02_2015
wirtschaft + weiterbildung
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Coaching-Branche übernimmt Verantwortung
Die „Erdinger“ sind bekannt dafür, eine sehr beeindru-
ckende Vielzahl von Experten aus Forschung und Praxis für
ihren Kongress zu verpflichten. Mit der sensiblen Thema-
tik „Vertraulichkeit im Coaching“ befassen sich auf dem
nächsten Kongress unter anderem:
·
Dr. Walter Schwertl (Keynote):
„Firmeninteressen sind
kein Widerspruch zu Vertraulichkeit, sondern ein relevan-
ter Teil von Business Coaching“. Ein Coaching-Auftrag ist
laut Schwertl immer das Resultat eines intensiven und
erfolgreichen Austauschs über die verschiedenen Anlie-
gen aller Beteiligten. Anhand inhaltlicher Kategorien will
er Unterschiede zwischen verschiedenen Coaching-Auf-
trägen skizzieren.
·
Jürgen Bache (Vortrag):
„Nichts ist spannender als die
Praxis – Wie Coachs das Spannungsfeld zwischen den
eigenen Interessen und denen der Klienten und Firmen
meistern können.“
·
Dr. Christof Schneck (Vortrag):
„Coaching zwischen Ver-
traulichkeit und Firmeninteresse – eine Frage der Unter-
nehmenskultur?“
·
Iris Fischer (Vortrag):
„Vertraulichkeit im Coaching – Her-
ausforderung und Chance für Coachs und Unternehmen.“
·
Eberhard Jung (Vortrag):
„Coaching – eine Alibiveranstal-
tung zur Vertuschung von Führungsschwäche?“
Kongress-Vorbericht.
Die Hochschule für angewandtes Management (HAM) in Erding veranstaltet
vom 26. bis zum 27. März 2015 ihren zweiten Coaching-Kongress
nter dem Motto „Coaching heute: Zwischen Vertraulichkeit und Firmeninteressen“ steht
ein bisher weniger beachtetes Spannungsfeld im Fokus.
·
Prof. Dr. Heidi Möller (Vortrag):
„Vertrauen in Organisa-
tionen – eine riskante Vorleistung oder hoffnungsvolle
Erwartung?“
·
Carsten Hennig und Astrid Gießelmann (Workshop):
„Wie
viel Misstrauen können wir uns leisten? Das Spannungs-
feld von Organisation, Führungskraft und Coach aus sys-
temischer Perspektive.“
·
Dr. Rolf Meier (Workshop):
„Interessen und Loyalitäten im
Kontext Business-Coaching.“
·
Prof. Dr. Ulrich Lenz (Workshop):
„Volles Vertrauen mit
Coaching-Gutscheinen oder volle Transparenz: Dynamik
im Coaching-Prozess während der Durchführung von
Restrukturierungsprogrammen.“
·
Stephan Daniel Richter (Workshop):
„Coaching braucht
Vertraulichkeit – tiefenhermeneutische Impulse für den
Beratungsprozess.“
Außerdem wird zum Thema „Vertraulichkeit“ eine Podi-
umsdiskussion veranstaltet werden. Unter der Leitung
von Thomas Webers diskutieren dann Dr. Walter Schwertl
(Coach), Gabriele Bollhöfer (Hogan Lovells International
LLP), Wolf-Martin Erhard (N-Ergie AG), Prof. Dr. Jutta Hel-
ler (Hochschule Erding) und ein Gewerkschaftsvertreter.
Dabei sollen folgenden Aspekte kritisch unter die Lupe
genommen werden: „Begehrlichkeiten, Fallen und konkrete
Beispiele aus der Praxis“, „Die besondere Rolle internen
Coachings“, „Kooperation von internem und externem
Coach“, „Pflege von Coach-Pools und Austausch der Coa-
ches untereinander“, „Anbindung an die strategische Per-
sonal- und Organisationsentwicklung“.
„Die Diskussion soll der Meinungsbildung dienen und das
Signal an die Öffentlichkeit geben, dass die Coaching-
Branche Verantwortung übernimmt“, betont die Kongress-
organisatorin Prof. Dr. Jutta Heller von der Hochschule für
angewandtes Management in Erding.
Der Kongress bietet aber auch Vorträge und Workshops,
die nichts mit dem Thema „Vertraulichkeit“ zu tun haben.
Dr. Alfons Üffing, Audi-Akademie, wird eine provokative
Keynote mit dem Titel „Der Coach als Reparateur des Sys-
tems“ halten und Jörg Middendorf, BCO Büro für Coaching
und Organisationsberatung, will die aktuellen Ergebnisse
seiner Coaching-Umfrage aus dem Jahr 2014/2015 vor-
stellen. Zudem werden neue Coaching-Methoden von Prak-
tikern in Live-Coachings vorgestellt.
Foto: Julia Walkner