Seite 31 - wirtschaft_und_weiterbildung_2013_11-12

Basic HTML-Version

R
11/12_2013
wirtschaft + weiterbildung
31
das Unternehmen in der gleichen Größen-
kategorie unter die Top-5-Platzierten.
Um dem Anspruch als Top-Arbeitgeber
gerecht zu werden und auch für die Mit-
arbeiter attraktiv zu sein und zu bleiben,
hat das Unternehmen ein Management-
Development-Programm aufgesetzt.
2009 wurde das Programm zunächst in
der Muttergesellschaft in der Schweiz
eingeführt. Seit etwas mehr als zwei Jah-
ren gibt es das Programm mittlerweile
auch in Deutschland. Das Unternehmen
möchte eigene Mitarbeiter befähigen,
eine Führungsrolle zu übernehmen oder
sich für die Anforderungen der nächst-
höheren Führungsebene zu qualifizieren.
Der Vorteil für Zühlke liegt dabei klar auf
der Hand: Die Führungskräftepositionen
werden mit Mitarbeitern besetzt, die das
Potenzial dazu haben und die das Unter-
nehmen bereits kennen. Das wiederum
erspart zeitraubende und teure Rekrutie-
rungsprozesse.
Künftige Manager können
berufsbegleitend studieren
Das individuelle Entwicklungsprogramm
mit fortlaufendem Coaching soll die Ma-
nager in spe vorbereiten und aktiv an
ihre neuen Aufgaben heranführen. In-
nerhalb des Management-Development-
Programms ist es zudem möglich, ein
berufsbegleitenden MBA-Studium zu ab-
solvieren.
Daneben werden diejenigen, die sich eher
für eine Fach- statt für eine Führungs­
karriere interessieren, auch unterstützt
und gefördert. Bis zu 17 Tage Weiterbil-
dung pro Jahr sind bei Zühlke möglich,
hierzu zählen interne Schulungen, Aus-
bildungscamps, aber auch externe Semi-
nare und Kurse. Damit liegt das Unter-
nehmen weit über dem Schnitt der ITK-
Branche.
Zulassung zum Management-
Development-Programm
Ausgangspunkt für das Management-
Development-Programm ist die Suche
nach geeigneten Kandidaten im Unter-
nehmen. Dafür ist es notwendig, die
aktuellen Manager und Führungskräfte
einzubeziehen. Denn die Line Manager
kennen die Talente innerhalb ihrer Teams
am besten. Daher reichen alle Team- und
Projektleiter einmal jährlich eine Liste ge-
eigneter Mitarbeiter ein. Die Vorgeschla-
genen müssen sich vor einem Gremium,
dem Career Advisory Board, vorstellen
und präsentieren. Hierbei geht es auch
um ihre eigenen Vorstellungen und die
Motivation, in welche Richtung sie ihre
Karriere weiterentwickeln wollen. Die
Zahl der vorgeschlagenen Kandidaten
pro Jahr variiert, typischerweise sind es
fünf bis acht Einreichungen. Das Career
Advisory Board findet sich bedarfsorien-
tiert zusammen, es setzt sich aus dem
Geschäftsführer, zwei weiteren Mitglie-
dern der Geschäftsleitung, der Leiterin
Personal sowie dem für den Kandidaten
zuständigen Bereichsleiter und seinem
direkten Vorgesetzten zusammen. Nach
erfolgreicher Präsentation vor dem Career
Advisory Board werden fünf Kandidaten
ausgewählt, die in das Entwicklungspro-
gramm aufgenommen werden. In diesem
Prozess kommt es durchaus vor, dass ge-
meinsam mit einem Kandidaten entschie-
den wird, dass eine Fachkarriere die rich-
tige Laufbahn ist. Die Auswahlkriterien
sowie der ausführliche Evaluierungspro-
zess machen diese Entscheidung auch für
die Kandidaten absolut transparent und
nachvollziehbar.
Fahrplan für individualisierte
Förderung
Bei den ausgewählten Kandidaten wer-
den zunächst die Kompetenzen evaluiert
sowie ein Stärken-Schwächen-Profil er-
stellt. Auf dieser Grundlage wird gemein-
sam mit dem Kandidaten ein Fahrplan für
ein individualisiertes Entwicklungspro-
gramm erarbeitet, mit dem er auf seine
künftigen Aufgaben vorbereitet wird. Das
Programm, das ein bis drei Jahre dauert,
beinhaltet die direkte Übernahme von
Dr. Ernst Ellmer
ist Mitglied der
Geschäftsleitung
bei der Zühlke
Engineering GmbH
und Partner der Zühlke Technology
Group. Er studierte und promovierte
an der Universität Wien. Bei Zühlke
ist er für das Geschäft in Süddeutsch-
land verantwortlich, für das Ressort
Personal sowie für Technologie und
Innovation. Sein inhaltlicher Fokus
ist die Unterstützung von Kunden bei
der interdisziplinären Entwicklung von
innovativen, technologisch komplexen
Produkten oder Lösungen.
AUTOR
Nachwuchs.
Wer sich als Mittelständler
gegen die Konkurrenz von Großfirmen
durchsetzen will, muss frühzeitig in die
Entwicklung seiner Mitarbeiter investieren.