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Ausbildung, Interessen und zum aktuel-
len Arbeitgeber mit den Merkmalen der
Webnutzer zusammenführen können.
Soziale Netzwerke, allen voran Face-
book, haben ausführliche Nutzerdaten
zur Verfügung, die sehr schöne Möglich-
keiten zur genauen Zielgruppenanspra-
che schaffen. Wenn man es auf die Spit-
ze treibt, gibt es heute die Möglichkeit,
den Mitarbeitern des Wettbewerbers, die
über einen bestimmten Abschluss verfü-
gen und an einem bestimmten Ort leben,
die eigenen Stellenangebote einblenden
zu lassen. Zielgenauer geht es kaum.
Im obigen Screenshot ist eine HR-Mar-
keting-Kampagne von Wollmilchsau bei
Facebook abgebildet. Wir haben nach
einem Web-Designer aus Hamburg und
Umgebung mit bestimmten Interessen
gesucht. Diese Kampagne war ein Erfolg
und führte zu mehreren passenden Kan-
didaten und einer Anstellung.
Nicht leicht, aber nützlich
Am Ende muss ich zugeben: Targeting
ist auch in der vereinfachten Form kein
Spaziergang. Vor allem, wenn das Thema
absolut neu für einen Anwender ist. Den-
noch lohnt sich die Auseinandersetzung
damit auf Dauer. Die Möglichkeiten, die
sich hinter der anfänglichen Komplexität
verstecken, reichen weit über das hinaus,
was wir aus der Epoche der Zeitungsan-
zeigen und Online-Jobbörsen kennen.
ALEXANDER FEDOSSOV
ist
Partner und Geschäftsführer
bei der Digitalagentur Woll-
milchsau GmbH.
werden Anzeigen erstellt, die bei der Ein-
gabe der vorher definierten Suchbegriffe
durch die Nutzer von der Suchmaschine
eingeblendet werden – falls das Gebot
des Adwords-Nutzers für einen Klick auf
die Anzeige konkurrenzfähig ist.
Der Einsatz von Google Adwords im
Personalmarketing kann durchaus gu-
te Ergebnisse erzielen. Das erfordert
jedoch eine gewisse Praxis in der Fest-
legung von Keywords und Geboten. Für
kleinere Unternehmen ohne internes
Web-Know-how ist dies eine recht kom-
plexe Angelegenheit. Wer Experimente
durchführen will, kann den „Google
Keyword-Planer“ verwenden, um die Er-
gebnisse des Targetings zu simulieren.
Kontext – manuelle Recherche
Das zweite Beispiel, das ich aufzeigen
möchte, dreht sich um die Recherche
des Kontexts. Wenn Sie vermuten, dass
sich Ihre Zielgruppe auf bestimmten
thematischen Nischenseiten aufhält,
wie Fachzeitschriften oder spezielle In-
ternetforen, besteht Ihre Aufgabe darin,
diese ausfindig zu machen, um dort Ihre
Botschaften entsprechend zu platzieren.
Für diese Webseitensuche sind zwei
Wege naheliegend.
Der erste Weg führt über den Einsatz
von Werbenetzwerken: Die Betreiber
von Werbenetzwerken kategorisieren
Tausende von Internetseiten und mobi-
len Apps nach Zielgruppen und Interes-
sen. So erhält man Zugriff auf die Seiten,
auf denen sich die Zielgruppe aufhält.
Dann kann man dort Bannerkampa-
gnen schalten. Ein Beispiel für ein Wer-
benetzwerk ist das „Display-Netzwerk“
von Google. Der Vorteil dieser Variante
ist, dass sich die Kampagnen darüber
zentral steuern lassen und die Recher-
che-Tools für die Planung der Zielgrup-
penansprache sehr effektiv sind. Der
Google-Planer für Display-Kampagnen
ist das Tool, mit dem man sich dazu aus-
führlich auseinandersetzen sollte.
Der zweite Weg, um die Zielgruppe in
ihremKontext zu finden, ist die manuelle
Recherche: Dabei orientiert man sich an
einer thematischen Seite, die bereits da-
für bekannt ist, dass sie für die definierte
Zielgruppe relevant ist. Dann muss man
ähnliche Seiten suchen. Dafür kann man
beispielsweise die Webseite Similar-
sites.com nutzen. Der Screenshot oben
zeigt, welche Ergebnisse angezeigt wer-
den, wenn man nach ähnlichen Seiten
wie Wissenschaft.de sucht.
Grundsätzlich ist die manuelle Re-
cherche umständlicher, kann jedoch
interessante Optionen offenbaren, die
für die Wettbewerber nicht unbedingt
sichtbar sind. Das geht allerdings mit
einem hohen Aufwand für die dezentra-
le Kampagnenverwaltung einher.
Persönliches Profil in Social Media
Das dritte Beispiel zeigt, wie Sie die
detaillierte Definition der Zielgruppe
bestehend aus der Kombination von de-
mografischen Merkmalen, Angaben zur
BILDERGALERIE
Weitere Screenshots zur Erläuterung
finden Sie in der Personalmagazin-App.
© FACEBOOK .COM
© SIMILARSITES.COM
„Similar Sites“ (links): Webseiten finden, die die Zielgruppe nutzt. „Facebook“ (rechts): HR-Marketing auf Social-Media-Profile abstimmen.