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14
wirtschaft + weiterbildung
02_2014
„Vom Ziel her
denken!“
LEADERSHIP.
Nelson Mandela, Anti-Apartheid-Kämpfer
und Südafrikas erster schwarzer Präsident, starb am 5.
Dezember 2013 im Alter von 95 Jahren. Aus den aktuellen
Nachrufen haben wir die fünf wichtigsten Führungsregeln
Mandelas herausdestilliert.
Nelson Mandela wurde am 18. Juli 1918 in Südafrika, in der
Nähe von Umtata, der ehemaligen Hauptstadt des Homelands
Transkei, geboren. Er besuchte die Universität von Fort Hare,
von der er wegen Beteiligung an einer Studentendemonstra-
tion verwiesen wurde. Danach immatrikulierte er sich an der
Witwatersrand-Universität, wo er 1942 sein Jurastudium ab-
schloss. 1944 trat er dem African National Congress (ANC) bei.
Als die Nationale Partei 1948 in Südafrika an die Macht kam,
begann der ANC gegen deren rassistische Apartheidpolitik zu
kämpfen. 1956 wurde Mandela verhaftet und des Hochverrats
angeklagt, fünf Jahre später jedoch freigesprochen. Danach
ging er in den Untergrund.
1963 wurde Anklage wegen Sabotage, Verrat und Verschwö-
rung gegen ihn und andere politische Führer erhoben. Die An-
klage endete für Mandela im Jahr 1964 mit der Verurteilung
zu lebenslanger Haft. Erst 1990, nach 27 Jahren im Gefängnis,
wurde Nelson Mandela aus der Haft entlassen. Ein Jahr später
wurde er zum Präsidenten des ANC gewählt. In dieser Zeit lei-
tete er einen Prozess zur Beendigung der Apartheid ein, wofür
er 1993 zusammen mit seinem weißen Gegenspieler Frederik
De Klerk mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.
1994 erlebte Südafrika seine ersten demokratischen Wahlen
und Nelson Mandela wurde der erste schwarze Präsident. Er
blieb bis 1999 im Amt.
Seine Führungsmaßstäbe entwickelte der Mann, den sie zu
Hause nur „Madiba“ nannten, aus seiner praktischen Erfah-
rung. Für ihn gab es ein unverrückbares Ziel: die Abschaffung
der Apartheid. Dabei dachte er langfristig, nicht in Tagen oder
Jahren, sondern eher in Generationen. Für ihn war wichtig,
was die kommenden Generationen über sein Handeln denken
würden.
Bemerkenswert war, dass Mandela insbesondere bei allen Auf-
tritten immer ein Lächeln auf den Lippen hatte. Mit seinem
Lächeln vermittelte er den weißen Afrikanern das Gefühl, er
sei frei von Bitterkeit über seine jahrelange Gefangenschaft und
seinen Anhängern, er sei ein froher Kämpfer, der sich seines
Sieges gewiss ist. Mandela wusste auch, dass Rituale womög-
lich noch wichtiger als Inhalte sind. Wenn er ein Rednerpult
betrat, vollführte er mit kleinen Trippelschritten deshalb immer
den traditionellen Tanz der Townships und lächelte sein alles
überstrahlendes Lächeln.
Seine Führungsprinzipien, die er durch sein Vorbild als Anfüh-
rer einer ganzen Nation der Nachwelt hinterlässt, kann man,
belegt durch viele historische Beispiele, in folgenden fünf Re-
geln zusammenfassen:
1 Sei mutig trotz Furcht.
Bei einer Notlandung eines kleinen Flugzeugs – so erzählt
Mandelas Biograf Richard Stengel – habe Mandela vollkom-
men ruhig seine Zeitung gelesen und sich von der allgemeinen
Panik nicht beeindrucken lassen. Erst später habe Mandela
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