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MBtech Academy Trainings:
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Technische Trainings
ZH NHHS \RX DKHDG
Training für echte Helden.
02_2013
wirtschaft + weiterbildung
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Philippika sollte zu einer verschärften
Wahrnehmung der Konflikte führen und
ihre sofortige, intensive Bearbeitung er-
möglichen. Die Botschaft an die Teilneh-
mer war: Nur schonungslose, ehrliche Of-
fenheit und ein Ansprechen des Wesent-
lichen (zu dem auch Ängste, Kränkungen
und Schuldgefühle gehören) dienen der
Genesung des Systems. „Unsere Radika-
lität sprengte die bestehenden Fronten“,
ist sich Moser sicher. „Außerdem war
von diesem Moment an jedem Teilneh-
mer klar, dass er auf dieser Veranstaltung
nichts würde aussitzen können.“ Und in
der Tat wurde von jedem Anwesenden
ein Beitrag gefordert, damit ein friedliches
Miteinander möglich wird.
Doch bis es soweit war, sorgten die Trai-
ner mit Videoeinspielungen und mit
Gruppenübungen für Aha-Erlebnisse,
die den Wert von Offenheit und Koope-
rationsbereitschaft sowie von Empathie
und großzügiger Vergebung unter Beweis
stellten. Eines der emotionalen Highlights
in diesem Zusammenhang war ein kurzer
Ausschnitt aus dem Film: „Das Herz von
Jenin“. Dort wird die menschliche Größe
eines Arabers gezeigt, dessen Kind von Is-
raelis erschossen wurde und der trotzdem
die Transplantation der Organe an israe-
lische Kinder gestattet. „Konflikte werden
mit dem Herzen gelöst“, so Moser. Eine
Gruppen-Jonglage zeigte, dass gemein-
samer Rhythmus, Absprache und Sensi-
bilität einen ungeahnten Erfolg ermögli-
chen können.
Eine Übung aus der Spieltheorie, die
unter dem Namen „Gefangenendilemma“
bekannt ist, ließ die Ärzte eindrücklich
erleben, dass nur Wahrheit, Verlässlich-
keit, Kooperation und Transparenz den
höchstmöglichen Gewinn für alle Betei-
ligten ermöglichen. Allein schon die Auf-
teilung in vier Gruppen veranlasste die
Ärzte sofort, gegeneinander zu spielen
und gruppenegoistisch möglichst viel Ge-
winn anzustreben. Absprachen wurden
nicht eingehalten, Gewinne auf Kosten
anderer gemacht. Anhand von Zählkar-
ten hätten alle schon während des Spiels
erkennen können, dass Kooperieren den
höchstmöglichen Gewinn bedeutet.
Konflikte wurden endlich
offen angesprochen
Das magere Ergebnis dieses Koopera-
tionsspiels leitete am Nachmittag des
ersten Tages dazu über, dass die „ech-
ten“ Kooperationshemmnisse der Anwe-
senden unter die Lupe genommen wur-
den. Die beiden Trainer forderten die im
Stuhlkreis sitzenden Teilnehmer auf, vor
versammelter Mannschaft einen Konflikt
zu benennen, den sie mit einem der An-
wesenden haben. Ziel war es, die Barri-
eren der Zusammenarbeit aus dem Weg
zu räumen. Jedem Anwesenden war es
erlaubt, zusätzlich auch jene Konflikte
anzusprechen, die er zwischen zwei an-
deren glaubte beobachtet zu haben. Die
vier Mitglieder der Klinikleitung wurden
von den Trainern im Vorfeld darauf vor-
bereitet, eine Vorbildrolle zu übernehmen
und als erste zur Sprache zu bringen, was
zwischen ihnen im Argen liegt. Durch
die Brandrede der Trainer zu Beginn der
Workshops waren die offensichtlichsten
Konflikte schon beim Namen genannt
worden, sodass es für die entsprechenden
r
Für Ärzte ungewöhnlich:
Die Botschaften des Seminars wurden durch Blumen, Bälle, Ker-
zen und Delfine versinnbildlicht. Die Stoffdelfine gab es später als „Teilnehmerzertifikat“.