Seite 15 - personalmagazin_2014_09

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Nach den Erkenntnissen aus der Befra-
gung von 1.011 ausbildungsberechtigten
Betrieben hängt diese Ausbildungsbe-
reitschaft mit der Größe des Betriebs
und der generellen Ausbildungser-
fahrung zusammen. Während es bei
kleinen Betrieben mit maximal neun
Beschäftigten nur rund 21 Prozent sind,
die junge Menschen mit Behinderungen
ausbilden oder ausgebildet haben, sind
es bei Unternehmen mit mehr als 500
Mitarbeitern bereits über 85 Prozent.
Mit der Dauer der generellen Ausbil-
dungserfahrung eines Betriebs steigt
zudem der Anteil derjenigen, die auch
Jugendliche mit Behinderungen ausbil-
den. Sie hat sich sogar als der entschei-
dende Einflussfaktor für die Ausbildung
tigt werden, sich um einen betrieblichen
Ausbildungsplatz zu bewerben. Denn
bemerkenswert ist in dem Zusammen-
hang, dass eine deutliche Mehrheit der
Unternehmen (84,4 Prozent), die be-
sondere Gründe für die Ausbildung von
Jugendlichen mit Behinderungen ange-
geben haben, erklärt, sich erst einmal
für alle Jugendlichen zu interessieren,
um ihre Ausbildungsplätze besetzen zu
können. Hier zeigt sich, dass der Bewer-
berrückgang auf demAusbildungsmarkt
durchaus dazu führen kann, dass Be-
triebe sich für neue Zielgruppen öffnen.
Die Ergebnisse der Befragung zei-
gen weiterhin, dass etwa die Hälfte der
Unternehmen ihre Erfahrungen in der
Ausbildung junger Menschen mit Be-
von jungen Menschen mit Behinde-
rungen herausgestellt.
Mangel an Bewerbungen
Gefragt nach den Gründen, warum
Unternehmen keine Jugendlichen mit
Behinderungen ausbilden, erklärt eine
große Mehrheit (87 Prozent), sie bekä-
men keine Bewerbungen von Menschen
mit Behinderungen für Ausbildungs-
plätze. Erst an zweiter Stelle folgt die
Aussage, die Anforderungen des Berufs
seien zu hoch (66,8 Prozent).
Dieses Ergebnis legt nahe, dass Be-
triebe ihre Rekrutierungsstrategien über-
denken sollten, um die Bewerberzahlen
zu erhöhen. So könnten gezielt auch Ju-
gendliche aus Förderschulen dazu ermu-