noch.
Manager, die ihr
Unternehmen im Ausland reprä-
sentieren, müssen sprachlich
fit und kulturell kompetent sein.
Wenig Wert wurde bisher darauf
gelegt, dass sie auch als Sänger
brillieren. Das soll sich mit einem
Angebot von Stimmtraining-Live
ändern: Das Seminar „Heimat-
lieder für Manager“ soll die Fir-
menbotschafter dazu befähigen,
in der Ferne beim Karaoke mitzu-
mischen und deutsche Hits wie
„99 Luftballons“ zu intonieren.
Führungskräfte vor allem über
die richtigen Soft Skills ver-
fügen, so die Befragten: Der
ideale Chef 4.0 sollte vor allem
ein guter Kommunikator sein.
Die Chefs müssten dafür aus
ihrer Komfortzone herauskom-
men – etwa, indem sie vor Ort
in der Werkshalle präsent sind,
empfehlen die Studienautoren.
Produzieren US-Unis
Schafe?
Kunden unterscheiden
Coaching und Training nicht
UNI-KRITIK
VERBANDSUMFRAGE
Der US-Autor William Deresiewicz hat mit
seinem Buch „Excellent Sheep“ Furore
gemacht: Darin vertritt er die These, dass
die US-Elite-Universitäten statt reflek-
tierter, selbstständiger Absolventen „exzel-
lente Schafe“ produzierten. Deresiewicz
kennt die Elite-Unis der sogenannten „Ivy
League“ von innen: Er hält einen Abschluss
von Columbia und war zehn Jahre lang
Dozent in Yale. An den dortigen Studenten
kritisiert er, dass sie – trotz ihrer Intelligenz
– wenig reflektiert und kritisch seien.
Die Unis, denen Deresiewicz Kritik gilt,
gehen damit aber offenbar pragmatisch
um: Sein ehemaliger Arbeitgeber Yale lud
ihn ein, mit Studenten über seine Thesen
zu diskutieren. Auch in Harvard traf sich
der Autor mit Dozenten und Studenten.
Wie ein Mitschnitt auf der Harvard-Home-
page belegt, stellten die Studenten dabei
durchaus kritische Fragen an Deresiewicz.
Coaching oder Training? Die Mehrheit der
Coachs und Trainer glaubt, dass ihre Auf-
traggeber zwischen beidem nicht unterschei-
den können. Das zeigt eine Umfrage, die der
Deutsche Verband für Coaching und Training
(DVCT) unter 228 seiner Mitglieder – Trainer
und Coachs – durchgeführt hat. Ganze 72 Pro-
zent der Coachs und 50 Prozent der Trainer
trauen ihren Kunden diese Unterscheidung
nicht zu. Andersherum kennen die Coachs
und Trainer die Welt ihrer Auftraggeber aber
offenbar gut: 56 Prozent von ihnen verfügen
über mehr als 16 Jahre Berufserfahrung. 48
Prozent von ihnen können sogar mindestens
neun Jahre Führungserfahrung nachweisen.
Doch ob ihre Kunden die Trainings- oder
Coaching-Angebote nun bewusst buchen
oder nicht: Rund jeder zweite Befragte schätzt
Kombi-Angebote aus Training und Coaching
als Trend ein. Das berichten 55 Prozent der
Coachs und 48 Prozent der Trainer.
Bisher gibt es hier aber offen-
bar Nachholbedarf: 40 Prozent
der 140 Befragten beklagen
sich darüber, dass die Chefs
in ihrem Unternehmen bei der
Kommunikation mit Mitarbei-
tern noch nicht über die Aneig-
nung von Grundkenntnissen
hinausgekommen seien.
Auch eine gemeinsame Studie
des Beraters Ingenics AG und
des Fraunhofer-Instituts für
Arbeitswissenschaft und Orga-
nisation (IAO) zum Thema
„Industrie 4.0“ hat gezeigt,
wie wichtig weiche Faktoren
in einer digitalisierten Arbeits-
welt sind: Hier forderten die
befragten Entscheider, dass
in allen Bereichen neben der
IT-Kompetenz auch soziale
Fähigkeiten ausgebaut werden
müssten.