06 / 14 personalmagazin
Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
von 29.000 Euro erheblich angefressen
wird und Selbstzahler selten sind. Aber
es gab auch schon Stipendiaten.
Tandemprinzip bringt Spannung
In einem weiteren Punkt sind sich die
Ehemaligen ebenfalls einig: Der Mix aus
Personalwissenschaftlern und Personal-
praktikern bringt die richtige Spannung.
Das Studium folgt dem Tandemprinzip.
Die Anwendungstauglichkeit von über-
zeugend klingenden Forschungsergeb-
nissen wird gleich überprüft und disku-
tiert – gerade in diesen Phasen können
die Studierenden aus dem schnelleren,
aber auch begrenzteren Mittelstand mit
seinen kurzen Entscheidungswegen
und die aus den manchmal schwer-
fälligen und hierarchiedominierten
Konzernen voneinander lernen oder
wenigstens aufhorchen und Lösungen
24 Monate haben die Studierenden – so
die einhellige Beschreibung von Ehe-
maligen – ihre Wochenenden und so
manchen Abend der Weiterbildung und
der möglichen Karriere gewidmet. 50
Präsenztage in drei Semestern verteilten
sich auf Wochenblöcke und Wochenen-
den. Das vierte Semester ist der Mas-
terarbeit vorbehalten. Die Unterrichts-
sprachen sind Deutsch und Englisch.
Diskutiert wird nicht nur in den dazu
gedachten Einheiten, sondern – das be-
tonen die Studierenden – an den intensi-
ven Abenden während der Blockzeiten.
Voraussetzungen für das Studium
Voraussetzung für den Studiengang ist
ein abgeschlossenes Hochschulstudium,
wobei das alte Diplom gleichgesetzt ist
mit 210 ECTS – den Creditpoints zur Ver-
gleichbarkeit europäischer Studienleistun-
gen. Außerdem werden mindestens drei
Berufsjahre in verantwortlicher Position
vorausgesetzt, lieber gesehen sind fünf.
Und schließlich muss sich jeder Interes-
sent einem Eignungsverfahren unterzie-
hen. In einem strukturierten Dialog vor
einem kleinen Prüfungsausschuss kom-
men sowohl Wissensfragen als auch die
persönliche Eignung auf den Tisch. Ingo
Weller, Inhaber des Lehrstuhls für Perso-
nalwirtschaft an der LMU, der den Studi-
engang leitet, mischt in der Regel selbst
mit im Auswahlgespräch. Interesse an
Personalfragen wird vorausgesetzt – sonst
würden die Kandidaten für den HR Master
wohl nicht anreisen –, aber die praktische
Erfahrung mit Personalthemen kann sehr
unterschiedlich sein. Führungskräfte mit
operativen Leitungsaufgaben sind ebenso
gewollt wie Manager im Personalwesen,
Mitarbeiter aus Konzernen ebenso wie aus
mittelständischen Firmen.
Die Unterschiede als Gemeinsamkeit
Denn die Mischung machts. Ehemali-
ge Studierende und solche, die bei der
Sammlung von Creditpoints in den letz-
ten Zügen liegen, nennen eine prägende,
gemeinsame Erfahrung: die unterschied-
liche Herangehensweise an Personal
themen je nach Unternehmensgröße und
-kultur. Bisher stammte jeder fünfte Stu-
dierende aus einemUnternehmen mit we-
niger als 2.000 Mitarbeitern – auch wenn
die sich mit dem Preis möglicherweise
schwertun, weil deren Gesamtetat für
Weiterbildung durch die Kosten in Höhe
77
An der LMU gehörte Britta Reinl zum Pilotjahrgang des HR Masters. Die Leiterin Zentral-
funktion Kundenmanagement bei der Deutschen Bahn war in Berlin mit einem Trainee-
programm gestartet, kam danach in die Personal-Grundsatzabteilung der Holding und
bewarb sich um das berufsbegleitende Studium, „um das ganze Spektrum der Perso-
nalthemen kennenzulernen“. Denn Reinl hatte nicht BWL, sondern Pädagogik, Psycholo-
gie und Kunstpädagogik studiert, sich mit der lernenden Organisation und Erwach-
senenbildung beschäftigt. Ihr Plan ging auf: Den Humanwert berechnen, Gesundheit
und Veränderungsprozesse managen sind nur drei von fast 20 Modulen, in denen sie
empirisch, experimentell und im Wissenschaftsdiskurs lernte. Nebenbei aber erfuhr sie
von der nicht immer freundlichen Diskussion um den Stellenwert von Personalarbeit im
Unternehmen, gegen das die Hochschullehrer professionelles Arbeiten setzen wollen.
Die 35-Jährige entwickelte „Lust auf Verantwortung“. Noch während sie die Masterar-
beit schrieb, was ihre Wochenenden komplett ausfüllte, wechselte die Personalerin in
die Linie. Als Senior-Referentin betreute sie bei einer Bahn-Service-Tochter ein Projekt
zum Arbeitszeitmanagement, setzte das Projekt als Teamleiterin um und kam Mitte
März auf ihren jetzigen Posten. „Ich sammle gerade Fachbereichs- und Führungserfah-
rung und bekomme dadurch hautnah mit, an welchen Stellen Personalthemen relevant
sind“, sagt Britta Reinl. „Mein Hintergrundwissen aus dem HR Master stärkt meine
Überzeugungskraft, denn Personal denke ich immer gleich mit.“ Es klingt so dynamisch,
als wäre dies nicht die letzte denkbare Station für die Bahn-Managerin, die die Chancen
nutzt, die der ihr Konzern bietet.
„Das ganze Spektrum
der HR-Themen“
Porträt
Britta Reinl startete ihre Karriere als Trainee und schließend in der Personal-Grundsatz-
abteilung der Deutschen Bahn. Noch während des Masterstudiums wechselte sie in die
Linie und erlebt nun hautnah, an welchen Stellen Personalthemen relevant sind.
BRITTA REINL
ist
Leiterin Zentralfunk-
tion Kundenma-
nagement bei der
Deutschen Bahn.
Voraussetzung für den
Studiengang ist ein
abgeschlossenes Hoch-
schulstudium sowie
mindestens drei Jahre
Berufserfahrung.