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09_2013
wirtschaft + weiterbildung
63
„Zukunft leben: Die demo-
grafische Chance“ sieht im
demografischen Wandel keine
Bedrohung, sondern zeigt po-
sitive Entwicklungsmöglich-
keiten auf: etwa, dass mehr in
die größer werdende Gruppe
Älterer investiert wird. An-
lass ist die Wanderausstellung
„Zukunft leben“ zum Wis-
senschaftsjahr 2013, die seit
Februar durch Deutschland
tourt. Doch die Publikation ist
mehr als Begleitbuch zur Aus-
stellung: Hier dokumentieren
Wissenschaftler und Praktiker
Facetten des demografischen
Wandels, zum Beispiel, wie
sich die Familie in den vergan-
genen hundert Jahren entwi-
ckelt hat, die Probleme zeitge-
nössischer Patchworkfamilien
und wie Weisheit entsteht.
Die Autoren geben einen Aus-
blick, wie künftige Lebens-
formen aussehen könnten:
vom Beispiel des Künstleral-
tenheims mit Generationen-
austausch über Architektur
für Seniorenheime bis hin zur
Wohnungseinrichtung für De-
menzkranke. Eindrucksvoll
sind die Darstellungsformen
wie Berichte, Statistiken,
Comics, Interviews, Perfor-
mances und Bilder.
Demografischer Wandel als Chance
Karl Ulrich Mayer (Hrsg.):
Zukunft leben: Die
demografische Chance,
Nicolai Verlag, Berlin 2013,
160 Seiten, 19,95 Euro
Wie finden Unternehmer und
Führungskräfte Strategien
und setzen diese um? Probst
und Wiedemann beantwor-
ten diese Frage in fünf Ka-
piteln, die den fünf Phasen
einer systemorientierten Stra-
tegiemethodik entsprechen:
strategische Ausgangslage,
Komplexität der Strategiesitu-
ation, Strategieentwicklung,
Strategieumsetzung, Strategie-
kontrolle und Review. Dabei
können die Strategieverant-
wortlichen viel von der Praxis
lernen, denn der Leitfaden
zeigt detaillierte Fallbeispiele
aus Unternehmen. Die einzel-
nen Teile sind gut strukturiert
und übersichtlich gestaltet.
Zahlreiche Grafiken unterstüt-
zen den Text, Infokästen erklä-
ren den Hintergrund und ein
Kurzcheck am Ende jedes Ka-
pitels hilft zu überprüfen, ob
bei der eigenen strategischen
Initiative alles bedacht wurde.
Die Tipps sind sehr praxisori-
entiert, zum Beispiel: Welcher
Diagrammtyp ist für welche
Information beim Change Ma-
nagement zu empfehlen, und
wie kann ein Steckbrief für
strategische Initiativen ausse-
hen? Im Gegensatz dazu steht
die Sprache des Buchs, die
sehr wissenschaftlich daher-
kommt.
Strategie aus der Praxis für die Praxis
Gilbert Probst/ Christian
Wiedemann:
Strategie-Leitfaden für die
Praxis, Springer Gabler
Verlag, Wiesbaden 2013,
134 Seiten, 22,99 Euro
Hartmut Walz präsentiert au-
genzwinkernd 50 Entschei-
dungsfehler: Wer wissen will,
wie er das Phänomen des
langen Endes, den Fluch des
Siegers und die Salamitaktik
vermeiden und sich beim Ver-
handeln eines angemessenen
Preises den Picasso-Effekt zu-
nutze machen kann, ist hier
richtig. Der Autor illustriert
jeden Entscheidungsfehler
mit einer witzigen Anekdote.
Anschließend überträgt er das
Phänomen auf die Unterneh-
mensrealität, indem er an-
spruchsvolle Beispiele aus der
Wirtschaft diskutiert. Ein Text-
kasten zeigt die Theorie hinter
jedem Entscheidungsfehler.
Das Wiedererkennungssym-
bol ist eine Nuss, die am Ende
jedes Kapitels geknackt wird:
Dort verrät Walz „Erkennt-
nisse, Tipps und Tricks“ zur
Problemlösung. Die Kategorie
„Bedenkenswert“ stellt Zitate
und Sprichwörter zum Thema
vor, und die Illustrationen zu
den Anekdoten lockern den
Text optisch auf. Wer sich
nach der Lektüre weiter mit
den Phänomenen hinter den
Fehlern beschäftigen möchte,
kann sich durch die Literatur-
hinweise am Ende jedes Kapi-
tels inspirieren lassen.
Aus unserem Verlagsprogramm
Hartmut Walz:
Einfach genial entscheiden,
Haufe Verlag, Freiburg 2013,
224 Seiten, 19,95 Euro