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Kongresseröffnung
durch Siegfried
Rapp (am Red-
nerpult) am 16.
November in Lud-
wigsburg im Forum
am Schlosspark.
Rudi Ballreich:
Wirtschaftsme-
diatoren brauchen OE-Wissen.
Siegfried Rapp:
Mediation ist
ein Quantensprung.
Anita v. Hertel:
Mediation wird
immer selbstverständlicher.
gressorganisationsgesellschaft, in Form
einer strukturierten Kongressevaluation
eingesammelt. „Nichts ist mächtiger als
eine Idee, deren Zeit gekommen ist“,
bekam er immer wieder zu hören.
Am bemerkenswertesten war für ihn
die Erkenntnis, dass eine beachtliche
Gruppe der Besucher gar keine Media-
toren waren, sondern aus dem Umfeld
der Mediation kamen. Damit sind zum
Beispiel Personalchefs, Personalentwick-
ler oder Betriebspsychologen gemeint,
die für den Einkauf von Mediatoren zur
innerbetrieblichen Konfliktlösung zu-
ständig sind. Deren Anwesenheit zeigt
laut Rapp den Willen der Wirtschaft,
sich bei diesem Thema zu professionali-
sieren, weil sie den finanziellen Nutzen
einer Versöhnung klar erkannt haben.
„Das neue Mediationsgesetz, mit all sei-
nen Stärken und Schwächen, wird die
außergerichtliche Konfliktbeilegung för-
dern und damit der Mediationslandschaft
in Deutschland weiteren Schwung und
Akzeptanz verschaffen“, ist deshalb auch
Rapp überzeugt. Der Titel des Kongresses
„Mediation - Konfliktkultur gemeinsam
gestalten“ sollte hierfür „Ansporn und
Zielvorgabe“ für alle Mediatoren sein.
Die Zeit sei auch reif für ein Zusammen-
rücken der Mediations-Akteure. Deshalb
sei es auch sehr erfreulich, dass sich die
Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Fami-
lien-Mediation (BAFM), der Bundesver-
band Mediation (BM) und der Bundes-
verband Mediation in Wirtschaft und Ar-
beitswelt (BMWA), die drei sogenannten
„B“-Verbände, auf diesen gemeinsamen
Kongress geeinigt hätten.
Dass inhaltlich große Unterschiede zwi-
schen den einzelnen Mediationsbe-
reichen festzustellen seien und dass die
Wirtschaftsmediation etwas ganz Beson-
deres sei, darauf macht Rudi Ballreich
aufmerksam. Der Organisationsberater
und Wirtschaftsmediator ist zusammen
mit Friedrich Glasl Mitbegründer der Tri-
gon Entwicklungsberatung und des Con-
cadora Verlags, der auf Konfliktmanage-
ment und Mediation spezialisiert ist.
Konflikte weisen auf Mängel in
Organisationen hin
„Einen Mediator mit bloßer Grundaus-
bildung kann man nicht überall hinschi-
cken“, warnt Ballreich. „Um in Unterneh-
men zu arbeiten, bedarf es eines umfang-
reichen, differenzierten Verständnisses,
wie Organisationen funktionieren. Was
als persönlicher Konflikt zwischen zwei
Abteilungsleitern auffällig wird, kann oft
nur durch Änderung der Arbeitsprozesse
oder durch eine Klärung der Zuständig-
keiten gelöst werden.“ Außerdem müsse
sich ein Mediator in unterschiedlichen
Unternehmenskulturen bewegen können.
Foto: Patric Otto
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