Seite 27 - wirtschaft_und_weiterbildung_11_12_2011

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11/12_2011
wirtschaft + weiterbildung
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Die drei internen Trainer (und damit die
Gewinner des dvct-Wettbewerbs) Maik
Rieß, Urs Eberle und Jochen Grieser bil-
den das „PUMA-Team“. PUMA steht für
„partnerschaftlicher Umgang und mitge-
staltendes Arbeiten“.
Um die Grundprinzipien schlanker Pro-
zesse in die gesamte Belegschaft hinein-
zutragen, führten sie flächendeckend
(mit 900 Mitarbeitern!) die 1,5-tägige
Trainingsmaßnahme „Sehen Lernen –
schlanke Prozesse gestalten“ durch. Das
PUMA-Team setzte auf ein modulares
Training. In theoretischen Input-Ein-
heiten, Kleingruppenarbeiten und akti-
vierenden Simulationen lernten die Teil-
nehmer, Verschwendungen und unpro-
duktive Vorgänge zu erkennen und aktiv
Verantwortung für eine Verbesserung der
Abläufe zu übernehmen. Durch selbst
entwickelte Planspiele und Simulationen
wurde zudem ein Gespür für optimale
Abläufe erzeugt. Spezielle Transferpro-
jekte erhöhten die Praxisrelevanz. Au-
ßerdem wurde durch die unternehmens-
übergreifende Schulung fast automatisch
der Austausch zwischen verschiedenen
Bereichen und Abteilungen intensiviert.
Das PUMA-Team hatte zu Beginn seiner
Arbeit formuliert: „Unsere Vision ist es,
kontinuierliche Verbesserungsprozesse
weltweit in der Wittenstein AG zu eta-
blieren und somit den Erfolg des Unter-
nehmens langfristig zu garantieren. Dazu
fördern wir die Eigenverantwortung und
die Motivation der Mitarbeiter, um so
dauerhaft eine wertschöpfungsorientierte
Verbesserungskultur zu schaffen.“
1 Das Trainingskonzept
„Sehen Lernen – schlanke
Prozesse gestalten“
Das PUMA-Team nannte die Schulungs-
reihe „Sehen Lernen – schlanke Prozesse
gestalten“. Die Mitarbeiter sollten lernen,
Verschwendung und unproduktives Ar-
beiten zu „sehen“ und Vorschläge zu ma-
chen, wie schlanke Prozesse „gestaltet“
werden können. Den Kolleginnen und
Kollegen wurden die Trainingsinhalte auf
den verschiedensten Ebenen und mit den
unterschiedlichsten Medien vermittelt:
Persönlicher Bezug:
Wie gehe ich per-
sönlich mit Wandel und Veränderung
um?
Visuell-Auditiv-Kinästhetisches Lernen:
Die Mitarbeiter beteiligen sich an Live-
Unternehmenssimulationen.
Teilnehmerorientierung:
Die Mitarbei-
ter entwickeln und bewerten Optimie-
rungsvorschläge in Kleingruppen.
Mitgestalten:
Der Blick über den Teller-
rand wird zum Beispiel trainiert durch
eine Prozesskettensimulation.
Praxisbezug:
Die Mitarbeiter bearbei-
ten im Seminar Themen aus ihrem Ar-
beitsalltag.
Alle 900 zu diesem Zeitpunkt fest ange-
stellten Mitarbeiter und Führungskräfte
durchliefen die Schulungsreihe. Auszubil-
dende und Studenten werden das Schu-
lungsprogramm im Rahmen ihrer Ausbil-
dung absolvieren. In einem Zeitraum von
neun Monaten wurden Seminargruppen
von etwa 15 Teilnehmern an je 1,5 Ar-
beitstagen in der Anwendung von Prin-
zipien trainiert, mit denen Abläufe in Pro-
duktion und Administration effizienter
und effektiver gestaltet werden können.
2 Das Besondere am
Siegerkonzept
Immer noch sind in Deutschland Semi-
nare rar, die ein gesamtes Unternehmen
in die Lage versetzen, intelligenter statt
härter zu arbeiten, indem übergreifende
Prozesse und das eigene Arbeitsumfeld
optimiert werden. Genau dafür wurde
das PUMA-Team vom dvct ausgezeich-
net. Damit sich die Mitarbeiter identifi-
zieren können, wurden eigene Planspiele
entwickelt und individuell auf das Unter-
nehmen abgestimmt. Eigene Produkte
wurden aus Lego-Bestandteilen gebaut.
Eine Auftragsabwicklung enthielt Funk-
tionen und Tätigkeiten aus dem Alltag.
Bekannte Abteilungen arbeiten zusam-
men an der Liefertreue für einen Kun-
den. Besonders wichtig für den Erfolg der
Trainingsmaßnahme war die heterogene
Foto: Pichler
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