durchgeführt. Alle bräuchten mindestens
ein oder zwei gute Redner, die ein Publi-
kum unterhalten könnten. „Dieser Nach-
frage stehen nur gut 300 wirklich profes-
sionelle Speaker gegenüber, von denen
vielleicht nur 50 derzeit richtig Vollgas
geben“, ist sich der „Speaker of the Year
2014“ sicher.
Fast alle Trainer und Berater, die bislang
versucht hätten, in den Rednermarkt
einzusteigen, hätten gravierende Fehler
gemacht. Deshalb gab Scherer den Zu-
hörern in Hannover, die eine Rednerlauf-
bahn einschlagen wollten, folgende Rat-
schläge mit auf den Weg:
1 Reden halten ist das
Gegenteil von Trainieren
Trainer scheitern als Redner immer dann,
wenn sie versuchen, Wissen zu vermit-
teln und dazu mit dem Publikum in einen
Dialog treten wollen. Speaker haben
laut Scherer eine völlig andere Aufgabe
als Trainer. Redner tragen motivierende
Botschaften vor und geben zum Schluss
einen starken Impuls. Die Umsetzung
des Impulses ist nicht mehr ihre Sache.
Diese neue Form der Performance fällt
vielen Trainern zuerst sehr schwer, weil
es keine Interaktion mit dem Publikum
gibt. Scherer: Ein Trainer zeigt und übt,
wie etwas geht. Ein Speaker sagt, was
getan werden muss.
Anders als bei Trainern kann der Erfolg
eines Redners laut Scherer bis zu 60 Pro-
zent von einer gelungenen Show abhän-
gen – und nur bis zu etwa 40 Prozent
von den gebotenen Inhalten. Menschen
besitzen nun einmal die größte Offenheit
für Veränderungen, wenn sie Spaß haben,
lachen und gut drauf sind. Speaker sind
Entertainer, sonst erfüllen sie ihren Auf-
trag nicht. Würde ein Speaker zu viel
Wissen und zu viele Details vermitteln,
dann schliefen die Zuhörer ein.
2 Was zählt, ist die
Performance
Der Redner hat die Aufgabe, die Bühne
zu „rocken“. Er wird oft für einen Impuls-
vortrag ins Unternehmen geholt. Redner
liefern zum Beispiel den ersten Anstoß
zu Veränderungen. Es wird oft unter-
schätzt, wie sehr es auf den ersten An-
stoß ankommt. Um eine Initialzündung
auszulösen, braucht ein Redner in sehr
R
Mehrteilige Lehrgänge.
Es gibt nur zwei Anbieter:
·
German Speakers Association GSA e.V., München
Die GSA veranstaltet seit 2010 im Rahmen der „GSA Uni-
versity“ die Weiterbildung zum „Professional Speaker“
(maximal 16 Teilnehmer, 13.900 Euro pro Person). In 26
Modulen verteilt auf etwa ein Jahr geht es um „Sales/
Marketing“ sowie „Presenting/Performing“.
·
Scherer Academy, Mastershausen
Hermann Scherer gründete 2014 die „Scherer Academy“,
die aufeinander aufbauende „Programme“ zur Redneraus-
bildung aufgelegt hat: 1. White-Programm (insgesamt 15
Tage, 6.000 Euro), 2. New-York-Programm (5 Tage am
Stück in New York bei der Lee Strassberg Actingschool,
3.600 Euro), Silver-Programm (7 Tage, 3.600 Euro), Gold-
Programm (7 Tage, 10.000 Euro). Im White-Programm
dominiert die Informationsvermittlung. Bei Silver und Gold
wird individuell trainiert.
Wer Profi-Redner ausbildet