Seite 48 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_11-12

Basic HTML-Version

training und coaching
„Unsere Philosophie ist es, ein Spektrum
an Bildungsangeboten für verschiedene
Zielgruppen in verschiedenen Preisseg-
menten anzubieten.“ Alle Bildungsan-
bieter von GUS seien daher in ihrem Seg-
ment gut. So sei das St.Patricks College
für manche benachteiligten Kinder eben
die richtige Wahl. Und die LSBF sei eben
mehr auf die Praxis als auf Wissenschaft
fokussiert. Daher kämen viele Dozenten
aus der Praxis.
Jede Institution arbeite eigenständig an
ihrer Weiterentwicklung, profitiere aber
von den zentralen Service-Angeboten –
vor allem dem Marketing. Ziel sei es, das
Portfolio mit innovativen Studiengängen
zu erweitern und auch die Reputation der
Gruppe zu erhöhen. Da passe die Gisma
als renommierte deutsche Business School
wunderbar. „Das ist unsere neue Perle im
Portfolio“, so van Rooijen. „Wir wollen
hoch qualifizierte Kurse anbieten mit den
besten Professoren, die wir bekommen
können.“ Die ersten neuen Programme
sollen 2014 starten. Derzeit spreche man
mit dem Ministerium und lokalen Un-
ternehmen, um deren Bedürfnisse zu
eruieren. Geplant sind neben dem MBA
auch spezialisierte Master-of-­Science-
Programme, die vor allem auch für in-
ternationale Studenten interessant sind.
Auch die Leibniz Universität in Hannover
sei weiter ein sehr wichtiger Partner.
Gerhard Schröder stand an
der Wiege der Gisma
Für die Gisma ist das zumindest erst ein-
mal eine gute Lösung. Denn die private
Hochschule hat bereits eine lange Lei-
densgeschichte hinter sich. Immer wieder
war die 1999 auf Initiative des damaligen
Ministerpräsidenten Gerhard Schröder
und des Unternehmers und ehemaligen
RWE-Chefs Jürgen Grossmann gegrün-
dete Schule in Finanznöte geraten.
Dabei hatte sich die Gisma von Anfang
an auf MBA-Studiengänge spezialisiert
und kooperierte mit der amerikanischen
Krannert School of Management an der
Purdue University. US-Professoren bestrit-
ten den Unterricht und die Absolventen
bekamen einen Abschluss der US-Schule.
Zudem bot die Gisma zusammen mit Pur-
due und zwei weiteren Business Schools
in den Niederlanden und Ungarn einen
22-monatigen Executive MBA an, das
„International Master’s in Management
Program (IMM)”.
Zeitweise gelang es der Gisma dabei, vor
allem ausländische MBA-Studenten zu
gewinnen und in den besten Jahren hatte
der Vollzeit-MBA rund 70 Studenten.
Doch immer wieder geriet die Schule zwi-
schen die Mühlen der unterschiedlichen
Interessen von Politik, Wirtschaft und
Wissenschaft. Denn finanziert wurde sie
vom Land Niedersachen, Sponsorengel-
dern aus der Wirtschaft und den Studien-
gebühren. 2011 war die Schule monate-
lang lahmgelegt, weil sich Wirtschaftsmi-
nisterium und Wirtschaft über die weitere
Förderung stritten.
Dann blockierte auch das Wissenschafts-
ministerium – seit langem im Zwist mit
dem Wirtschaftsministerium – die Beru-
fung zweier Professoren. Die wären not-
wendig gewesen, um den neuen Part-time-
MBA durchführen zu können und damit
Geld in die Kasse zu bekommen. Darauf-
hin musste die Gisma das Programm –
trotz rund 20 Teilnehmern – absagen.
Schließlich einigte man sich doch. Im
Juni 2011 wurde die Gisma ein An-Institut
der Leibniz Universität Hannover, blieb
als Business School aber eine eigenstän-
dige Einrichtung. Uni und Gisma ver-
ständigten sich auf die Grundlagen der
akademischen Zusammenarbeit. Doch
der erhoffte Aufschwung ließ auf sich
warten. Die Studentenzahlen gingen
zurück. Schließlich erschütterten auch
noch interne Querelen die Schule, die mit
dem Abgang führender Mitarbeiter und
letztlich auch mit dem Weggang der Ge-
schäftsführerin endeten.
2012 konnte die Business School ledig-
lich 24 Studenten für ihren Vollzeit-MBA
gewinnen – und damit viel zu wenig für
die laufenden Kosten. Denn 1,9 Millionen
Euro musste die Gisma jährlich an die
Purdue University bezahlen. Für 2013 sah
es dann wohl noch düsterer aus und im
Mai reichte die Schule schließlich den In-
solvenzantrag ein. Damit ist auch der bis
Mitte 2014 laufende Vertrag mit Purdue
hinfällig. Die Amerikaner dürften ihre
Forderungen nun im Insolvenzverfahren
geltend machen.
GUS-Gruppe: 20 Prozent
Wachstum im Jahr 2012
„Das Kapitel Purdue ist abgeschlossen“,
betont GUS-Chef van Rooijen. Langfris-
tig sei man aber an einem ähnlich hoch-
wertigen Partner interessiert. Auch das
IMM-Programm würde man gern wei-
terführen. Ihre Geschäftszahlen gibt die
GUS-Gruppe nicht bekannt. „Wir sind
profitabel und im vergangenen Jahr über
20 Prozent gewachsen“, behauptet der
GUS-Chef. Auch wenn die Gruppe we-
sentlich kleiner sei als der 1998 gegrün-
dete US-Bildungsanbieter Laureate Inter-
national Universities, habe sie bereits die
Größe einer respektablen Uni.
Laureate hatte vor kurzem mit seiner
Kooperation mit der finanzschwachen
Thunderbird School of Global Manage-
ment in Arizona für Aufsehen gesorgt.
Studenten und Alumni warfen der Schule
vor, ihre Marke und ihr Renommee zu
beschädigen. Langjährige Förderer und
Board-Mitglieder traten zurück. Das Ma-
nagement der Schule versicherte dage-
R
Coaching, Teamentwicklung
und Changemanagement
gleichzeitig studieren
im berufsbegleitenden Masterstudiengang
„Beratung in
der Arbeitswelt“
Für Fach- und Führungskräfte aus allen Arbeits-
feldern und Branchen. Wir bieten eine Qua-
lifizierung mit international anerkanntem Mas-
terabschluss und Promotionsberechtigung.