Seite 18 - wirtschaft_und_weiterbildung_2014_09

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18
wirtschaft + weiterbildung
09_2014
Noch nie war ein „Impulstag“ von Gabal
so schnell ausgebucht wie jener am 26.
April 2014 in Hannover. Gabal, die Ge-
sellschaft zur Förderung angewandter Be-
triebswirtschaft und aktivierender Lehr-
und Lernmethoden in Hochschule und
Praxis e.V., hatte ihren Frühjahrs-Impuls-
tag unter das Thema „Marketing für Trai-
ner, Berater, Coachs“ gestellt und sieben
Referenten eingeladen. Da die Zeiten für
Trainer und Berater härter werden, hatte
das Thema Marketing bestimmt eine er-
hebliche Sogwirkung. Doch viele Teilneh-
mer kamen nach eigenen Angaben nur
wegen eines einzigen Referenten – sie
wollten unbedingt Hermann Scherer live
erleben und von ihm erfahren, wie einem
Trainer der Schwenk zum angeblich äu-
ßerst lukrativen Beruf des Kongressred-
ners gelingt.
Hermann Scherer, 1964 in Moosburg an
der Isar geboren, gilt als der bekannteste
und „coolste“ Vortragsredner, den die
deutsche Motivationsbranche hervorge-
bracht hat. Der ehemalige Dale-Carnegie-
Trainer wurde dadurch berühmt, dass er
den früheren US-Präsidenten Bill Clinton
nach Augsburg holte, um ihn auf einem
seiner Kongresse auftreten zu lassen.
Anschließend schrieb Scherer ein Buch
darüber und begründete so seinen Ruf
als Tausendsassa („Wie man Bill Clinton
nach Deutschland holt: Networking für
Fortgeschrittene“, Campus Verlag, Frank-
furt am Main 2006).
Das Magazin „Brand eins“ (3/2012) ver-
öffentlichte eine Reportage über einen
öffentlichen Scherer-Auftritt in der voll-
besetzten Stadthalle von Osnabrück.
O-Ton des Reporters: „Scherer verdient
gut daran, seinen Zuhörern zu erzählen,
sie sollten ihr Leben nicht vergeuden.“
Derzeit zieht der Meister mit Vorträgen
wie „Chancenintelligenz – Was haben
die anderen, was ich nicht habe?“ oder
„Jenseits vom Mittelmaß – Spielregeln
für die Pole-Position in den Märkten
von morgen“ über das Land und bringt
Schwung in Kundenevents, Außendienst-
tagungen, Führungskräftekonferenzen,
Kick-off-Meetings, Verbandstreffen oder
Vortragsreihen, die Tageszeitungen oder
andere Medien für ihre Abonnenten ver-
anstalten.
246 Auftritte als Redner in
einem Jahr
Aus Scherers Umfeld ist zu hören, dass
er im Jahr 2013 genau 246 Auftritte ab-
solviert habe – was sich dadurch erkläre,
dass er an manchen Tagen bis zu drei un-
terschiedliche Reden hielt. Nach 25 Jah-
ren intensiver Rednertätigkeit will Scherer
jetzt ein ruhigeres Leben führen und auch
einmal mit seinen zwei kleinen Kindern
„im Sandkasten spielen“. Deshalb grün-
dete er in diesem Jahr die Scherer Aca-
demy, die berufsbegleitende, mehrteilige
Ausbildungen zum Profi-Redner anbietet.
Der Wunsch nach weniger Reisetätigkeit
ist aber nur ein Grund, diese Akademie
gerade jetzt ins Leben zu rufen. Wichtiger
sei es, dass der Rednermarkt derzeit nach
zusätzlichen, neuen Speakern verlange
und die Chancen von Trainern in das
Redner-Business zu wechseln so gut wie
noch nie seien.
„Der Rednermarkt im deutschsprachigen
Raum ist noch unterentwickelt“, so
Scherer in Hannover. Nach seinen Schät-
zungen werden jährlich über 100.000 Ver-
anstaltungen vom Typ „firmeninterne Ta-
gung“ oder „Kongress eines Verbands“ in
Deutschland, Österreich und der Schweiz
04.
... die Fähigkeit, positive
Emotionen
zu erzeugen, um
damit die Bühne zu „rocken“
05.
... die Fähigkeit, auch mehre-
ren Tausend Personen durch
Körpersprache
zu dirigieren
06.
... das Know-how,
mit einem
Multimediaeinsatz gezielt
Showeffekte zu erzeugen
R
Frühjahrs-Impulstag 2014.
Hermann Scherer „rockte“ auch die Gabal-Bühne und
erklärte Trainern, wie sie sich wandeln müssen, um als Redner zu begeistern.
Foto: Pichler