09_2014
wirtschaft + weiterbildung
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Coaching genießt weltweite Bekanntheit
Die International Coach Federation (ICF) wurde 1995 in
den USA gegründet und ist heute mit mehr als 25.000
Mitgliedern in über 100 Ländern die größte internationale
Vereinigung professioneller Coachs. ICF Deutschland gibt
es seit 2001, derzeit zählt ICF in Deutschland rund 350
Mitglieder. In der Coaching-Szene triff die globale, jährli-
che ICF-Studie auf großes Interesse. Ende 2013 wurden in
25 Ländern 18.810 repräsentativ ausgewählte Berufstä-
tige über 25 Jahren zum Thema „Coaching“ befragt. Dazu
kooperierte ICF mit der internationalen Beratungsgesell-
schaft Pricewaterhouse Coopers.
Die ICF-Studie 2014 befasst sich schwerpunktmäßig mit
der Bekanntheit des Instruments „Coaching“. Weltweit
bezeichneten sich 41 Prozent der Befragten als unwis-
send, wenn es um Coaching geht. 42 Prozent (plus sieben
Prozent im Vergleich zu 2010) sagten, Coaching sei ihnen
bekannt, sie hätten aber noch nie ein Coaching persönlich
erlebt. Immerhin 17 Prozent (plus ein Prozent im Vergleich
zu 2013) gaben an, Coaching zu kennen und selbst auch
einen Coaching-Prozess durchlebt zu haben. Das geringe
Anwachsen derer, die Coaching erprobt haben, mag damit
zusammenhängen, dass in wichtigen Industrieländern wie
USA, Kanada, Australien und Großbritannien Coaching
schon seit Jahren sehr populär ist.
Weltweit kennen sich die 25 – 34-Jährigen am besten mit
Coaching aus. Am geringsten ist das Wissen bei den über
55-Jährigen. Diese älteren Mitarbeiter lehnen Coaching
überwiegend ab und sagen: „Ich brauche kein Coaching“
(23 Prozent), „Bin in einer Lebensphase, wo Coaching
nicht wichtig ist“ (54 Prozent) und „Glaube nicht, das Coa-
ching wirkt“ (elf Prozent). Alle, die (wo auch immer auf der
Welt) bereits eine Coaching-Maßnahme durchlaufen hat-
ten, sagten über die Gründe für eine Teilnahme:
· Die Performance sollte optimiert werden (42 Prozent)
· Die Karrierechancen sollten deutlich verbessert werden
(33 Prozent)
· Das Selbstvertrauen sollte zunehmen (31 Prozent)
· Der Umgang mit Managementstrategien sollte deutlich
verbessert werden (29 Prozent)
· Eine Work-Life-Balance sollte dauerhaft erreicht werden
(27 Prozent).
Wenn man die Gründe von Männern mit denen von Frauen
vergleicht, stellt man nur geringe Unterschiede fest. Die
Frauen legen etwas mehr Wert auf die Arbeit am Selbst-
vertrauen und auf die Balance von Beruf und Freizeit. Die
Coaching-News/ICF-Studie.
Fast 60 Prozent aller Berufstätigen in 25 Ländern wissen, was es mit
dem Coaching auf sich hat. 17 Prozent haben selbst schon eine Coaching-Maßnahme absol-
viert. Das hat die ICF Global Consumer Awareness Study 2014 herausgefunden.
Damian Goldvarg.
Der ICF-Präsident
bietet mit seiner
Studie einen Blick
in die Köpfe der
Coaching-Konsu-
menten.
Männer wollen tendenziell mehr an ihrer strategischen
Kompetenz arbeiten als die Frauen. Außerdem wurden
die Menschen mit Coaching-Erfahrung danach gefragt, mit
welchem Eigenschaftswort sie ihr Coaching-Erlebnis am
ehesten beschreiben würden. Die Antworten (weltweit)
lauteten:
· ziel- und zweckorientiert (22 Prozent)
· handlungsorientiert (23 Prozent)
· zukunftsgerichtet (29 Prozent)
· strukturiert (15 Prozent)
· fokussiert (neun Prozent).
Die Zufriedenheit mit dem eigenen Coaching-Prozess war
bei allen Befragten signifikant höher, wenn der Coach ein
Zertifikat oder eine Akkreditierung erworben hatte.
Neue ICF-Broschüre zum Qualitätsmanagement
Für Personalentwickler hat die ICF einen „Leitfaden“ zum
Thema „Qualitätsmanagement im Coaching“ aufgelegt,
der dazu dienen soll, Coaching-Maßnahmen im eigenen
Unternehmen optimal zu entwickeln und zu steuern. Perso-
nalentwickler finden in der Broschüre nicht nur Ratgeber-
artikel, sondern auch praktische und umfassende Check-
listen, sodass ein Arbeitspapier mit praktischem Nutzen
entstand.
Empfehlungen der ICF und allgemeine Infos und Formu-
lare zu Coaching-Verträgen, Berichten und Bewertungen
runden die Broschüre ab. Auch auf die Vorteile eines
strukturierten Evaluationsprozesses wird ausführlich ein-
gegangen. Der neue Leitfaden verweist außerdem auf eine
kostenlose App. Damit kann man auch auf dem Handy
Videos und Downloads mit weiterführenden Infos, einen
geschichtlichen Überblick des Coachings und die „Dos and
Don‘ts“ als Grundlage für gutes Coaching herunterladen.
Foto: ICF