fachbeiträge
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wirtschaft + weiterbildung
11/12_2011
Zusammensetzung der Seminargruppen.
Sie bewirkte eine Förderung der Zusam-
menarbeit und Kommunikation zwischen
den Abteilungen. Mitarbeiter sogenann-
ter Schnittstellenabteilungen beziehungs-
weise Schnittstellenfunktionen wurden
für mögliche Problemstellungen sensibi-
lisiert. Und durch den gemeinsamen Be-
such eines Seminars von Führungskraft
und Teammitgliedern war die Effektivität
bei der Umsetzung von Ideen wesentlich
höher.
3 Der Kundennutzen der
Trainingsmaßnahme
Gefragt nach dem konkreten Nutzen ihrer
Maßnahme betont das PUMA-Team, dass
ihr Konzept folgende wichtigen Aspekte
vereine:
•
Change-Management:
Veränderungen
wurden verstehbar und erlebbar für die
einzelnen Mitarbeiter. Es gab immer
ausreichend Zeit für Diskussionen und
Reflexionen.
•
Kulturwandel:
Das Thema „schlanke
Prozesse“ wurde sowohl auf Mitarbei-
ter als auch auf Führungsebene plat-
R
Die „Kugelbahn-Simulation“
vermittelt in rund 30 Minuten Wissen aus dem
Lean-Management – zum Beispiel, dass es nützlich ist, sich spezifische
„Regeln“ zu geben, wenn verschiedene Einheiten zusammenarbeiten sollen.
Foto: Wittenstein AG
ziert. Dadurch erkannte jeder seinen
Anteil daran, kontinuierliche Verbesse-
rungen zu generieren.
•
Praxisorientierung:
Ein persönlicher
Bezug zu den verschiedenen Ar-
beitsumfeldern wurde hergestellt. Da-
durch wurden Lerninhalte in den Ar-
beitsalltag integriert.
•
Nutzengenerierung:
Durch die eigen-
ständige Umsetzung der Vorschläge
aus dem Seminar erhielten Mitarbei-
ter und Arbeitsgruppen einen direkten
Nutzen in Form von einfacheren und
intelligenteren Abläufen. Darüber hi-
naus wurde das gesamte Unternehmen
wettbewerbsfähiger und effizienter.
„Bei den allermeisten Ideen aus unserer
Transferphase ist eine Nutzenrechnung
möglich“, betont das PUMA-Team. Um
Einsparungserfolge und Produktivitäts-
fortschritte für alle sichtbar zu machen,
wurde im Eingangsbereich des Unterneh-
mens das „PUMA-Optimeter“ aufgestellt.
Es zeigt anhand von Cent-Stücken in
einer durchsichtigen Säule, welcher Bei-
trag zur Optimierung von der Belegschaft
geleistet wurde.
„Sehen Lernen“ ist ein Seminarkonzept,
das in Zukunft als Gesamtpaket oder in
einzelnen Bausteinen an andere Unter-
nehmen verkauft werden soll. Personal-
entwicklern wird in diesem Zusammen-
hang die Möglichkeit geboten, ein er-
probtes Instrument kennenzulernen und
mit den PUMA-Trainern über Erfolgsfak-
toren und Stolpersteine zu diskutieren.
Martin Pichler
Kommentar.
Die Wittenstein AG wäre nicht Weltmarktfüh-
rer geworden, wenn sie nicht ihre Lieferanten besonders
streng aussuchen würde. Deshalb mussten die internen
Trainer mit ihrem Konzept auch erst einmal unter den
Augen des Vorstands ein Auswahlverfahren überstehen, in
dem sie gegen (wahrscheinlich sehr professionell präsen-
tierende) externe Trainingsinstitute antraten. Dass sie sich
durchsetzen konnten, nötigt Respekt ab, denn das PUMA-
Team besteht nicht aus geborenen Pädagogen, sondern
aus ehemaligen Einkäufern, Technikern oder Projektmana-
gern, von denen einige erst nach Jahren in die betrieb-
liche Weiterbildung wechselten. Dass sie Praxiserfahrung
einbringen können, ist selbstverständlich, aber wirklich
bemerkswert ist, dass das PUMA-Team auch didaktisch
auf einem hohen Niveau arbeitete und eine professionelle,
wissenschaftlich abgesicherte Vorstellung davon hatte, wie
Erwachsene in Unternehmen (voneinander) lernen und wie
sie für den Wandel zu motivieren sind.
Respekt auch vor der Jury des dvct, die den Mut hatte,
ein internes Trainerteam auszuzeichnen, obwohl der dvct
als Berufsverband die Interessen der Externen vertritt. Der
dvct ist übrigens inzwischen mit knapp über 1.000 Mitglie-
dern (Ende Oktober 2011) der mitgliederstärkste Berufs-
verband für Coachs und Trainer in Deutschland.
Martin Pichler
Was preiswürdig ist