Seite 13 - wirtschaft_und_weiterbildung_2014_07-08

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07/08_2014
wirtschaft + weiterbildung
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Der Fachkräftemangel ist
und bleibt ein Thema in vie­
len Unternehmen: Bei einer
Befragung im Auftrag der Stu­
diengemeinschaft Darmstadt
(SGD) geben 59 Prozent der
300 befragten Personalverant­
wortlichen an, dass ihr Unter­
nehmen davon betroffen sei.
Dass Weiterbildung das Mittel
der Wahl sein kann, um dem
Fachkräftemangel zu begeg­
nen, bestätigt eine große Mehr­
heit von 95 Prozent. Die Studie
gibt auch Aufschluss darüber,
auf welchen Hierarchieebenen
Fachkräfte fehlen und Weiter­
bildungsmaßnahmen ansetzen
sollten: Neben den ausgebil­
deten Fachkräften und Sach­
bearbeitern, die in 56 Prozent
der Unternehmen fehlen, man­
gelt es an Führungskräften aus
dem mittleren Management (in
32 Prozent der Unternehmen)
Pausen während der Arbeit sind nicht nur
nötig, um einen gesunden Ausgleich zu
schaffen. Sie sind auch arbeitsrechtlich
vorgeschrieben. Allerdings zeigt nun eine
Umfrage im Auftrag der Gewerkschaft
Verdi, dass viele Arbeitnehmer diese vor­
geschriebenen Pausen wohl nicht einhal­
ten. Demnach nutzt nämlich jeder fünfte
Arbeitnehmer seine Pausenzeiten im Job
nicht voll aus. Jeder zehnte unterbricht
die Arbeit sogar an vielen Tagen gar nicht,
wie aus der telefonischen Befragung von
TNS Infratest unter 493 repräsentativ Aus­
gewählten hervorgeht. Die Gründe für
die ausgefallen Pausen liegen vor allem
in einer hohen Arbeitsbelastung. Mehr
als die Hälfte der Befragten gibt an, dass
sie schlicht zu viel Arbeit hätten. Um die
Kollegen vor einer zu hohen Belastung zu
schützen, verzichtet mehr als ein Drittel
auf die Pausen. Weitere 13 Prozent sagen
allerdings auch, dass der Arbeitgeber die
Ruhepausen nicht zulasse. Immerhin 38
Prozent lassen aber auch von sich aus Pau­
sen ausfallen, weil sie lieber durcharbeiten.
UNTERNEHMENSKULTUR IM MITTELSTAND
PERSONALENTWICKLUNG
GESUNDHEITSMANAGEMENT
Wenn Inhaber und Topmanager nicht
miteinander können
Wer keine Führungskräfte findet,
entwickelt sie
Die Pause bleibt im Job
oft auf der Strecke
Ein Drittel aller Topmanager im Mittelstand
sucht aktiv nach einem neuen Job, weitere
40 Prozent sind offen für neue Angebote.
Das zeigt eine Studie des Personalbera­
ters Intersearch Executive Consultants,
der dafür 150 Vorstände, Geschäftsführer,
Bereichs- und Abteilungsleiter befragt hat.
Die große Wechselfreude unter den mittel­
ständischen Topmanagern erstaunt inso­
fern, als diese sich offenbar ganz bewusst
für den aktuellen Arbeitgeber entschieden
haben: 78 Prozent von ihnen geben an,
dass der gesellschaftsrechtliche Hinter­
grund bei ihrer Arbeitgeberwahl eine große
oder sehr große Rolle gespielt habe.
Ein wichtiger Grund dafür, dass die obe­
ren Führungskräfte im mittelständischen
Unternehmen nicht glücklich werden, ist
nach Einschätzung der Studienautoren
die persönliche Beziehung zwischen Top­
manager und Inhaber. „Die Kandidaten
unterschätzen häufig, wie wichtig der
persönliche Draht in mittelgroßen und
vor allem inhabergeführten Unternehmen
ist. Ein guter Kontakt zum Inhaber ist
zwingende Voraussetzung für eine erfolg­
reiche Karriere“, sagt Thomas Bockholdt,
Geschäftsführender Gesellschafter von
Intersearch. Da der Unternehmenschef im
Mittelstand die Arbeitskultur deutlich stär­
ker präge als in Konzernen, könne auch ein
Bereichswechsel keine Lösung sein – „denn
der Chef mischt sich in der Regel überall
ein“, so Bockholdt.
sowie an Top-Führungskräften
(15 Prozent).
Bei der Qualifizierung setzen
88 Prozent der Befragten auf
die Förderung ihrer Auszubil­
denden. 86 Prozent halten die
Weiterbildung von Mitarbeitern
ab 50 Jahren und 77 Prozent
die Weiterbildung von Mitar­
beitern in Elternzeit für wichtig
bis äußerst wichtig. Gerade bei
den Silver Agern zeigt sich hier
aber eine Diskrepanz: Denn
trotz des frommen Wunsches
nach mehr Weiterbildung für
ältere Mitarbeiter weisen diese
ein geringeres Weiterbildungs-
Ist als ihre jüngeren Kollegen
auf. Eine Studie des Instituts
für Arbeitsmarkt- und Berufs­
forschung (IAB) hat etwa im
vergangenen Jahr gezeigt, dass
die Weiterbildungsquote bei
Älteren fünf Prozentpunkte
unter dem Durchschnitt liegt.