CLAUDIA BURKARD
ist Pro-
jektmanagerin im Programm
„Lernen fürs Leben“ der
Bertelsmann Stiftung.
Partner
Medienpartner
2014
Nähere Informationen und Anmeldung unter
Führen unabhängig
von Zeit und Raum
25. November 2014 · 9.00 bis 17.15 Uhr
Tanzende Türme · Reeperbahn 1 · 20359 Hamburg
Veranstalter
Prof. Dr. Sybille Sachs, Hochschule Zürich
Patrick D. Cowden, Erfolgsautor und Exmanager, Berlin
Stefanie Hirte, Otto GmbH, Hamburg
Eduard Weber, Credit Suisse, Zürich
Matthias Mölleney, Zürcher Gesellschaft für Personalmanagement
Referenten u.a.
Prozent von Förderschülern, die derzeit
die Schule ohne Hauptschulabschluss
verlassen, scheint die Suche nach einem
Ausbildungsplatz nicht völlig aussichts-
los. Die Chancen erhöhen sich nach An-
gaben der ausbildenden Unternehmen
beträchtlich, wenn die Jugendlichen zu-
vor einige Zeit zur Probe mitgearbeitet
haben. Hier könnten Betriebspraktika
mehr Betriebe dazu bringen, Jugendli-
che mit Behinderungen als Auszubil-
dende in Betracht zu ziehen.
Bezüglich der Auswahlkriterien für
die Besetzung von Ausbildungsstellen
ist jedoch bemerkenswert, dass Betriebe,
die schon Erfahrung in der Ausbildung
von Jugendlichen mit Behinderung ha-
ben, deutlich mehr Wert auf ehrenamt-
liches Engagement bei der Auswahl
ihrer Auszubildenden legen, als das die
übrigen Betriebe tun.
Tipps von und für Unternehmen
Befragt nach Empfehlungen, die sie an-
deren Unternehmen für die Ausbildung
von Jugendlichen mit Behinderungen
auf den Weg geben würden, formulieren
fast 82 Prozent der 243 Betriebe Rat-
gebraucht wird. Die befragten Unterneh-
men wünschen sich mehrheitlich mehr
Transparenz darüber, wo die Angebote
zu beantragen sind (81,7 Prozent).
Die Befragung zeigt auch: Es könnten
mehr Jugendliche mit Förderbedarf ei-
nen Ausbildungsplatz finden, wäre das
Ausbildungssystem flexibler. Rund zwei
Drittel der Unternehmen (65,6 Prozent),
die Jugendliche mit Behinderung aus-
bilden, halten es für ihr Unternehmen
für sinnvoll, dass der zeitliche Verlauf
der Berufsausbildung auf die indivi-
duelle Situation der Auszubildenden
angepasst werden kann. So könnten
Jugendliche mehr Verlängerungs- oder
Unterbrechungsmöglichkeiten erhalten.
Mehr als die Hälfte dieser Unternehmen
befürwortet zudem eine Aufteilung der
Ausbildung in Einzelbausteine.
Praktikum als gute Einstiegschance
Bei der Auswahl der Bewerber schauen
alle Betriebe zunächst auf den erwor-
benen Schulabschluss und geben Be-
werbern mit Hauptschulabschluss den
Vorzug gegenüber denen mit einem
Förderschulabschluss. Doch für die 75
schläge. Am häufigsten wird mit 32,7
Prozent empfohlen, „die Ausbildung der
Jugendlichen mit Behinderung einfach
zu machen oder auszuprobieren“, ge-
folgt vom Rat, die Beschäftigung vorab
beispielsweise durch Probearbeit oder
Praktikum zu prüfen (13,3 Prozent).
Mehr Azubis und besseres Matching
Insgesamt zeigen die Studienergeb-
nisse: Inklusion in der beruflichen Bil-
dung steht erst am Anfang. Dennoch
belegt die Betriebsbefragung auch eine
generelle Offenheit der Unternehmen,
Jugendliche mit Behinderung auszu-
bilden. Diese gilt es zu fördern und zu
unterstützen, damit einerseits mehr
Jugendliche mit Behinderung einen
betrieblichen Ausbildungsplatz finden
und andererseits das Matching zwi-
schen Betrieb und Auszubildenden grö-
ßer oder einfacher wird.
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