Seite 17 - wirtschaft_und_weiterbildung_11_12_2011

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11/12_2011
wirtschaft + weiterbildung
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konnte ich sehr viel praktische Erfahrung sammeln und lernte
unterschiedlichste Arbeitsprozesse kennen. In jeder neuen
Firma fand ich es spannend, wie effektiv dort gearbeitet wurde
und wo die Zeitfresser steckten.“ So entdeckte er sein Inte-
resse für Qualitätsmanagement und entschloss sich zu seinem
dritten Fernlehrgang „Geprüfter Qualitätsbeauftragter (TÜV)
– Qualitätsmanagement“. „Mehr denn je wollte ich eine Fest-
anstellung – möglichst in der Qualitätssicherung.“ Der Traum
ging in Erfüllung. Kulz wurde aus einem Zeitarbeitsjob in das
lang ersehnte, unbefristete Arbeitsverhältnis bei einem Auto-
mobilhersteller übernommen. Als Qualitätsbeauftragter sollte
er eine Produktionskette verbessern. In dem Unternehmen war
SAP-Software im Einsatz. Kulz merkte schnell, dass ihm fun-
dierte SAP-Kenntnisse im Arbeitsalltag enorm helfen würden.
Damit stand seine nächste Weiterbildung fest. Da er in der Zwi-
schenzeit erfahrener Fernlerner war, meldete er sich für den
Fernlehrgang „SAP-Grundwissen Einkauf“ an. Er entwickelte
sich zum versierten SAP-Experten, der seitdem von Kollegen
oft um Unterstützung im Umgang mit der Software gebeten
wird.
Ausgelernt? Noch lange nicht!
„Ausgelernt“ wird es für Kulz nie geben. Mit jeder Weiterbil-
dung sieht er neue Chancen für sich. So verwundert es nicht,
dass er sich als Nächstes an eine Aufstiegsfortbildung wagte.
Mit dem „Geprüften Industriemeister IHK Fachrichtung Metall“
will er nun den Sprung vom Facharbeiter ins mittlere Manage-
ment schaffen. Mittlerweile hat er fast alle Prüfungen inklu-
sive Ausbilderprüfung abgelegt. Die letzten beiden werden im
September folgen. Da er mit seinem Schulenglisch im Kontakt
mit internationalen Kunden und Zulieferern immer wieder an
Grenzen stieß, lernt er derzeit zusätzlich „Technisches Eng-
lisch“. Den Abschluss möchte er im Winter 2011 machen. Kulz
sucht seine Weiterbildungen immer nach zwei Kriterien aus:
Zum einen, was ihn interessiert, und zum anderen, wo er sich
im Beruf weiterentwickeln kann. Auf die Frage, ob er schon
Pläne für die Zeit nach der Meisterprüfung schmiede, antwor-
tet er zielsicher: „Studieren!“ Er ist stolz darauf, dass er sich
mit seinem Meisterabschluss sogar die Möglichkeit erarbeitet,
an einer Hochschule zu studieren. Im Moment kann er sich nur
noch nicht zwischen Mechatronik und einem wirtschaftswis-
senschaftlichen Studiengang entscheiden. Eines ist sicher: Es
wird ein Fernstudium sein.
Das Fernlernen ist für ihn der Schlüssel zu neuem Wissen.
Es gibt ihm den zeitlichen Spielraum, um Zusammenhänge
vollständig zu verstehen. Dabei helfen ihm mehrere Dinge: Der
Aufbau der Lernhefte vom Einfachen zum Schwierigen, das
Feedback der Fernlehrer auf die schriftlichen Einsendeaufga-
ben und die Möglichkeit, den Lernstoff mit dem Berufsalltag in
Verbindung zu bringen. „Immer wieder zeigen sich Arbeitgeber
erstaunt, wie viel man durch Fernlernen weiß“, berichtet Kulz.
Das Wichtigste aber sei, dass ihn jeder erfolgreiche Fernlehr-
gang darin bestärkt habe, dass er sich durch Lernen ein neues
Leben erarbeiten könne.
Gisela Blaas