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11/12_2013
wirtschaft + weiterbildung
9
Kooperation.
Die Akademie für
Führungskräfte der Wirtschaft und
die Hochschule Fresenius bauen
ihre Kooperation im Bereich der
Qualifizierungsprogramme aus.
Gemeinsam haben sie das Pro-
gramm „Psychologie für Führungs-
kräfte und Personalverantwort-
liche“ der Akademie entwickelt.
Die Qualifizierung soll wirtschafts-
psychologische Erkenntnisse mit
praxiserprobter Methodik aus
der Führungs- und Management­
entwicklung verbinden.
Korrektur.
Der Präsident der
Zeppelin Universität (ZU) in Fried-
richshafen ist Professor Stephan
A. Jansen und nicht wie aus
Versehen in unserem Heft
9/2013 aufgeführt Professor Dirk
Baecker. Baecker ist Inhaber
des Lehrstuhls für Kulturtheorie
und -analyse an der ZU mit den
Schwerpunkten gesellschaftliche
Entwicklung, kulturelle Diagnose
und organisationaler Wandel.
Akademie-Eröffnung.
In Osna-
brück wurde vor Kurzem die Aka-
demie Knegendorf eröffnet, die
sich auf systemische Organisa-
tions- und Führungskräfteent-
wicklung spezialisiert hat. Sie
bietet unter anderem Seminare
an außergewöhnlichen Orten wie
Klöstern im Osnabrücker und
Oldenburger Land an. Weitere
Informationen finden Sie unter:
Auch das noch.
Laut dem
„Erwachsenen-Pisa“-Test der
OECD hat rund jeder sechste Deut-
sche Probleme damit, einfache
kurze Texte zu lesen und ihnen
Informationen zu entnehmen.
Jeder Fünfte hat sogar Probleme
mit einfachen Matheaufgaben.
Lernen können die Deutschen von
Finnen und Japanern, die in den
Tests am besten abschnitten.
Die Prüfungs- und Beratungs-
gesellschaft Ernst & Young (EY)
zeichnet jährlich herausra-
gende Unternehmer als „Entre-
preneure des Jahres“ aus. Die
diesjährige Preisverleihung
fand im September in Frankfurt
statt. Über den Titel „Entrepre-
neur des Jahres 2013“ können
Unternehmerpreis
„Entrepreneure des Jahres 2013“ ausgezeichnet
Kurz und Knapp
Zum Führen gehört, die eigenen Führungs-
kompetenzen zu reflektieren. Wie das
gelingt, erklärt der ehemalige Telekom-Per-
sonalvorstand Thomas Sattelberger.
Wie wichtig ist die Selbstreflexion für eine
Führungskraft?
Thomas Sattelberger:
Nach allen wissen-
schaftlichen Studien zum Thema Führung
ist Selbstreflexion und Selbstkritik neben
Perspektivenvielfalt, Lernfähigkeit sowie
einem gesunden Maß an Altruismus eine
von vier wichtigen Ingredienzen für gute
Führung. Wenn man zudem den Spiegel
der Mitarbeiter nutzt und so das Fremd-
mit dem Selbstbild vergleicht, ist das noch
viel besser.
Inzwischen arbeiten viele Führungskräfte
mit einem Coach oder gehen zu Trainings.
Was würden Sie Führungskräften empfeh-
len, um ihr Verhalten zu reflektieren?
Sattelberger:
Ich glaube, dass ein Coach
eher im Ausnahmefall zum Tragen kom-
men sollte. Wir wollen ja schließlich
keine Substitute zu Führung in Form von
Coaching. Was Führungstrainings angeht,
sollte man sich einmal überlegen, dass man
seit 50 Jahren Führungskräfte trainiert und
der Erfolg sich in Grenzen hält. Das hat ja
auch einen guten Grund: Sobald die Trainer
und Coachs weg sind, hat man ein Trans-
ferproblem. Die meisten fallen in die alten
Muster zurück. Die Trainer und Coachs
verdienen ihr Geld, aber die Führungswelt
wird dadurch oft nicht besser.
„Mehr Menschenverstand als Coaching nötig“
Selbstreflexion in der Führung
Was würden Sie also empfehlen, wenn nicht
Coaching und Training?
Sattelberger:
Schlussendlich geht es darum,
einen unternehmenskulturellen Kontext zu
schaffen, in dem Führende und Geführte
relativ offen und authentisch miteinander
umgehen können. Es gehört schließlich
zum gesunden Menschenverstand, dass
man das Gespräch mit den Mitarbeitern
sucht und den Menschen, nicht nur den
Rollenträger, sieht. Auf diese Weise gibt
und erhält man Feedback. Die Führungs-
kraft kann zum Beispiel nachfragen: Wie
haben Sie mich heute in dieser schwierigen
Situation erlebt? Ich finde es zunehmend
problematisch, wie in den Betrieben für
jedes Thema ein Coach herangekarrt wird,
statt die Debatte darüber zu führen, dass
Führungskräfte ganz normal als Menschen
im Umgang mit anderen agieren sollten.
Und solche einfachen Prinzipien lassen
sich auch in Führungsleitsätzen verankern.
sich die folgenden Unterneh-
mer freuen: Michael Marhofer
von IFM Electronic GmbH, Dr.
Andreas Kaufmann und Alfred
Schopf von der Leica Camera
AG, Alfred Keschtges und Kai F.
Wißler von der Invenio Group,
Ulrich Walter von der Ulrich
Walter GmbH, Peter Samuel-
sen, Thomas Köhler und Ste-
fan Grieben von der Novomind
AG und Dr. Dr. Saskia Biskup
und Dr. Dirk Biskup von der
Cegat GmbH. Ein Sonderpreis
für Familienunternehmen ging
an Anton Wolfgang Graf von
Faber-Castell von der Faber-
Castell Aktiengesellschaft.
Führung.
Thomas Sattelberger plädiert für Feedback.