Seite 41 - wirtschaft_und_weiterbildung_2015_02

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02_2015
wirtschaft + weiterbildung
41
Intervention 2:
„Drehschalter“ zur Beruhigung
Ziel:
Reduktion von Unruhe, Zorn, Ärger.
Zu starke Emotionen machen ein lösungs-
orientiertes Vorgehen nicht nur im Coa-
ching, sondern auch Alltag unmöglich.
Deshalb ist diese Übung für Coachees
auch in ihrem täglichen Leben hilfreich.
Dauer:
5 bis 10 Minuten
Vorgehen:
Bei dieser Intervention hat sich
ein Vorgehen in folgenden sechs Schritten
bewährt:
• Der Coach bittet den emotional stark
aufgewühlten Coachee, die Aufmerk-
samkeit auf seinen Körper zu lenken
(Atemfluss beobachten, die Sitzunter-
lage spüren …).
• Der Coachee soll sich einen Drehschal-
ter vorstellen, mit dem er seine Unruhe
regulieren kann - von 0 (=entspannt)
bis 10 (=sehr aufgeregt).
• Der Coachee soll einschätzen, auf wel-
cher Stufe seine Unruhe sich im Mo-
ment befindet (zum Beispiel bei 8).
• Danach bittet der Coach ihn, den Schal-
ter vor seinem inneren Auge langsam
auf eine niedrigere Stufe zu drehen –
soweit ihm möglich.
• Der Coachee soll berichten, auf wel-
cher Stufe er sich jetzt befindet und wie
er sich nun fühlt.
• Der Coach ermutigt den Coachee, diese
Übung auch im Alltag anzuwenden -
und zwar immer dann, wenn er starke
Emotionen verspürt, die ihm einen
konstruktiven Umgang mit Konflikten
erschweren.
Intervention 3:
Musterunterbrechung
Ziel:
Unterbrechung/Veränderung (kom-
plexer) Verhaltensmuster – zum Beispiel
solcher, die mit zwei oder mehr anderen
Menschen zusammenhängen.
Dauer:
45 bis 60 Minuten
Benötigtes Material: Papierbogen, vier
verschiedenfarbige Stifte
Vorgehen:
Bei dieser Intervention hat sich
ein Vorgehen in folgenden Schritten be-
währt:
• Der Coachee schildert belastende Situ-
ationen, in denen er regelmäßig diesel-
ben Verhaltensmuster zeigt.
• Der Coachee sagt, was er bezüglich die-
ser Situationen erreichen möchte.
• Verschriftlichte Analyse des Verhaltens-
musters und der möglichen Lösungen.
Dazu werden verschiedene Farben be-
nutzt:
Farbe 1:
Auflistung des Musters durch
den Coach (am besten in Form von Ich-
Aussagen des Coachees):
a) Der Coach fragt nach dem „typi-
schen Beginn“ solcher Situationen und
schreibt diesen in die erste Zeile des Pa-
pierbogens.
b) Der Coach fragt nach dem „typi-
schem Ende“ solcher Situationen und
notiert dieses in der letzten Zeile des
Blatts.
c) Der Coach erarbeitet mit dem Coa-
chee systematisch die Entwicklung des
Musters (vom Beginn bis zum Ende der
Situation) und notiert die einzelnen
Schritte in jeweils einer Zeile.
Farbe 2:
Es werden jene Schritte iden-
tifiziert und markiert, bei denen eine
Veränderung durch den Coachee mög-
lich wäre, sofern er dies wollen würde.
Farbe 3:
Jene Schritte werden markiert,
bei denen der Coachee tatsächlich
etwas verändern will.
Farbe 4:
Gemeinsame Suche nach Ver-
haltensalternativen, um das skizzierte
Ziel zu erreichen.
Abschließend werden mit dem Coachee
folgende Fragen besprochen:
• „Welche Alternativen erscheinen Ihnen
persönlich am sinnvollsten und mach-
barsten?“
• „Was werden konkrete nächste Schritte
ihrerseits sein?“
• „Welche Hindernisse könnten auftre-
ten?“
• „Wer/was unterstützt Sie bei der Um-
setzung?“
• „Wann beginnt die Umsetzung?
Intervention 4:
Arbeit mit Tierfiguren
Ziel:
Bei Konflikten mit einer anderen
Person sollen starre Rollenmuster und
Befindlichkeiten des Coachees – wie zum
Teetrinken.
„Abwarten und
Teetrinken“, ist nicht der
beste Rat, den man Streithäh-
nen geben sollte. Emotional
schwierige Situationren lassen
sich aber mit etwas Psycholo-
gie gut entschärfen.