Seite 55 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_11-12

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(MSCEIT) wurde von eigenen Forschern
entwickelt. Er umfasst 141 Fragen und
soll messen, wie gut eine Person Gefühle
erkennt, versteht und managt – und zwar
sowohl eigene als auch die Gefühle an-
derer. Bisher ist der Test noch freiwillig
und wird nicht bei der Zulassung berück-
sichtigt. Dass Business Schools stärker
auf die Persönlichkeit ihrer potenziellen
MBA-Studenten achten, ist lobenswert.
Schließlich ist es nicht von der Hand zu
weisen, dass sich etliche prominente und
an führenden Managerschulen ausgebil-
dete Manager durch ausgeprägten Nar-
zissmus und beschränkte Selbstreflexion
auszeichnen – bisweilen mit katastropha-
len Folgen für das Unternehmen. Ob es
jedoch sinnvoll ist, die Emotionale Intel-
ligenz von MBA-Bewerbern zu messen,
ist fraglich. Denn wie bei allen Persön-
lichkeitstests handelt es sich auch beim
MSCEIT um Selbstauskünfte, die insbe-
sondere in einer Auswahlsituation in
hohem Maße von sozialer Erwünschtheit
geprägt werden. Das macht die Ergeb-
nisse nur sehr eingeschränkt verwendbar.
An Bedeutung verlieren offenbar auch
die Referenzen. So zeigte eine Umfrage
der Association of International Gradu-
ate Admissions Consultants (AIGAC),
einer Vereinigung von Beratern für MBA-
Interessenten, dass 38 Prozent der 377
befragten potenziellen MBA-Studenten
von ihrem Referenzgeber gebeten wur-
den, ihre Referenz doch bitte selbst zu
schreiben. Während dies nur bei 26 Pro-
zent der Amerikaner der Fall war, lag der
Anteil bei internationalen Bewerbern bei
49 Prozent. Viele Schulen fordern zudem
ein persönliches Interview. An der Ross
School of Business an der University of
Michigan hält man auch das inzwischen
für überholt. Künftig sollen Bewerber für
einen MBA-Studienplatz daher Stegreif-
Aufgaben in der Gruppe lösen. Dabei
sitzen sechs Bewerber mit einem Beob-
achter um einen Tisch und erhalten zwei
zufällig ausgewählte Worte, die sie in eine
Präsentation einbauen sollen.
Stegreifübungen fragwürdig
So erhalte man ein umfassenderes Bild
darüber, wie sich ein Bewerber im Klas-
senzimmer verhalten werde, erklärte eine
Direktorin der Ross School. Der Ansatz,
Bewerber danach auszuwählen, wie gut
sie sich in Stegreif-Aufgaben schlagen, er-
scheint allerdings diagnostisch recht frag-
würdig. Da ist die Methode der Wharton
School in Philadelphia schon sinnvoller.
Hier bekommen die Bewerber vor dem
Interview eine Frage und müssen dann
– unter Beobachtung – in einer Sechser-
Gruppe in 35 Minuten zu einer Lösung
kommen. Das entspricht der klassischen
Gruppendiskussion, wie sie Unterneh-
men auch in vielen Assessment Centern
einsetzen.
Bärbel Schwertfeger
Auswahl.
MBA-Bewerber verbessern ihre Aufnahmechancen in eine berühmte
Schule, wenn sie sich spontan zu Stegreifpräsentationen melden.