07/08_2013
wirtschaft + weiterbildung
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Die Schwäbisch Hall-Mitarbeiter werden
künftig häufiger ihre (Denk- und) Verhal-
tensmuster überdenken und neue Pro-
blemlösungen sowie Handlungsroutinen
entwickeln müssen. Das setzt bei ihnen
solche Fähigkeiten wie die zur Reflexion
des eigenen Verhaltens sowie zur Selbst-
steuerung voraus. Diese Skills gilt es in
der Ausbildung stärker zu entwickeln.
Das deutsche Bildungssystem wurde in
den vergangenen Jahren stark reformiert
und ausdifferenziert. Deshalb unterschei-
den sich heute die Kompetenzprofile der
(Hoch-)Schulabgänger stärker als frü-
her. Auch ihre sozialen und kulturellen
Hintergründe sind heterogener, weshalb
auch die Lerntypen und -geschwindigkei-
ten stärker divergieren. Nicht zuletzt auf-
grund des Wertewandels muss ein Aus-
bildungskonzept, das die jungen Männer
und Frauen optimal auf das Berufsleben
vorbereiten soll, sich stärker am Einzel-
nen orientieren.
Zeitgemäße Anforderungen
Vor diesem Hintergrund startete Schwä-
bisch Hall Anfang 2011 ein Projekt mit
dem Ziel, das bestehende Ausbildungs-
konzept zu reformieren – und zwar so,
dass es den genannten veränderten Rah-
menbedingungen und den strategischen
Zielen von Schwäbisch Hall entspricht.
Für das neue Ausbildungskonzept wur-
den als grundsätzliche Anforderungen
formuliert:
• Die Ausbildung soll einen wichtigen
Wertschöpfungsbeitrag zum künftigen
Unternehmenserfolg leisten.
• Die Ausbildung soll geschäftsprozess
orientiert erfolgen und die Lernchancen
der realen Arbeitsabläufe konsequent
nutzen.
• Das Erreichen der Lernziele und der
Eignungsprofile für die verschiedenen
Ausbildungsberufe soll unter anderem
dadurch sichergestellt werden, dass
die Auszubildenden ihren Lernprozess
aktiv mitgestalten und eigenverant-
wortlich steuern.
• Die Auszubildenden werden hierbei
von ihren Ausbildern im Sinne einer
Lernprozessbegleitung fortwährend
unterstützt.
• Neben der fachlichen soll die persön-
liche, methodische und soziale Kom-
petenz der Auszubildenden entwickelt
werden.
• Die ganzheitliche Kompetenzentwick-
lung soll für eine optimale Vorbereitung
auf den Eintritt in die Arbeitswelt sor-
gen.
• Mit der Ausbildung wird die Basis für
ein erfolgreiches Berufsleben gelegt, in
dem das lebenslange Lernen als selbst-
verständlich erachtet wird. Dadurch
wird ebenso die Beschäftigungsfähig-
keit der Mitarbeiter langfristig gesi-
chert.
Neues Ausbildungskonzept
implementiert
Ausgehend von diesen Zielen wurden
Teilprojekte im Unternehmen ins Leben
gerufen, in denen das neue Ausbildungs-
konzept sowie die hierfür erforderlichen
Instrumente und Qualifizierungsmaßnah-
men beispielsweise für die Ausbilder ent-
worfen wurden. In weiteren Teilprojekten
wurde die für die Einführung des neuen
Konzepts erforderliche (informationstech-
nische) Infrastruktur geschaffen und ein
Fahrplan für die Einführung des neuen
Konzepts entwickelt.
Nachdem das neue Konzept mit dem Vor-
stand und Betriebsrat abgestimmt war,
Ausbildung.
Die Azubis bei
Schwäbisch Hall sollen vor allem
lernen, eigeninitiativ zu handeln.