02_2013
wirtschaft + weiterbildung
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der der Teilnehmer nun wieder als Füh
rungskraft die neuen Ideen ausprobiert
und über den Schauspieler als Mitarbei
ter erlebt, womit er sein Ziel erreichen
kann. Ein Videobeispiel für die Arbeit mit
7 Fokussierte Auswertung
Rückmeldungen nach Rollenspielen sind
oft sehr umfassend. „Sagt mir alles, was
Euch aufgefallen ist“, wünschen sich
viele Teilnehmer von ihren Mitstreitern.
Was dann folgt ist aber nur die subjektive
Kommentierung des Geschehens aus den
verschiedenen Blickwinkeln der anderen
Teilnehmer. Irritierende Rückmeldungen
können schmerzhafte oder zumindest un
angenehme Gefühle zurücklassen. Sinn
voll sind dagegen Fragen wie:
• „Mit welchem Vorgehen ist es Michael
Eurer Meinung nach gelungen, gut auf
dem Weg zu seinem Ziel zu sein?“
• „Welches Verhalten war Eurer Meinung
nach nicht zielführend?“
• „Was genau könnte Michael stattdes
sen tun?“
Diese Auswertung drückt aus, dass nicht
über richtiges oder falsches Vorgehen ge
sprochen wird, sondern darüber, was in
dieser Situation zum Ziel führen kann.
Dadurch müssen Feedbackregeln oft gar
nicht mehr explizit eingeführt werden,
die Fragen lenken die Sprache ihrer Teil
nehmer automatisch zu Ich-Formulie
Trainer-Kongress-Berlin: Neue Rollenspiele kennenlernen
Das Besondere am Trainer-Kongress-Berlin ist, dass am
zweiten Tag das Programm des ersten Tags identisch wie-
derholt wird. Da immer acht bis zehn Workshops parallel
laufen, kommen viele Teilnehmer an beiden Tagen, um
nichts zu verpassen. Das Konzept hat sich bewährt: Im
Jahr 2012 kamen 310 Besucher zu diesem Event
diesem Jahr bietet das Pro-
gramm rund 30 Workshops. Darunter sind Themen wie:
·
„Mit Rollen spielen“.
Es werden ausgewählte, erprobte
Rollenspiele vorgestellt, die die Teilnehmenden begei-
stern. (Referentin: Sabine Heß).
·
„Impro-Theater für Trainer“.
Seminarleiter füllen ihren
Train-the-Trainer.
Der „Trainer-Kongress-Berlin“, der in diesem Jahr am 15. und 16. März
stattfindet, ist eine Veranstaltung für Weiterbildungsprofessionals, die ihre Methodenkompetenz
erweitern wollen, und wird vom Gert Schilling Verlag in Berlin auf die Beine gestellt.
Methodenkoffer mit spaß- und erkenntnisreichen Metho-
den des Improvisations-Theaters: Ja sagen, Spaß haben,
schöner stolpern (Referenten: Urban Luig, Sabine Heß).
·
„Pimp my Training“.
Oft fehlt das gewisse Etwas. So ent-
wickeln Trainer innovative Trainingsformate, um ihre Trai-
nings zu tunen (Referent: Albrecht Kresse).
·
„Live Coaching mit Seminarschauspielern“.
Eigenes Ver-
halten wird vom Seminarschauspieler gespiegelt – ein
neues Coaching-Konzept live „on stage“ (Referenten:
Wilma Pokorny-van Lochem und Andreas Dilschneider).
·
„Schwarzer Gürtel für Trainer“.
Nicht alle Seminare gelin-
gen richtig gut. In diesem Workshop werden neue Wege
gezeigt zu innerer und äußerer Souveränität in und
nach schwierigen Seminarsituationen (Referent: Jürgen
Schulze-Seeger).
·
„Damit mehr bleibt als 7 Prozent“.
Aktivierende Methoden
zur Transfersicherung. Der Werkzeugkasten eines Trai-
ners wird um transfersichernde Methoden und Techniken
erweitert (Referentin: Dr. Bettina Ritter-Mamczek).
·
„Methoden für Introvertierte“.
Wie Trainer mit Schreibden-
ken und anderen Methoden inspirieren und stille Teilneh-
mer fördern (Referentin: Ulrike Scheuermann).
·
„Zaubern für Trainer“.
Einführung in die Welt der didak-
tischen-Zauberkunst, nützlich bei der Ausgestaltung von
Seminaren, Präsentationen, Coachings und Workshops
(Referenten: Kolja Kaldun und Gert Schilling).
rungen und dazu, die Person von ihrem
Verhalten zu trennen. Sollte sich dennoch
eine andere Ausdrucksweise einschlei
chen, lässt sich diese leicht für den Feed
backnehmer „übersetzen“.
Für professionelle Trainer ist es eine Lei
denschaft, andere zum Lernen zu ver
führen, sie genussvoll neues Wissen und
Denken entdecken zu lassen und den
eigenen Antrieb zum Verändern zu we
cken. Rollenspiele sollten wegen ihrer Ef
fektivität einfach dazugehören, wenn Se
minarteilnehmer angeleitet werden, sich
weiterzuentwickeln. Trainer sollten keine
Mühe scheuen, den eleganten Einsatz
von Rollenspielen zu erlernen und stän
dig zielgruppenorientiert zu optimieren.
Sabine Heß
Gert Schilling
eröffnet im Jahr
2010 den Trainer-
Kongress-Berlin.