Seite 12 - wirtschaft_und_weiterbildung_2014_07-08

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wirtschaft + weiterbildung
07/08_2014
Beim Rennen um die Nachfolge in Fami­
lienunternehmen haben externe Mana­
ger bessere Karten als Familienmitglieder
– zumindest, wenn es nach dem Willen
der Inhaber und angestellten Geschäfts­
führer geht. Das ist das zentrale Ergebnis
einer Studie, die das Beratungsunterneh­
men Roland Berger Strategy Consultants
und die Anwaltssozietät Binz und Partner
durchgeführt haben. Externe Nachfolger,
so die Befragten, hätten häufig die größe­
ren Erfolgschancen. Viele beschreiben eine
externe Lösung sogar als näherliegende
Option: „Die Wahrscheinlichkeit, am Markt
bessere Manager zu finden als in der Fami­
lie, ist groß“, sagt etwa Klaus Bukenberger,
Vorsitzender des Aufsichtsrats bei der Sick
AG, der für die Studie befragt wurde.
FAMILIENUNTERNEHMEN
Externe Manager für
Nachfolge bevorzugt
Der Anteil inklusiver Schulklas­
sen ist, seit Deutschland sich
vor fünf Jahren verpflichtet hat,
Inklusion im Bildungswesen
umzusetzen, auf 25 Prozent
gestiegen. Das hat eine Studie
im Auftrag der Bertelsmann­
stiftung aus dem vergangenen
Jahr ergeben. Eine neue Befra­
gung der Stiftung unter mehr
als 1.000 Ausbildungsbetrieben
zeigt nun, dass die Erfolgsge­
schichte aus den Schulen in
den Unternehmen noch nicht
weitergeschrieben wird: Denn
von den jährlich rund 50.000
Schulabgängern mit sonder­
pädagogischem Förderbedarf
finden bisher nur etwa 3.500
einen betrieblichen Ausbil­
dungsplatz; und nur jedes
vierte ausbildungsberechtigte
Unternehmen hat in den ver­
gangenen fünf Jahren Erfah­
rungen mit Jugendlichen mit
Behinderung gemacht.
BERUFSAUSBILDUNG
Inklusion in der Ausbildung ist noch die Ausnahme
Dabei sprechen die Studien­
ergebnisse dafür, dass die
Unternehmen Auszubildenden
mit Behinderung eine Chance
geben sollten. Denn von den
Unternehmen, die bereits
Erfahrungen mit Inklusion
in der Ausbildung gemacht
haben, bewertet die Hälfte ihre
Geordnete Familienverhältnisse
sind wichtig für die Karriere:
Dieser Aussage stimmt ein
Großteil der jungen Vorstände
in deutschen Unternehmen zu.
Die meisten von ihnen leben
auch nach diesem Credo: 83
Prozent sind verheiratet und elf
Prozent leben in einer Partner-
schaft. Das sind einige Ergeb-
nisse von Interviews, die der
Managementberater Kienbaum
zusammen mit dem Handels­
unternehmen Haniel mit 76
Vorständen geführt hat, die vor
ihrem 45. Lebensjahr die erste
WORK-LIFE-BALANCE
Nur wenige jüngere Topmanager
beklagen mangelnde Freizeit
Entscheidung für Jugendliche
mit Behinderung und den Aus­
bildungsverlauf überwiegend
positiv.
Um mehr behinderten Jugend­
lichen einen inklusiven Aus­
bildungsplatz zu ermöglichen,
sehen die Autoren zwei Hebel:
Zum einen müssten die Unter­
Ausgeschlossen.
Der Zugang zu
einer regulären
betrieblichen Aus-
bildung wird den
meisten behinder-
ten Jugendlichen
bisher verwehrt.
nehmen besser über Unterstüt­
zungsangebote wie Zuschüsse
zur Ausbildungsvergütung und
Kostenübernahme für die not­
wendige Umgestaltung eines
Ausbildungsplatzes informiert
werden. Zum anderen fordern
die Autoren eine Flexibilisie­
rung des Ausbildungssystems.
Führungsebene erreicht haben.
Dass den Befragten jedoch
nicht viel Zeit für ein geregeltes
Familienleben bleibt, lassen
die Ergebnisse ebenfalls erah-
nen: Die „Young CXOs“ arbei-
ten durchschnittlich 60 Stun-
den pro Woche, oft auch am
Wochenende, und reisen viel.
Offenbar empfinden die meis­
ten jungen CXOs die fehlende
Freizeit allerdings nicht als
belastend, denn nur 30 Prozent
der Befragten beklagen sich in
der Studie über ihre Work-Life-
Balance.