Seite 57 - personalmagazin_2014_06

Basic HTML-Version

57
ben abgebaut wird. Unterstützt werden
solche Zielwerte dann durch oft relativ
eng gefasste, entsprechend mitlaufen-
de Grünphasen von beispielsweise plus
oder minus 20 Stunden um den jewei-
ligen Zielwert herum.
Dieser letzte Regelungsgedanke kann
schließlich auch überjährig verfolgt
werden, sodass bei beispielsweise zu-
lässigen Zeitkontosalden von bis zu plus
oder minus 300 Stunden entsprechende
auslastungsgerechte Plansalden gesetzt
werden können – etwa zur Bewältigung
längerfristiger Produktzyklen.
Flexiblerer Einsatz von Teilzeitkräften
Während in den vergangenen Jahren
die Ampelkontosalden zuweilen mit
der Vertragsarbeitszeitdauer variiert
worden sind, sodass beispielsweise bei
50-Prozent-Teilzeitarbeit die Ampel-
phasen nur halb so groß waren wie bei
Vollzeitkräften, ist dies nach meinem
Eindruck heute weniger häufig der Fall.
Nicht zuletzt geht es hier darum, die
Regelungen einfach zu halten, insbeson-
dere auch angesichts zunehmend dif-
ferenzierter Vertragsarbeitszeiten und
des flexibleren Einsatzes der Teilzeitbe-
schäftigten.
Einbindung der Führungskräfte
Mit zunehmender Funktionalisierung
der Ampelkonten – als Puffer bei Aus-
lastungsproblemen, zur Bewältigung
saisonaler Schwankungen und im Rah-
men eines überjährigen auslastungs-
gerechten Personaleinsatzes – werden
auch die Führungskräfte stärker in die
Verantwortung genommen. Vereinzelt
erfolgt auch ihre Beurteilung schon
unter anderem danach, wie gut sie die
Zeitkonten ihrer Mitarbeiter steuern.
Gleichzeitig sind gerade bei durch die
Mitarbeiter selbst gesteuerten Arbeits-
zeiten die Ampelphasenregelungen
vielfach so verschärft worden, dass es
für die Mitarbeiter und ebenso für die
Führungskräfte am günstigsten ist, das
Zeitkonto in der Grünphase zu halten
(siehe Grafik Seite 56). Damit wird zum
einen dem eigentlichen Zweck des Am-
pelkontos perfekt genügt und zum an-
deren werden die vielleicht wichtigsten
Ursachen für das in der betrieblichen
Praxis oft unzureichende Funktionieren
der Ampelkonten angegangen.
Schon diese wenigen Punkte zeigen,
wie differenziert Ampelkonten entspre-
chend den jeweiligen Gegebenheiten ge-
staltet werden können. Zudem zeigt sich,
wie viel nicht ausgeschöpftes Potenzial
hinsichtlich der Unterstützung eines be-
darfsgerechten Personaleinsatzes hier
oft noch liegt.
Dr. Andreas Hoff
ist
Gründer und Inhaber der Ar-
beitszeitberatung Dr. Hoff Ar-
beitszeitsysteme in Potsdam.
Betriebsvereinbarung
Flexible Arbeitszeit
im Tagesdienst mit Ampelkonto (HI2088087)
Die Arbeitshilfe finden Sie im Haufe
Personal Office (HPO). Internetzugriff:
Arbeitshilfe