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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Zum anderen beinhaltet die Inqa-Stu-
die auch die Ergebnisse einer Befragung
von Vertretern der Tarifparteien und der
von den aufgelisteten Demokratie-Tarif-
verträgen betroffenen Unternehmen,
wobei jeweils die Arbeitgeber- und die
Arbeitnehmerseite zuWort kommen. Sie
äußern sich dazu, welche Erfahrungen
sie mit den Demografie-Tarifverträgen
in der Praxis gemacht haben, welchen
Einfluss die Regelungen auf Betriebe
und Beschäftigte haben, wo es Nachbes-
serungsbedarf gibt und was sie anderen
Branchen und Unternehmen bei diesem
Thema mit auf den Weg geben würden.
Gute Zensuren für die Verträge
Der Hintergrund ist klar: Der demo-
grafische Wandel macht die Deckung
des Personalbedarfs für Arbeitgeber
zunehmend schwieriger. Im nächsten
Jahrzehnt kommen große Beschäftig-
tengruppen gleichzeitig ins rentennahe
Alter. Die Verrentung dieser Generation
wird eine gewaltige Lücke in die Beleg-
schaft vieler Betriebe, Abteilungen und
Teams reißen. Zugleich verlieren die Un-
ternehmen damit auch viel Erfahrungs-
und Fachwissen. Die Arbeitgeber müss-
ten demnach, so argumentieren die
Autoren der Studie, insbesondere zwei
Ziele verfolgen: den Erhalt der Arbeits-
fähigkeit ihrer Mitarbeiter sowie die
Findung und Bindung von Beschäftig-
ten. Demografie-Tarifverträge könnten
dabei eine wichtige Rolle spielen.
Die Antworten der Betroffenen zeigen,
dass diese These im Großen und Ganzen
zutrifft. Auf einer Schulnotenskala von
eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend)
erteilen die Arbeitnehmer den Tarif-
werken im Schnitt die Zensur 2,2, was
deren Nutzen für die Branche betrifft,
die Arbeitgeber sogar eine 1,9. Bezogen
auf das einzelne Unternehmen fällt die
Bewertung sogar noch eine Spur besser
Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter, die bereits Erfahrungen mit dem Aushan-
deln von Demografie-Tarifverträgen gesammelt haben, raten anderen das Folgende:
Analysieren Sie die Ausgangssituation und die bestehenden Instrumente.
Verankern Sie konkrete Anreizstrukturen und Förderinstrumente im Tarifvertrag.
Führen Sie eine Debatte über Zuständigkeiten und Grenzen der tariflichen Regelungen.
Nutzen Sie Ihren Handlungsspielraum für die betriebliche Umsetzung.
Nehmen Sie sich viel Zeit für die Tarifverhandlungen, da die Thematik oft emotional
besetzt ist.
Beziehen Sie die Basis mit ein, um dem Bedarf der Zielgruppe gerecht zu werden.
Beachten Sie arbeitswissenschaftliche Erkenntnisse.
Was die Tarifparteien empfehlen
TIPPS
BEWERTUNG
Tarifparteien
Nutzen für
das Unternehmen
Nutzen für
die Beschäftigten
Nutzen für
die Branche
Arbeitgeber
Note 1,7
Note 1,8
Note 1,9
Arbeitnehmer
Note 1,7
Note 2,1
Note 2,2
Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben den Nutzen der Tarifverträge mit Schulnoten von
eins (sehr gut) bis sechs (ungenügend) bewertet. Zu sehen sind die Mittelwerte.
QUELLE: INQA-MONITOR DEMOGRAFIE-TARIFVETRÄGE
BILDERGALERIE
Was wichtige Personalmanager zu
qualitativen Elementen in Tarifverträgen
sagen, lesen Sie in einer Bildergalerie
in der Personalmagazin-App.
© MAXICAM / THINKSTOCKPHOTOS.DE
Beide Tarifpartner
haben ein Interesse,
den „Demografie-
Schock“ zu dämpfen.