02_2013
wirtschaft + weiterbildung
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Das Einzigartige an diesem
Sammelband ist, dass das
Coaching-Programm der Uni
St. Gallen von den zuständi-
gen Professoren (Eberle, Trost,
Meynhardt, Euler) ausführlich
und auch kritisch beschrieben
wird. Spannend zu sehen,
dass sich Studenten auch auf
Coaching-Ziele festlegen und
dass diese nicht nur „Karri-
ere“, sondern auch „Engage-
ment für das Gemeinwohl“
heißen.
Den Herausgebern ist es au-
ßerdem gelungen, Coaching-
Berühmtheiten als Autoren
zu verpflichten: Gerhard
Fatzer (Coaching und Orga-
nisationsentwicklung), Peter
Szabo (Kurzzeit-Coaching),
Lutz von Rosenstiel (Work-
Life-Balance), Wolfgang Looss
(Top-Management-Coaching),
Sonja Sackmann (Coaching in
OE-Prozessen) gehören bei-
spielsweise dazu. Dieses Buch
beschreibt in seinem Schluss-
kapitel auch noch ein paar In-
novationen wie wissenschaft-
lich abgesicherte Verfahren
der Eingangsdiagnostik, die
vor einem Coaching zum Zuge
kommen, und der Evaluation
von Coaching-Maßnahmen.
Coaching-Sammelband mit Looss und Fatzer
Thomas S. Eberle, Sascha
Spoun (Herausgeber):
Durch Coaching Führungs-
qualitäten entwickeln.
Versus Verlag, Zürich 2012,
350 Seiten, 56 Euro
Auch kleine Selbstständige
und Privatleute brauchen ein
Businessmodell, um der um-
sichgreifenden Unsicherheit
zu trotzen. Die Autoren emp-
fehlen das mit Nachdruck
und übertragen den „Strate-
gieprozess“ der Unternehmen
auf die persönliche Entwick-
lung. Herausgekommen ist
ein eingängiger, optisch gut
umgesetzter Businessmodell-
Baukasten, der aus neun
„Bausteinen“ besteht (die in
Frageform daherkommen):
1.Wer hilft Ihnen weiter?
2.Was tun Sie?
3.Wer sind Sie und welche
Ressourcen haben Sie?
4.Welchen Beitrag können
und wollen Sie leisten?
5.Mit wem stehen Sie in Be-
ziehung oder mit wem wollen
Sie in Beziehung stehen?
6.Woher kennt man Sie und
wie wollen Sie „liefern“?
7.Wem helfen Sie? Kunden?
8.Was geben Sie, was sind die
Kosten?
9.Was bekommen Sie, wie
sieht die Ertragsseite aus? Trai-
ner können mit diesem Buch
ihr eigenes Businessmodell
erweitern und in Coachings
oder Seminaren anderen gut
helfen, ein Geschäftsmodell
zu entwickeln.
Geschäftsmodelle sollen zukunftssicher machen
Tim Clark, Alexander Oster-
walder, Yves Pigneur:
Business Model You: Dein
Leben – Deine Karriere –
Dein Spiel, Campus Verlag,
Frankfurt am Main 2012,
256 Seiten, 24,99 Euro
Wenn jemand rund 15 psy-
chologische Ansätze von der
Gestalttherapie bis zum NLP
prägnant beschreibt, sollte
man sich dieses Nachschla-
gewerk ruhig in den Bücher-
schrank stellen. Brauchen
kann man so etwas immer
und das Internet bietet noch
kein ähnlich spezialisiertes,
unabhängiges Wissensportal.
Der Autor (Coach und Partner
bei „Leadership Choices“) er-
klärt außerdem übersichtlich,
wie sich die heutigen Coa-
ching-Modelle aus den Wur-
zeln der verschiedenen Denk-
schulen der Psychotherapie
entwickelt haben und welche
zukünftigen Entwicklungen
zu erwarten sind.
Und was keiner glaubt, der
es nicht selbst gesehen hat:
Drath porträtiert nach einem
übersichtlichen Raster 120
der wichtigsten Wissenschaft-
ler, Psychotherapeuten und
derzeit aktiven Coachs (zum
Beispiel Uwe Böning, Wolf-
gang Looss, Bernd Schmied,
Gunther Schmidt, Schulz von
Thun, Fritz B. Simon) und lis
tet auf, bei wem diese Promis
der Szene gelernt und wen sie
beeinflusst haben.
120 Coaching-Pioniere zum Kennenlernen
Karsten Drath:
Coaching und seine Wurzeln:
Erfolgreiche Interventionen
und ihre Ursprünge.
Haufe-Lexware, Freiburg
2012, 589 Seiten, 59 Euro