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„verwirrende Vielfalt, die aber praktisch
kaum genutzt wird“, so Diercks. Knapp
fünf Monate nach seinem Aufruf konnte
er schon 32 Blogbeiträge mit Antworten
und Anregungen zählen. Darunter Bei-
träge dazu, wie das Informationsverhal-
ten der Generation Z aussieht oder wie
Mentoring im Übergang von Schule zu
Beruf helfen kann.
Attraktive Vorbilder gibt es schon
Beim Übergang gehen zudem viele hoch
qualifizierte Schüler verloren, die ein
Studium bevorzugen. So gibt es laut
dem DIHK einen „ungebremsten Trend
zur Akademisierung“, der die duale
Ausbildung gefährde. Der „Bildungs-
bericht 2014“ bestätigt diese Tendenz.
Doch auch dafür kann es Lösungen ge-
ben. „Die Unternehmen müssen mit at-
traktiver Ausbildung punkten“, ermun-
tert der Niedersächsische Industrie- und
Handelskammertag in einer Pressemit-
teilung. Dafür gibt es einige Vorbilder.
Die Daimler AG geht hier noch weiter
und sorgt dafür, dass ihre besten Azu-
bis umfassende Karrieremöglichkeiten
über ihre Ausbildung hinaus im Unter-
nehmen erhalten (siehe Seite 24).
Jetzt umdenken und umsetzen
Insgesamt zeigt sich: Es gibt viele Grün-
de für den „Mismatch“, jedoch ebenso
viele Lösungsansätze. Statt zu klagen,
müssen Unternehmen umdenken und
alle Möglichkeiten nutzen. Hier setzt
das Aktionsprogramm von HR Alliance
und DGFP an (siehe Seite 12). Sie haben
das Memorandum „Zukunft durch Be-
rufsabschluss – gegen Bildungsarmut“
verfasst und ein Aktionsprogramm
verabschiedet, um dem „Mismatch“ zu
telberger, Vorsitzender der HR Alliance,
fordert damit auch zum Umdenken auf:
„Allen Unternehmen – größeren wie
kleineren – muss deutlich werden, dass
ohne kräftige Reformen am ‚oberen‘ wie
‚unteren‘ Bereich der Berufsausbildung
diese nicht durchlässiger und integrati-
© KEVIN RUSS / THINKSTOCKPHOTOS.DE
Hätten Sie diese Be-
werberin eingestellt?
Um mehr Azubis zu ge-
winnen, müssen viele
Personaler umdenken.
ver für junge Menschen mit bildungsär-
merem Hintergrund und nicht attrakti-
ver und wettbewerbsfähiger für junge
Top-Talente wird. Neue Karrierepfade
im Bereich beruflich qualifizierter, die
Aufwertung beruflich top-qualifizierter
Positionen und Durchlässigkeit zum
berufsbegleitenden Studium sind exem-
plarische Schlüssel dafür.“