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thomas niklas
ist Fach-
anwalt für Arbeitsrecht in der
Kanzlei Küttner, Köln.
zug auf die Vergütung wie Arbeitszeit zu
bewerten ist. Der Arbeitgeber hätte also
die dem Arbeitnehmer zustehende Ur-
laubsvergütung (teilweise) vorenthalten.
Was auf den ersten Blick einleuchtet und
sich einfach anhört, kann in der Praxis
zu Schwierigkeiten führen. So bewertete
das BAG etwa eine arbeitsvertragliche
Klausel als Verstoß gegen das BUrlG, in
welcher vereinbart war, dass pro Kalen-
dertag des Urlaubs ein Zeitäquivalent in
das Jahresarbeitszeitkonto eingeht, dass
der durchschnittlichen vereinbarten
Arbeitszeit pro Kalendertag innerhalb
eines Kalenderjahres entsprach. Da nur
die durchschnittliche Arbeitszeit, in wel-
cher auch Zeiten der Nichtbeschäftigung
berücksichtigt werden, in das Arbeits-
zeitkonto eingestellt wurde, wurden dem
Arbeitnehmer während seines Urlaubs
weniger Stunden gutgeschrieben als
wenn er gearbeitet hätte. Um dies zu ver-
meiden, hätten die Soll- als Ist-Stunden
gutgeschrieben werden müssen.
Zurück zum Tagesprinzip
Zusammenfassend lässt sich damit fest-
halten, dass sich die Höhe des Urlaubsan-
spruchs schlussendlich für nahezu
sämtliche Arbeitszeitmodelle berechnen
lässt, wenn man sich das Tagesprinzip
des BUrlG vergegenwärtigt und die Be-
rechnung immer wieder auf die dort zu-
grundegelegte Sechs-Tages-Arbeitswoche
zurückführt. Kompliziert wird es immer
dann, wenn mehrere Sonderkonstellatio-
nen (zum Beispiel Schichtarbeit mit Teil-
zeit) zusammentreffen. Daher ist es nicht
verwunderlich, dass falsch berechnete
Urlaubsansprüche immer wieder Gegen-
stand arbeitsgerichtlicher Auseinander-
setzungen sind. Aufwendige und unter
Umständen teure Rechtsstreitigkeiten
können allerdings durch entsprechende
Schulungen vermieden werden.
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Fax 08 00 / 7 77 77 70 (gebührenfrei)
Alle rechtlichen Aspekte
berücksichtigen
Die betriebliche Altersversorgung und der Bereich der Zeit-
wertkonten bilden ein sehr komplexes Aufgabengebiet, das
mehrere Rechtsgebiete miteinander verzahnt: Die Autoren
zeigen die arbeits-, sozialversicherungs-, steuer- und bilanz-
rechtlichen Regelungen und Auswirkungen der verschiedenen
Durchführungswege der betrieblichen Altersversorgung –
praxisnah und nach aktuellem Recht.
Uckermann
Betriebliche Altersversorgung und Zeitwertkonten
Arbeits- und Sozialrecht, Steuer- und Bilanzrecht
2., überarb. und aktual. Auflage 2014. 400 S. Geb. € 49,95
ISBN 978-3-7910-3250-4 |
978-3-7992-6699-4
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Versorgung
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Neu: zu den Auswirkungen der Anhebung der gesetz-
lichen Regelaltersrente und den Erfahrungen des neuen
Versorgungsausgleichsrechts
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Rechtsstand: 1. März 2014
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