training und coaching
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wirtschaft + weiterbildung
09_2013
Die größte Leistung von Alexander Chris-
tiani, geboren 1958 in Essen, besteht
wohl darin, dass er sich zu Beginn seiner
Karriere vor rund 20 Jahren ferngehalten
hat von den Positiver-Denken-Gurus, die
damals mit Feuerlauf und Tsjakkaa-Ge-
schrei die Kongresshallen füllten. Seine
„amerikanische“ Art, mit ordentlich
Druck in der Stimme, viel Körpersprache
und emotionalen Geschichten die Zuhö-
rer zu fesseln, hätte ihn bestimmt schnell
zum Mittelpunkt des Motivationszirkus
gemacht.
Christiani entschied sich aber von Anfang
an für die ernsthafte Seite des Trainings-
geschäfts. Seinen dynamischen, stakkato
artigen Vortragsstil hat er trotzdem nie
abgelegt, sondern zu seinem Markenzei-
chen ausgebaut. Er ist einer der wenigen
deutschen Trainer, der auf Verbands
tagungen oder bei großen Salesmeetings
Hunderte von Menschen mit Vorträgen
wie „Erfolgsstrategien im XY-Verkauf“
bestens unterhalten kann. Sein Trick: Er
setzt alles daran, die Gemeinsamkeiten
mit seinem Publikum herauszustreichen.
Egal ob er vor Verkäufern, Verkaufsleitern
oder Firmenchefs spricht – die Botschaft:
„Ich bin einer von Euch“. Sätze beginnen
oft mit „Wenn Sie und ich vor der Auf-
gabe stehen, werden wir …“. Die emoti-
onale Nähe wird zusätzlich dadurch her-
beigezwungen, dass alle Botschaften in
Geschichten verpackt werden, mit denen
sich jeder Zuhörer leicht identifizieren
Vom Verkaufstrainer zum
Organisationsentwickler
Jubiläum.
Alexander Christiani, Bad Münstereifel, dessen Trainingsinstitut in diesem
Jahr sein 25-jähriges Gründungsjubiläum feiert, begann als Trainer für Verkaufsrhetorik.
Seine Entwicklung hin zur Organisationsentwicklung im Vertrieb ist beispielhaft für die
Geschichte des Verkaufstrainings in Deutschland.
Einsatz.
Trotz Schulterverletzung gab
Christiani auf dem „Deutschen Vertriebs-
und Verkaufsleiterkongress 2013“ Vollgas.
Foto: Porath