Seite 10 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_02

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wirtschaft + weiterbildung
02_2013
Neuer „Charisma“-Test entwickelt
Persönlichkeit
„Wie wirke ich auf andere und was an mei-
ner Person ist besonders überzeugend?“,
diese Frage stellen sich Berufstätige spä-
testens dann, wenn sie zum ersten Mal
befördert wurden und Menschen führen
müssen. Antworten auf diese Fragen ver-
sucht ein neuer „Charisma“-Test zu liefern,
der von dem Berliner Performance-Coach
Andreas Bornhäußer unter Mitwirkung der
Universität Duisburg entwickelt wurde.
Bornhäußer hat ein Interaktionsmodell
entworfen, das die Wirkung einer Person
in vier Aspekte unterteilt. Es geht um den
erstklassigen Auftritt, die Überzeugungs-
kraft, die selbstsichere Performance und
die Empathie. Diese „vier entscheidenden
Erfolgsfaktoren unserer Zeit“ werden von
Bornhäußer mit dem Diagnostikinstru-
ment S.C.I.L. gemessen. Mittels einer
Online-Analyse wird ermittelt, ob jemand
in Bezug auf seine Interaktion mit anderen
eher Beziehungsmensch (Sensus), Bewe-
gungsmensch (Corpus), Vernunftmensch
(Intellektus) oder Verständigungsmensch
(Lingua) ist. Passend zum persönlichen
Wirkungsprofil gibt es Seminare und ein
Online-Video-Coaching mit 16 Modulen.
„S.C.I.L. ergänzt alle bekannten Verhal-
Ausstrahlung,
die
überzeugt? Ein
neuer Test gibt
Tipps.
Facebook & Co.
sollen eine neue Software
mit Bewerberinfos speisen.
Persönlichkeit im Social Web erfassen
Eignungsdiagnostik
Immer mehr Unternehmen nutzen Face-
book und andere soziale Netzwerke für das
Recruiting und Employer Branding. Aller-
dings eher, um sich dort zu präsentieren,
nicht um mit den potenziellen Bewerbern
in wirklichen Kontakt und Austausch zu
treten. Das belegt eine Umfrage der Ham-
burger Social Media Agentur Atenta.
Dabei könnten Unternehmen Social Media
wesentlich besser nutzen. Ein Forscher-
team der FOM Hochschule will nun sogar
eine Software entwickeln, mit der Persona-
ler in sozialen Netzwerken schon vor einem
Bewerbungsgespräch die Kandidaten prü-
fen können. Die Software soll die Informa-
tionen eines Bewerbers in den Social Media
danach auswerten, welche Charaktereigen-
tens-, Denkstil- und Motivanalysen sowie
Persönlichkeits- oder Kompetenzerfas-
sungsmodelle, da der Fokus auf den trai-
nierbaren Wirkungsaspekten liegt“, betont
Bornhäußer. „Jeder Mensch kann sich sei-
nes eigenen Wirkungs-Repertoires bewusst
werden und dieses erweitern.“
Das Tool soll in Präsentations-, Rhetorik-
und Verkaufsschulungen unterstützend
eingesetzt werden. Es eignet sich laut
Bornhäußer aber auch für Coaching-Maß-
nahmen, Recruiting-Aktionen und Bewer-
ber-Assessments sowie Teamtrainings.
Trainern und Beratern, die ihren Klienten
mit einer neuen Diagnostik helfen wollen,
ihre Wirkung zu optimieren, wird in Ber-
lin, Köln und Frankfurt am Main eine Aus-
bildung zum „S.C.I.L.-Master“ angeboten.
Das S.C.I.L.-Konzept zur Bestimmung der
Wahrnehmungs- und Wirkungskompetenz
wurde bis heute an rund 35.000 Menschen
erprobt.
schaften sie über ihn verraten. Diese sollen
dann mit der Unternehmenskultur abge-
glichen werden. „Wer zum Beispiel viele
Angaben über sich ins Netz stellt, gilt als
extrovertiert, ein User mit wenig Facebook-
Freunden als eher eigenbrötlerisch“, erklärt
Forschungsleiter Ricardo Büttner, Professor
an der FOM Hochschule, das Prinzip. Das
solle Zeit und Geld in der Personalauswahl
sparen. Fachliche Kompetenz aus dem Web
2.0 abzuleiten, sei schon gut erforscht, so
Büttner. Aber die persönliche Passung
aus Social Media abzuleiten, sei ein noch
größtenteils offenes Feld. Das Projekt „Effi-
cient Recruiting 2.0“ wird vom Bundesmi-
nisterium für Bildung und Forschung mit
310.000 Euro gefördert und läuft bis 2015.