Seite 23 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_02

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02_2013
wirtschaft + weiterbildung
23
Wie wurde diese Offenheit erreicht?
Zantl:
Erreicht wurde das nach meiner
Beobachtung, indem im Workshop Kon-
ventionen aufgebrochen wurden, denen
wir normalerweise ausgesetzt sind. Die-
ses für einige geradezu exotische Semi-
narsetting und die Ansprache unserer
Emotionen durch Gruppen- und Team-
Übungen haben wir gebraucht, um uns
von den Fesseln eingefahrenen Denkens
zu befreien. Das hat ziemlich schnell zu
Ergebnissen geführt: Bereits am Ende des
ersten Workshops haben wir alle einen
vertrauen, selber verstanden zu werden.
Wir haben das später den Geist von Hei-
ligenberg genannt, weil unser Workshop
im Kurort Heiligenberg in der Nähe des
Bodensees stattfand. Als wir dann die
nächste Klausursitzung gemacht haben,
haben wir alle erwartet, dass dieses un-
glaubliche Erlebnis wiederkommt. Aber
alles verlief weniger spektakulär, weil
diese Offenheit schon da war und nicht
noch weiter gesteigert werden konnte.
Und im Alltag hat sich das kooperative
Klima bewährt?
Zantl:
Wir sind alle mit Tatendrang aus
dem ersten Workshop herausgegangen.
Bemerkenswert ist, dass wir gleich einen
Monat nach dem ersten Workshop eine
Krise im Geiste von Heiligenberg bewäl-
tigten. Ich bekam damals die Katastro-
phenmeldung, dass wegen Krankheit
und Urlaub die Dienste der nächsten
Woche nicht zu besetzen seien. Ich habe
eine Notfallsitzung einberufen. Die Füh-
rungskräfte haben sich zusammen mit
allen Betroffenen (Assis­tenzärzte und
Oberärzte der betroffenen und benach-
barter Abteilungen, Personalabteilung,
Geschäftsführung, ärztliches Direkto-
rium und Chefärzte) in einen offenen
Stuhlkreis gesetzt und eine Problemlö-
sungsmethode angewandt, die wir kurz
zuvor im Workshop erlernt hatten. Wir
sind dann zu einer Lösung gekommen.
Das war ein richtiges Aha-Erlebnis für
die Mitarbeiter, die unser Engagement
für eine gemeinsame Lösung als völlig
unerwartet bezeichneten. Früher gab es
nur das Abteilungsdenken, jetzt lautete
die Frage: Wie helfe ich dem gesamten
Krankenhaus? Es gab eine neue Lust am
eigenverantwortlichen Gestalten.
Was würden Sie anderen Organisationen
an Vorsichtsmaßnahmen raten, damit
Konflikte nicht eskalieren?
Zantl:
Konflikte sind Chefsache! Die Füh-
rungsspitze muss es rechtzeitig merken,
wenn Maßnahmen nicht umgesetzt wer-
den, wenn es Themen gibt, über die man
sich in der Belegschaft nicht zu reden
traut oder wenn sich eine erwartete Sy-
nergie nicht einstellt. Es hilft dann nur,
sich auf die Suche nach den dahinter lie-
genden Problemen zu machen.
Interview: Martin Pichler
Foto: Pichler
gemeinsamen Brief an unsere Mitarbeiter
geschrieben, dass jetzt eine neue Unter-
nehmenskultur gestartet wurde.
Das war bestimmt etwas voreilig …
Zantl:
Nein, denn wir haben sehr über-
zeugend gespürt, dass es möglich ist,
offen und fair eine Situation zu bespre-
chen, ohne dass gleich alles einseitig be-
wertet wird und man sich mit unfairen
Sticheleien wehtut. Die Botschaft des
ersten Workshops lautete nach meiner
Einschätzung: Man kann es lernen, den
anderen zu verstehen und darf darauf
Herzlich willkommen!
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