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09_2013
wirtschaft + weiterbildung
47
Qualifizierung und Weiterbildung für
die Unternehmen immer bedeutsamer
werden. Die Mitglieder des Wuppertaler
Kreises sehen sich als erstklassigen Part-
ner der Wirtschaft, wenn es darum geht,
den Fachkräftemangel zu bekämpfen.
„Wir bieten Dienstleistungen sowohl zur
Qualifizierung und Bindung der eigenen
Beschäftigten als auch zur Vorbereitung
und Integration neuer Zielgruppen in den
Arbeitsmarkt“, so Löwe.
Im Vordergrund steht zurzeit die Bindung
und Qualifizierung der eigenen Mitarbei-
ter, um Fach- und Führungspositionen
jederzeit mit qualifiziertem Personal be-
setzen zu können. Darüber hinaus geht
es aber auch heute darum, die Potenzi-
ale des Arbeitsmarkts zu erschließen
und zum Beispiel Frauen nach einer
Familienphase, Langzeitarbeitslose und
Studienabbrecher zu fördern und in die
Arbeitswelt zu integrieren. In manchen
Branchen spielen laut Löwe auch das An-
werben von Fachkräften im Ausland und
entsprechende Anpassungsqualifikatio-
nen eine steigende Rolle.
Zertifikate und Zertifizierungs-
instrumente
Ein Ergebnis des internationalen Wett-
bewerbs ist, dass die Arbeitsbiografie
vieler Individuen durch eine hohe Mo-
bilität und Flexibilität gekennzeichnet
ist. Um vor diesem Hintergrund die Be-
schäftigungsfähigkeit zu sichern, ist die
Zertifizierung von erworbenen Qualifi-
kationen ein probates Mittel. Auch die
Bologna-Reformen an den Hochschulen
und die Entwicklung eines Europäischen
Qualifikationsrahmens unterstreichen
die Bedeutung von Zertifikaten – von der
Erstausbildung bis hin zur beruflichen
Weiterbildung.
Die Weiterbildungseinrichtungen des
Wuppertaler Kreises sind in diesem Be-
reich sehr aktiv und bieten die Möglich-
keit zur Zertifizierung von in Seminaren
erworbenen Qualifikationen an. Zukünf-
tig wird dabei aus Sicht der Institute vor
allem das Angebot von akkreditierten
Lehr- und Studiengängen eine Rolle spie-
len, ebenso die Einordnung von Quali-
fizierungsleistungen in den Deutschen
Qualifikationsrahmen (DQR).
Martin Pichler
Welche Entwicklung erwarten Sie für die folgenden Formate in
den kommenden fünf Jahren?
nimmt zu stabil
nimmt ab
Firmeninterne und maßgeschneiderte Seminarveranstaltungen
79%
8%
8%
Begleitung von Veränderungsprozessen
79%
8%
8%
Vermittlung und Durchführung von Coachings
57% 24% 11%
Teamentwicklungsmaßnahmen
38% 43% 14%
Lernen am Arbeitsplatz
38% 43% 14%
Moderation (Klausurtagungen)
30% 51% 14%
E-Learning
30% 51% 14%
„offene“ Seminare
24% 57% 16%
„offene“ Fachtagungen
24% 57% 16%
firmeninterne Großveranstaltungen
22% 38% 35%
Erwartun-
gen für
2013
Erwartun-
gen für
2013
Erwartun-
gen für
2013
Erwartun-
gen für
2014
Erwartun-
gen für
2014
Erwartun-
gen für
2014
Wie entwickelt sich der
Wettbewerb?
weniger gleich-
bleibend
mehr
weniger gleich-
bleibend
mehr
Neue Mitbewerber wie
(größere) Trainingsinstitute
3% 72% 25%
3% 77% 20%
Neue staatliche Mitbewerber
(wie Hochschulen)
3% 44% 53%
3% 47% 50%
Unternehmen als neue
Mitbewerber (wie Corporate
Universities)
8% 59% 33%
6% 55% 39%
Neue Ein-Mann-Mitbewerber
wie Einzeltrainer
8% 50% 42% 12% 44% 44%
Bedeutung zertifizierter Abschlüsse
Wie schätzen Sie die Bedeutung in den nächsten
fünf (!) Jahren ein?
Wird wichtiger Bleibt gleich Wird unwichtig
Akkreditierung von Studiengängen
(Master/Bachelor)
51%
35%
14%
Bemessung von Bildungsleistungen mit Credit
Points (ECTS)
49%
38%
14%
Anpassungsmaßnahmen für die Anerkennung
von im Ausland erworbenen Berufs-
qualifizierungen (BQFG)
46%
30%
24%
Institutseigene Zertifikate
38%
49%
8%
Einordnung in die Stufen des Deutschen
Qualifikationsrahmens (DQR)
38%
38%
19%
Bedeutung unterschiedlicher Bildungsformate
Trend: Mehr Wettbewerber erwartet
Bedeutung zertifizierter Abschlüsse steigt
Tabelle 2.
Erwartet werden in den nächsten fünf (!) Jahren
Wachstumsimpulse vor allem von firmeninternen Maßnahmen.
Tabelle 3.
Niedrige Markteintrittsschranken führen dazu, dass
ständig neue Bildungsanbieter auf den Markt kommen.
Tabelle 4.
Die Bedeutung von Zertifikaten als Nachweis der
Be­schäf­ti­gungs­fä­hig­keit steigt. Das gilt auch für berufliche Bildung.