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Persönlich
_karriere
personalmagazin 06 / 14
für die eigene Arbeit entwickeln. Für
die Theorie stehen neben Heike Bruch
und Ingo Weller zum Beispiel der Lea-
dership-Spezialist Martin Högl von der
LMU, Rüdiger Kabst, der an der Univer-
sität Paderborn International Business
lehrt, und die Marketingprofessorin der
TU Darmstadt, Ruth Stock-Homberg.
Die Praxis vertreten unter anderem
Heiko Hutmacher, Personalvorstand
Metro AG in Düsseldorf, Thomas Mar-
quardt, Global Head of Human Resources
der Infineon Technologies AG in Neubi-
berg, Angela Titzrath, Vorstand für Per-
sonal und Arbeitsdirektorin, Deutsche
Post DHL in Bonn, und Margret Suckale,
Mitglied des Vorstands der BASF SE in
Ludwigshafen. Die letztgenannten Per-
sonalmanager sind auch im Beirat des
Studiengangs aktiv. Für Thomas Sattel-
berger, Vorsitzender der HR Alliance,
der dem Studiengang zehn Jahre lang als
Geburtshelfer zur Seite stand, ist sein
Kind deshalb auch das „Flagschiff unter
den Masterprogrammen, weil neben den
Dozenten der LMU alles vertreten ist,
was im deutschsprachigen Raum in der
Personalforschung Rang und Namen hat,
und weil die Lehrmodule durch Tandems
aus Wissenschaftlern und Praktikern in
Unternehmen fest verankert sind“.
Vierte Runde startet im Herbst
Im Herbst geht der HR Master in die
vierte Runde. Bewerbungen sind noch
bis 15. Juli möglich (Informationen unter
Für Studiengangsleiter Ingo Weller ist
das Ziel des Studiengangs vom Start
an gleich geblieben: „Wir wollen einen
deutlichen Beitrag zur Professionalisie-
rung der Personalarbeit leisten, unter
anderem indem wir ein repräsentatives
Bild von Personalwissenschaften an
Hochschulen zeichnen.“ Dazu gehört es
allerdings, das Programm kontinuier-
lich weiterzuentwickeln. Module wer-
den umgestellt, Zeitanteile umverteilt,
Themen neu gewichtet – ganz wie in der
Personalpraxis.
Lebendiges Alumni-Netzwerk
„Man kann nie davon ausgehen, dass
das Programm jetzt perfekt ist, oder
dass wir es so, wie es aktuell ist, für
alle Zeiten oder auch nur für ein paar
Jahre ausbringen können“, sagt der
Hochschullehrer. „Die Personalwelt ent-
wickelt sich schließlich auch weiter.“
Und sie ist bei den Münchner Studie-
renden ausgesprochen diskursiv. In den
Ruth Lemmer
arbeitet als freie Journalis-
tin in Düsseldorf.
bisher drei Jahrgängen hielten einige
Studierende den Kontakt auch wäh-
rend der Arbeitswochen, in denen es
keine Präsenztage gab. Der Zusammen-
halt wuchs so, dass die Alumni weiter
netzwerken wollen: Einmal im Jahr soll
ein Treffen organisiert werden – nicht
nur zum Plaudern, sondern mit einem
fachlichen Impuls. Und damit wird sich
vielleicht die Grundidee des Münchener
HR Masters tatsächlich fortpflanzen.
Netzwerker Sattelberger, der als Inqa-
Botschafter einen umfassenden Begriff
von Personalarbeit pflegt, ist jedenfalls
sicher, dass die Talente, die sich dort
treffen, nicht zu eng ans Fach Personal
gebunden sind, sondern „das fachliche
Silo sprengen und das Arbeitsfeld in sei-
ner ganzen Breite gestalten werden“.
Eva Kleinhans studierte BWL mit dem Schwerpunkt Personal und Organisation in Passau.
Nach Praktikumsstationen in China, England und Spanien arbeitete sie sechs Jahre im
Consultative Sales und leitete unter anderem Sales-Standorte in Wien und München, in
Zürich und Amsterdam. Personalthemen schwangen selbstverständlich in ihrer Rolle als
Führungskraft mit. „Es ist entscheidend, welche Talente ich ins Team hole und wie ich
sie entwickle“, bringt es Kleinhans auf den Punkt. Auf Dauer reichte ihr das praktische
Leiten von Mitarbeitern nicht. „Ich wollte mit einem Studium an die Personalwurzeln
gehen und mich geistig herausfordern“, sagt Kleinhans, die diesen Plan 2012 in die
Tat umsetzte. Den HR Master der LMU entdeckte sie im Web. Unter den internationalen
Studiengängen überzeugten die Münchener sie mit ihrer Konzeption. Es kam Tempo in
ihre Wahl: Im Januar bewarb sich die Wissensdurstige, im April startete sie – und trat
gleichzeitig als Head of Recruiting beim international operierenden Beratungsunterneh-
men Campana & Schott in Frankfurt an. Dort nutzt die 32-Jährige heute die Impulse, die
Hochschullehrer und Unternehmenspraktiker setzten, für Recruiting und Personalmar-
keting – auch für die berühmt-berüchtigte Generation Y. „Die Bestätigung, dass wir auf
dem richtigen Weg sind, war für mich ebenso spannend wie die Diskussionen um Per-
formance Management, Shared Leadership und virtuelles Führen“, sagt die Recruiterin
und ergänzt: „Von unschätzbarem Wert ist das Netzwerk aus Professoren, Praxisexper-
ten und Kommilitonen. Wir Alumnis wollen uns einmal im Jahr treffen.“
„Ich wollte an die
Wurzeln gehen“
Porträt
Sechs Jahre arbeitete Eva Kleinhans als leitende Sales-Managerin. Dann wollte sie sich
auch in der Theorie mit Personalführung beschäftigen. Gleichzeitig mit dem Start des
HR-Master-Studiums trat sie ihre jetzige Stelle bei einer internationalen Beratung an.
eva kleinhans
ist
Head of Recruiting
beim Beratungsun-
ternehmen Campa-
na & Schott.
„Wir wollen mit dem HR
Master einen deutlichen
Beitrag zur Professiona-
lisierung der Personal
arbeit leisten.“
Prof. Dr. Ingo Weller, Studiengangsleiter
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