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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
Förderplätze zur Verfügung stellen. Der
Weg dorthin erfolgt in drei Schritten:
• Auszubildende, die am Förderpro-
gramm interessiert sind und entspre-
chendes Potenzial (Auswahlkriterien:
sehr gute Zeugnisse oder Abschlüsse
sowie herausragende Leistungen in den
überfachlichen Kompetenzfeldern) auf-
weisen, werden im letzten Ausbildungs-
halbjahr vom Ausbildungsbereich nomi-
niert. Hierzu werden die Kompetenzen
des Auszubildenden mit den Anforde-
rungen des Facts-Fachbereichs abgegli-
chen. Passen diese zusammen, erfolgt
die Nominierung zum Facts-Kandidaten.
• Mit dem ersten Tag der Übernahme
beginnt die sechsmonatige Beobach-
tungs- und Orientierungsphase im
Facts-Fachbereich.
• Bestätigt der Fachbereich am Ende
der Beobachtungsphase die Nominie-
rung des Facts-Kandidaten, beginnt die
24-monatige Programmphase.
Inhalte individuell abstimmen
Die Teilnehmer des Programms erhalten
eine auf ihr persönliches Entwicklungs-
ziel abgestimmte Weiterbildung. Es fin-
det eine intensive Auseinandersetzung
mit den Potenzialträgern und eine fokus-
sierte Entwicklung von Nachwuchskräf-
ten für das Unternehmen statt. Hinzu
kommt, dass die Fachbereiche mit Facts
ihre Mitarbeiter zielorientiert an Fach-
und Führungsfunktionen heranführen
und nötiges Know-how aufbauen können.
Konkret schlägt sich dies in den folgen-
den Bausteinen des Programms nieder.
• Individuelle Karriereplanung: Der
Vorgesetzte aus dem Fachbereich ver-
einbart mit dem Facts-Teilnehmer ein
übergeordnetes Entwicklungsziel und
einen individuellen Entwicklungsplan.
• Abwechslungsreiche Fachbereichsein-
sätze: In der Programmphase sind drei
bis vier Fachbereichseinsätze vorgese-
hen. Zwischendurch ist der Facts-Teil-
nehmer immer wieder im Facts-Fachbe-
reich im Einsatz. So kann er wertvolle
Erfahrungen und Kenntnisse für den
späteren Arbeitseinsatz sammeln.
• Qualifizierungen: Für den gezielten
Ausbau von Kenntnissen und Fähigkei-
ten des Facts-Teilnehmers werden Off-
the-Job-Qualifizierungen durchgeführt.
• Persönliche Unterstützung: Ein Men-
tor aus einem neutralen Fachbereich so-
wie der Vorgesetzte aus dem Facts-Fach-
bereich stehen beratend an der Seite des
Facts-Teilnehmers.
• Aktiver Erfahrungsaustausch: Der
Austausch mit Teilnehmern aus anderen
Standorten findet bei Netzwerktreffen
statt und wird ergänzt durch Dialoge mit
Fach- und Führungskräften des Unter-
nehmens. Die Netzwerkveranstaltungen
werden in verschiedenen Werken durch-
geführt, wodurch die Teilnehmer ihre
Kenntnisse zu den unterschiedlichen
Produktionsstandorten und deren Pro-
duktportfolios erweitern und vertiefen
können. Zum Start des Facts-Programms
findet eine Auftaktveranstaltung statt.
Vielfalt von Daimler konkret erfahren
Derzeit befinden sich zwei Facts-Grup-
pen im Programm sowie eine Facts-
Gruppe in der Beobachtungs- bezie-
hungsweise Orientierungsphase. Die
ersten Teilnehmer werden im Sommer
2015 das Programm beenden.
Die Rückmeldungen der Teilnehmer
sowie der beteiligten Fachbereiche sind
sehr positiv. Die Teilnehmer berichten,
dass sie mit dem Programm die Chan-
ce erhalten, sich gezielt auf weiterfüh-
rende Funktionen vorzubereiten. Durch
den Austausch mit den Führungskräften
im Rahmen der Entwicklungsgespräche
sowie der Netzwerkveranstaltungen
werden insbesondere persönliche Kom-
petenzen gefordert und gefördert. Die
Teilnehmer lernen andere Produktions-
standorte kennen und bekommen so die
Gelegenheit, über den eigenen Teller-
rand zu schauen. Das macht die Vielfalt
des Unternehmens konkret erfahrbar.
Für die beteiligten Führungskräfte
liegt der Benefit insbesondere in dem
klar strukturierten Prozess, der Orien
tierung bietet, um junge Mitarbeiter
gezielt zu fördern und zu entwickeln.
„Mit Facts wird das Auge für Personal-
entwicklung geschärft. Davon profi-
tieren auch alle anderen Mitarbeiter“,
unterstreicht Dr. Michael Bauer, Leiter
Produktionsmittelfertigung imWerk Un-
tertürkheim und Betreuer von einem der
ersten Facts-Teilnehmer. Facts rundet
die bestehenden Programme zur Mitar-
beiterförderung für die Zielgruppe der
guten Ausbildungsabsolventen ab.
Den Erfolg prägen
Bei der Entwicklung des Programms
wurden alle beteiligten Personalberei-
che, konkret der Ausbildungsbereich
und das Personalmanagement, sowie
der Betriebsrat eingebunden. Vor dem
Start der Pilotierung und während der
Pilotphase wurden zusätzlich Fachberei-
che hinzugezogen. Hier konnten wichti-
ge Erkenntnisse für das Zusammenar-
beitsmodell herausgearbeitet und in das
Programm integriert werden. Mittler-
weile tragen Personal- und Fachberei-
che die gemeinsame Verantwortung für
die Durchführung des Programms.
Ein zentraler Erfolgsfaktor für den
Programmstart ist eine Top-Down-Kom-
munikation und die Qualifizierung für
alle Beteiligten. Der Austausch mit wich-
tigen Stakeholdern in Workshops und
die Vorstellung des Programms in den
relevanten Managementgremien haben
den Implementierungsprozess zusätz-
lich unterstützt.
ANDREA NAGORNY
ist im
Bereich Aus- und Weiter-
bildungspolitik der Daimler
AG verantwortlich für die
Weiterbildungspolitik Tarifbereich.
Nach ihrem Abschluss
stehen die Azubis oft
nicht mehr im Fokus.
Sie können in der Masse
der Mitarbeiter unter-
gehen. Das Förderpro-
gramm verhindert dies.