Seite 35 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_04

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03_2014
wirtschaft + weiterbildung
35
tionieren und zum anderen aber auch
zur konkreten Überprüfung und Selbst-
reflexion in Workshops, Projektarbeiten
und anderen Aktivitätsformen. So kann
beispielsweise durch das Verstehen und
Gestalten von Widersprüchlichkeit die
Diskussion, was Notwendigkeit und Sinn
im Einzelnen bedeuten oder wie und wo
Hierarchie und Demokratie erforderlich
sind, eine Chance für neue Erfahrungen
und Entscheidungsprozesse liegen. Da
Unternehmen damit auch Annahmen,
Überzeugungen und Gewohnheiten auf
den Prüfstand stellen, können sie durch
solche Prozesse auch ihre Kultur langfris-
tig gestalten und verändern.
Wie Sie das Geheimnis um die
Hochleistungskultur lüften
Kulturveränderungen in Richtung High
Performance sind also möglich. Das Ge-
heimnis erfolgreicher High-Performance-
Kulturen scheint darin zu liegen, dass
sie es schaffen, eine Brücke zwischen
Altem und Neuem zu bilden und eine
Integration scheinbar nicht zu vereinba-
render Gegensätze zu vollbringen. Damit
können sie sowohl spezifische, bekannte
Orientierungsmuster aufrechterhalten
und ihre Identität bewahren, gleichzei-
tig aber auch neue Interpretations- und
Verhaltensmuster etablieren, die künftig
für das Unternehmen im Zuge der Ausei-
nandersetzung mit seinen Umwelt- und
Rahmenbedingungen einen Sinn ergeben.
Da die Konservierung von relevantem
Wissen das Unternehmen vor zu viel Fle-
xibilität schützt, die genauso gefährlich
sein kann wie zu viel Stabilität, liegt das
Ziel darin, die richtige Balance zwischen
beidem zu finden.
Zwei Dinge bleiben allerdings notwen-
dige Voraussetzungen, um eine High-
Performance-Kultur zu leben: Einerseits
der unbedingte Wille, die Überzeugung
und die Beharrlichkeit (vor allem der Ge-
schäftsführung!), dass kein Weg amWan-
del vorbeiführen kann, wenn man dau-
erhaft erfolgreich sein will. Andererseits
das Wissen und das Erkennen, wie die
Organisation auf der Klaviatur der Fakto-
renanwendung spielen muss, um die In-
dikatoren durch geeignete Prozesse und
gelebte Strukturen zu operationalisieren.
Sandra Lucia Merz
Dimension
Charakterisierung
Kulturelement
Erfolgsfaktoren
Faktoren
Anwendung
Makro
Meso
Mikro
1. Zweckvermittlung
Transformation
1. Notwendigkeit
und Sinn
gleichzeitig
  
2. Entscheidungs-
wege
Transformation &
Transaktion
2. Hierarchie und
Demokratie
abwechselnd
Transformation
3. Kompetenz statt
Macht
kontinuierlich
3. Struktur
Transformation
4. Arbeitsautono-
mie mit Verant-
wortung
kontinuierlich
  
Transformation
und Transaktion
5. Chaos und
Korsett
abwechselnd
Transaktion
6. Rollenklärung kontinuierlich
 
Transaktion
7. Teamstruktur
und -spielregeln
kontinuierlich
Transaktion
8. Regeln der
Zusammenarbeit
kontinuierlich
4. Dynamik
Transformation
und Transaktion
9. Verteidigung und
Fortschritt
gleichgewichtig
Transformation
und Transaktion
10. Perfektion und
Abenteuer
abwechselnd
 
Transformation
und Transaktion
11. Energie und
Konzentration
gleichgewichtig
 
Transformation
12. Hierarchieunab-
hängige
Kooperation
kontinuierlich
5. Arbeitseinteilung
Transformation
13. Erfolg und Spaß gleichzeitig
 
Transformation
14. Riten und Legen-
den etablieren
kontinuierlich
6. Personal-
management
Transaktion
15. Kompromisslose
Personalselek-
tion
kontinuierlich
 
Transformation
16. Transformatio-
nale Führung
kontinuierlich
  
Transformation
17. Vertrauen statt
Kontrolle
kontinuierlich
Transformation
18. Förderung
von Kollektiv­
interessen
kontinuierlich
  
Transformation
19. Konflikt- und Kri-
senmanagement
kontinuierlich
Transformation
20. Personalentwick-
lung
kontinuierlich
Transaktion
21. Zielvereinbarun-
gen
kontinuierlich
Transaktion
22. Systematische
Problemlösung
kontinuierlich
Transaktion
23. Klar definierter
Arbeitsansatz
kontinuierlich
Die wichtigsten Erfolgsfaktoren
Übersicht.
Basierend auf verschiedenen Forschungsarbeiten
lassen sich zentrale Erfolgsdimensionen und -faktoren in
Hochleistungs­kulturen ableiten.