Seite 25 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_04

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Regel 80 Prozent des Ergebnisses. We-
niger ist mehr, lautet deshalb das Motto
der Turbo-Studenten, die unter Berufung
auf Pareto ihren Perfektionsdrang zu-
rückschraubten. Ihr ganzes Studium war
schließlich ein Kompromiss zwischen
Tiefgang und Geschwindigkeit. Dabei
rissen sie ihr Studium aber nicht einfach
herunter, sondern ließen sich durchaus
von dem Wunsch leiten, das Gelernte im
späteren Berufsfeld auch tatsächlich um-
setzen zu wollen.
Das Pareto-Modell kann als die theore-
tische Grundlage eines pragmatischen
Turbo-Studiums angesehen werden. Es
gilt beispielsweise, von den zehn Pflicht-
veranstaltungen genau die zwei heraus-
zufinden, die die wichtigsten waren.
Acht Veranstaltungen, die prüfungs- oder
notenmäßig nicht so ausschlaggebend
waren, wurden vernachlässigt. „Wenn
wir immer 100 Prozent hätten erreichen
wollen, hätten wir immer 80 Prozent an
Energie und Zeit verschwendet, die wir
aber dringend für neue Aufgaben brauch-
ten“, so das Credo der „Turbos“. Durch
die Erfahrung gelang es, schrittweise
immer präziser zwischen Wesentlichem
und Unwesentlichem zu unterscheiden.
Dieser Weg war schwer, denn Banales
über Bord zu werfen und sich auf das We-
sentliche zu konzentrieren bedeutet, sich
von alten Mustern zu trennen.
Soll aus kleinen Dingen (wenig Aufwand)
etwas Großes werden (Spitzenleistung),
dann müssen die handelnden Personen
wissen, wo genau der Hebel anzusetzen
ist. Die Studenten wussten zum Beispiel
nicht automatisch, welche Pflichtveran-
staltungen die wichtigsten waren. Sie
mussten es recherchieren und dazu gute
Kontakte zum Prüfungsamt (das über die
Ziele der Turbo-Studenten offen infor-
miert wurde) und zu älteren Studenten
pflegen. Durch beständiges Nachfragen
ergaben sich oft überraschende Einblicke.
An dieser Stelle zeigt sich auch, wie wich-
tig es ist, sich einen Mentor zu suchen,
der aufgrund seiner Erfahrungen wesent-
liche Hinweise auf das geben kann, was
in einem bestimmten Zusammenhang re-
levant ist und was nicht. Wenn der Men-
tor selbst schon in turbulenten Zeiten ein
wichtiges Ziel erreicht hat – umso besser.
Das Besondere an den drei Turbo-Stu-
denten ist, dass sie während ihrer Schul-
zeit nie als Genies aufgefallen sind. Sie
haben nie eine Klasse übersprungen
und auch kein herausragendes Abitur
geschrieben. Fazit: Das Leben steckt vol-
ler Ablenkungen. Um schnell zu lernen,
muss man nicht außergewöhnlich intel-
ligent oder begabt sein. Es reicht, genau
zu wissen, was einem wichtig ist, sich
mit einer gewissen Radikalität zu konzen-
trieren und die passenden Werkzeuge zu
nutzen. Gute Lerngruppen helfen dabei
nicht nur, neues Wissen zu verarbeiten,
sie schützen auch vor emotionalen Krisen
und nachlassender Willenskraft.
Martin Pichler
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