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Der Einkauf über eine elektronische
Beschaffungsplattform, die über eine
Schnittstelle mit einem internen System
verbunden sei, könnte dies ändern. Aber
tatsächlich habe der automatisierte und
optimierte Einkauf von Weiterbildungs-
dienstleistungen in vielen Unternehmen
nur eine niedrige Priorität, ist Iro über-
zeugt. Vor allem bei großen Konzernen
werde HR vor allem als Serviceabteilung
im Unternehmen gesehen. Das Thema E-
Procurement von Weiterbildungsdienst-
leistungen werde deshalb zu wenig
getrieben. Gegenüber Themen wie Em-
ployer Branding und Recruiting werde
die berufliche Weiterbildung regelrecht
als Stiefkind behandelt.
Einkauf als Treiber – HR profitiert
Manja Hellmann vom Weiterbildungs-
portal Semigator aus der Haufe Gruppe
macht aber oft andere Erfahrungen: „Als
E-Procurement-Anbieter von Weiterbil-
dungsdienstleistungen öffnet uns eher
der Einkauf die Tür“, sagt sie. Die Auf-
gabe sei es dann, Prozesse schlanker
und effektiver zu gestalten und gute Ein-
kaufskonditionen zu bieten. Wo der Ein-
kauf als Treiber wirke, komme die Per-
sonalentwicklung erst zu einem späteren
Zeitpunkt mit an den Verhandlungstisch.
„Die Personalentwicklung hat ei-
gene Prioritäten“, sagt Hellmann, vor
allem habe sie eigene Prozesse, häufig
noch manuell gesteuert, mit Formu-
laren und Excel-Tabellen, zum Beispiel
für die Evaluation der Qualität. Für die
Personalentwicklung sei weniger der
E-Procurement steht für die elektronische Beschaffung von Dienstleistungen und
Produkten. Dies ist im Weiterbildungsbereich bisher wenig im Einsatz – lässt sich aber
nach den Bedürfnissen jedes Unternehmens umsetzen.
Die Personalentwicklung und/oder der Einkauf stellen aus dem Angebot einer Weiterbil-
dungsplattform oder eines großen Weiterbildungsanbieters nach vordefinierten Kriterien
einen eigenen Seminarkatalog zusammen. Über eine technische Schnittstelle wird der
Katalog an das Einkaufs- oder SAP-System des Unternehmens angebunden und steht den
Mitarbeitern über ein Learning-Management-System oder das Intranet zur Verfügung.
Aktualisiert ein gelisteter Anbieter seine Angaben in dem Weiterbildungsportal, überträgt
sich dies automatisch in den individuellen Seminarkatalog des Unternehmens. In diesem
Katalog können Mitarbeiter ihre Weiterbildungsveranstaltungen sichten, vergleichen,
aussuchen und buchen oder stornieren. Ist ein Freigabeprozess notwendig, bei dem ein
Vorgesetzter oder die Personalabteilung die Weiterbildung genehmigen muss, kann die-
ser Workflow ebenfalls über die interne Beschaffungsplattform abgebildet werden. Die
Rechnungslegung und -abwicklung erfolgt über das Weiterbildungsportal. Das Unterneh-
men erhält regelmäßige Reportings zu den gebuchten Weiterbildungen. Das Verfahren
hat so Vorteile für den Einkauf, die Personalentwicklung und die Mitarbeiter.
Der Einkauf kann ...
Prozesskosten und -durchlaufzeiten reduzieren und Kostentransparenz herstellen,
den Einkaufsprozess mit einem zentralen Einkaufskatalog transparenter gestalten,
die Kostenverteilung und -entwicklung der Weiterbildungsanbieter besser nachvoll-
ziehen und attraktivere Konditionen aushandeln.
Die Personalentwicklung ...
kann die Qualität der Angebote durch ein individuelles Anbieterportfolio und die
gezielte Anzeige bevorzugter Angebote zum Beispiel mithilfe eines Rankings steuern,
erhält automatisch Daten zu Buchungen und Weiterbildungshistorien der Mitarbeiter,
kann Mitarbeitern eine große Auswahl an geeigneten Weiterbildungen anbieten,
kann die Sichtbarkeit interner Weiterbildungsangebote im Seminarkatalog erhöhen.
Die Mitarbeiter ...
brauchen weniger Zeit, um geeignete Weiterbildungsangebote zu suchen und buchen.
können ihre Weiterbildung selbstbestimmter gestalten,
erleben einen vereinfachten Genehmigungsprozess.
E-Procurement: Wie funktioniert das?
PROZESS
Weiterbildungen suchen,
vergleichen und buchen – mit
einem Klick auf die Plattform.