Seite 28 - wirtschaft_und_weiterbildung_2011_04

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fachbeiträge
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wirtschaft + weiterbildung
04_2011
fahrung bevor er Coach wurde. Verändert
hat sich aber dennoch etwas. So hat sich
der Trend von 2009 fortgesetzt, und die
durchschnittliche Anzahl der Coaching-
Prozesse pro Jahr hat leicht abgenommen
von 24,5 Stunden 2008, auf 23,7 2009 und
schließlich auf 23,0 2010 (das sind minus
drei Prozent in den beiden vergangenen
Jahren). Das Bild wird weiter verschärft,
wenn man sieht, dass die durchschnitt-
liche Anzahl der Coaching-Stunden je
Prozess in den beiden letzten Jahren
sogar um elf Prozent zurückgegangen ist
– von 15 Stunden 2008 auf 13,2 Stunden
2009 auf nur noch 11,8 Stunden 2010.
Es wird „schneller“ gecoacht
Gleichzeitig stieg der Anteil des Coa-
chings an der Jahresarbeitszeit eines
Coachs von 28,8 Prozent auf 33,8 Prozent
an. Hier deutet sich ein Trend an, der wei-
ter zu beobachten ist: Unterliegt auch das
Coaching der Entwicklung, wie sie schon
im Trainingsbereich bekannt ist, dass die
Entwicklungs- und Fördermaßnahmen
möglichst kurz und knapp ausfallen müs-
sen, damit sie genehmigt werden? Dieser
„Just-fix-it“-Ansatz würde sicherlich dem
Anspruch der meisten Coachs nicht ge-
recht und auch vielen Coaching-Themen,
die im Bereich der Reflexion und der
langfristigen Verhaltensänderung liegen,
nicht zugutekommen. Wurde die junge
Profession des Coachings Ende der 90er-
Jahre durch eine allzu unscharfe Verwen-
dung des Begriffs gefährdet, so könnte
Nach dem im Krisenjahr 2009 die Coa-
ching-Honorare leicht zurückgegangen
waren (Stundendurchschnitt 145 Euro),
sind die Honorare 2010 wieder auf einen
Durchschnitt von 153 Euro gestiegen. Das
entspricht einem Zuwachs von knapp
sechs Prozent. Zur Erinnerung: Im Jahr
2008 betrug das Durchschnittshonorar
noch 158 Euro! Dies ist eines der Ergeb-
nisse der aktuellen „Coaching-Umfrage
Deutschland 2010“ die von Jörg Midden-
dorf (BCO, Köln) und dem Deutschen
Bundesverband Coaching (DBVC e.V.)
seit nunmehr neun Jahren durchgeführt
wird. Teilgenommen haben 2010 genau
367 Coachs.
Dass der Coaching-Markt sich stetig ent-
wickelt, zeigt sich bereits mit einem Blick
auf die Teilnehmer. So wächst die durch-
schnittliche Berufserfahrung als Coach
bei den Umfrageteilnehmern seit 2007
kontinuierlich um zirka ein Jahr an, was
für 2010 eine durchschnittliche Berufser-
fahrung von 9,2 Jahren bedeutet. Ebenso
steigt das Alter des „statistischen“ Coachs
leicht auf 48,9 Jahre an. Naturgemäß
gleich geblieben ist, dass der Großteil der
Coachs in einem früheren Berufsleben
über Führungsverantwortung verfügte
(74 Prozent), bevor er oder sie in das Feld
des Coachings eingestiegen ist. Auf der
Seite der Coachs ist also im Vergleich zu
den letzten Jahren nicht viel Neues zu
berichten: Der Coach ist im Durchschnitt
Mitte bis Ende Vierzig, hat eine akade-
mische Grundqualifikation, verfügt über
lange Jahre an Berufs- und Führungser-
Wer evaluiert erhält
mehr Honorar
COACHING-UMFRAGE 2010.
Genau 367 Coachs
haben sich an der „9. Coaching-Umfrage Deutschland“
teiligt. Die Umfrage, die
am 15. Februar 2010 abgeschlossen wurde, hat eine
sechsprozentige Steigerung der Stundensätze und einen
Trend zur Evaluation von Coaching-Maßnahmen ergeben.