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11/12_2013
wirtschaft + weiterbildung
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Geschafft.
Absolventen der Gisma gratulieren sich nach ihrer Abschlussfeier.
„stärke sie“. Profitieren würden die Schu-
len vor allem von den umfassenden glo-
balen Marketingaktivitäten der Gruppe.
„Im Marketing sind wir weltweit wohl
führend“, schwärmt van Rooijen, der bis
Mitte 2012 Rector Magnificus und CEO
der niederländischen Nyenrode Business
Universiteit war.
Entstanden ist GUS aus der von dem
Selfmade-Unternehmer Aaron Etingen
2003 gegründeten London School of
Business & Finance (LSBF) im Banken-
viertel der britischen Hauptstadt. Name
und Auftritt erinnern nicht zufällig an die
renommierte London Business School
stehe Großbritannien für gute Univer-
sitätsbildung, erklärte er. Mit ihren Prä-
senz- und Onlinestudiengängen hat die
LSBF daher eine attraktive Nische ent-
deckt und umwirbt vor allem Studenten
der aufstrebenden, reichen Mittelschicht
in Schwellenländern.
In den klassischen Hochschulrankings
taucht die LSBF bisher nicht auf. Kann
sie auch nicht, denn sie darf gar keine
akademischen Grade vergeben. Dafür
kooperiert sie mit verschiedenen Hoch-
schulen, weshalb die Schule auch schon
in der Kritik stand. So bemängelte die
britische Qualitätssicherungsagentur
dargestellt und es seien ungeeignete Stu-
denten zugelassen worden. Inzwischen
hat man sich von Wales getrennt. Derzeit
gibt es an der LSBF einen Lincoln MBA
mit der University of Lincoln und einen
MBA Global, der nur online stattfin-
det, für den man keine Berufserfahrung
braucht und für den man bisher offenbar
noch keine Hochschule gefunden hat,
die den Titel vergibt. Zudem gibt es ein
MBA-Programm mit der renommierten
Grenoble Graduate School of Business
(GGSB). Als dreifach akkreditierte Busi-
ness School müsse man strikte Standards
einhalten und die in London verliehenen
Fotos: Gisma
(LBS), die Verwechslungsgefahr ist wohl
auch durchaus erwünscht. „Selbst vielen
Arbeitgebern ist der Unterschied nicht
immer klar“, zitierte die Financial Times
Deutschland den 25-jährigen Brasilianer
Rafael Laky, der ein Wirtschaftsstudium
an der LSBF absolvierte. In Brasilien
für Hochschulbildung QAA eine frühere
Partnerschaft zur University of Wales
und kritisierte, dass für die LSBF mehr
Studenten auf Provisionsbasis rekrutiert
worden waren, als die Hochschule auf-
nehmen konnte. Zudem seien die Kosten
für einige Programme nicht transparent
Abschlüsse garantierten daher hohe Qua-
litätsstandards, schreibt die GGSB auf
Anfrage.
Den Vorwurf, dass die LSBF eher zu den
qualitativ geringeren Schulen gehört, be-
streitet Professor Maurits van Rooijen, der
seit einem Jahr bei der Gruppe tätig ist.