11/12_2011
wirtschaft + weiterbildung
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Was zuvor nur an der Küste Deutschlands
oder im Ausland stattfinden konnte, ist nun
auch auf dem drittgrößten See in Bayern,
dem Ammersee, möglich. Auf einem Zwei-
mast-Traditionssegler aus Holz bietet die
Convendo Akademie seit Kurzem Seminare
für Teams, Führungskräfte und Manage-
ment an. Der Nutzen? Sonne, Regen,
Sturm, Flaute und schnelle Wetterwech-
sel sind reale Rahmenbedingungen für die
Entwicklungsarbeiten an Bord, ist Klaus
TEAMBUILDING
Erstes Seminarschiff auf dem Ammersee
Berufswechsel.
Laut den aktu-
ellen Umfrageergebnissen des
Global Workforce Index von Kelly
Services haben viele Deutsche
den Wunsch nach einem kom-
pletten Neustart. So gaben mehr
als zwei Drittel der Befragten an,
ihre bisherige berufliche Ausrich-
tung innerhalb der nächsten fünf
Jahre zu ändern.
Mediennutzung.
Das Internet hat
sich als Bildungsmedium fest eta-
bliert. Das hat eine repräsentative
Umfrage im Auftrag des Bitkom
ergeben, an der deutschlandweit
1.000 Personen ab 14 Jahren
teilgenommen haben. Demnach
geben fast zwei Drittel der Internet-
Nutzer an, dass sie mithilfe des
Internets ihre Allgemeinbildung
verbessern konnten. 54 Prozent
haben sich zudem bereits online
beruflich fortgebildet.
E-Learning-Award.
Der Deut-
sche E-Learning Innovations- und
Nachwuchs-Award (D-ELINA) geht
in eine neue Runde. Prämiert
werden innovative Konzepte und
Lernszenarien, die beispielhaft
Technologien und Tools integrie-
ren. Bewerbungsschluss ist der
30. November 2011.
Auch das noch.
Ungewöhnliche
Wege bei der Bewältigung des
Fachkräftemangels in der IT-Bran-
che geht die Sivis Professional
Services GmbH. Das Unterneh-
men sucht einen neuen SAP-
Basis-Berater zum 1. Dezember.
Doch anstatt dann am Karlsruher
Unternehmenssitz am Computer
zu arbeiten, kommt der Neue erst
mal in den Genuss einer Woche
Urlaub auf den Kanarischen Inseln
– und zwar auf Firmenkosten. Ein-
zige Bedingung: Jeweils täglich
um 20 Uhr muss der Urlauber auf
der Firmen-Homepage in Kurzform
bloggen, was er erlebt hat.
Kurz und Knapp
Seminarschiff.
Die „Sir Shackleton“
ist das erste Segelschiff für Seminare
auf dem Ammersee.
Foto: Convendo Akademie
Foto: Spring Messe Management
Gattinger, Managementtrainer und Grün-
der der Convendo Akademie, überzeugt.
Sie spiegeln die wirtschaftlichen Situatio-
nen eines Unternehmens auf natürliche
Weise wider, auf die sich ein Team einstel-
len müsse. „Unser neun Tonnen schweres
Segelschiff kann nur von einer Mannschaft
gesegelt werden. Da kommt es auf jeden
Einzelnen an. Kursbestimmung, Wetter-
lage, An- und Ablegemanöver, Ad-hoc Ent-
scheidungen bei Wetterwechsel, Segel set-
zen und bergen, Kursänderungen und klare
Ansagen sind für das Erreichen der Ziele
erforderlich. Hierbei werden die Teilneh-
mer von erfahrenen Trainern aktiv beglei-
tet. Der Perspektivenwechsel, also der Blick
von See an Land, unterstützt den Entwick-
lungsprozess zusätzlich und Gedanken
können lüften. Bei gutem Wetter bietet das
Alpenpanorama auch den entsprechenden
Weitblick“, so Betriebswirt Klaus Gattinger.
An Bord sind ein Skipper und Trainer aus
einem Pool aus den Bereichen Vertriebs-,
Führungskräfte- und Persönlichkeitsent-
wicklung.
Bislang gibt es kaum Untersu-
chungen zum Lernerfolg mit
Power-Point. Eine Ausnahme
macht ein Team aus Rostocker
Wissenschaftlern unter der Lei-
tung von Professor Wolfgang
Nieke, die herausgefunden
haben, dass die so weitver-
breitete Art, seine Vorträge zu
untermalen, die schlechteste
aller möglichen Varianten ist.
Warum? Weil bei den Zuhö-
rern im Vergleich zu alterna-
tiven Präsentationsformen
Power-Point-Präsentationen sind schlecht für den Lerneffekt
STUDIE
am wenigsten im Gedächtnis
bleibt. Das Arbeitsgedächtnis
wird unnötig belastet, denn es
hat laut den Forschern eben nur
„eine beschränkte Kapazität“.
Den Lernenden gehen so viele
wichtige Informationen verlo-
ren. Am besten – und da ist die
Überraschung perfekt – schnitt
die gute alte Präsentation mit
Folie und Overhead-Projektor
ab. Das hat die beste Wirkung
auf den Lerneffekt. Auf Platz 2
kommt der Vortrag. „Vorsicht
also mit Power-Point“, sagt
Professor Nieke, Gründungs-
professor für allgemeine Päda-
gogik an der Uni Rostock. Er rät
zum „sorgsamen Umgang mit
Animationselementen bei Lehr-
veranstaltungen“. Vor dem Hin-
tergrund, dass immer mehr an
Wissen vermittelt wird, sollte
also auf überflüssige Elemente
verzichtet werden. „Dadurch
wird die Aufmerksamkeit vom
Inhalt auf die Form umge-
lenkt.“