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Bei Fragen wenden Sie sich bit te an
spielt es offensichtlich keine Rolle, ob sie
jemanden mit ihrer Mitteilung in seiner
Freizeit stören könnten.
Kommunikationsstil wird direkter
77,4 Prozent der Studienteilnehmer
sind der Auffassung, dass sich durch
die Verbreitung der neuen Medien der
Umgangston in den schriftlich ausge-
tauschten beruflichen Mitteilungen im
Vergleich zu früher verändert hat. Die
Veränderungen des Kommunikations-
stils wurde mithilfe einer siebenstufi-
gen Skala von viel weniger (-3) bis viel
mehr (+3) hinsichtlich der Dimensio-
nen freundlich, direkt und persönlich
abgefragt. Die Ergebnisse: Die Kommu-
nikation ist demnach geringfügig we-
niger freundlich (-0,44), etwas direkter
(+1,03) und nahezu unverändert persön-
lich (-0,11).
Die Aussagen der Befragten zu ihren
Erfahrungen mit eingehenden beruf-
lichen E-Mails (siehe Grafik oben) lassen
erkennen, dass diese nicht immer rich-
tig eingesetzt werden. Teilweise hätte es
anscheinend bessere Wege gegeben zu
kommunizieren, teilweise war der Emp-
fängerkreis wohl nicht richtig gewählt.
Die Aussage, wonach die Funktionen
„Kopie“ und „Blindkopie“ bei Mittei-
lungen zurückhaltend genutzt werden,
traf für 48,5 Prozent nicht oder nur sel-
ten zu. 48,4 Prozent erklären, dass sie
oft Kopien von E-Mails erhalten, die für
ihre Arbeit nicht relevant sind. Dieser
hohe Wert weist auf einen oft unreflek-
tierten Umgang mit dem Verteilerkreis
von E-Mails hin.
Beim Versand von E-Mails geht es häu-
fig nicht allein um Kommunikation: 83,7
Prozent der Befragten meinen, dass sie
häufig, meistens oder sogar immer beruf-
liche E-Mails bekommen, die den Absen-
dern zu ihrer Absicherung dienen.
Die Befragten sehen die E-Mail nicht
immer als die beste Kommunikations-
form an. 81,1 Prozent bezeichnen die
Aussage als häufig, meistens oder immer
zutreffend, nach der ein Telefonat schnel-
ler zu einer Lösung des Problems führen
würde. Eine andere Alternative zumAus-
tausch per E-Mail wird dagegen nicht so
einheitlich eingeschätzt. Besprechungen
mit allen Betroffenen würden für 28,5
Prozent der Befragten meistens oder im-
mer schneller zu einer Lösung führen.
Für 24,8 Prozent der Antwortenden ist
das nicht oder nur selten zutreffend.
Anzahl der Störungen nimmt zu
Die Anzahl der beruflichen Störungen in
der Freizeit hat durch die neuen Medi-
en zugenommen: Für 52,3 Prozent der
Befragten haben diese etwas zugenom-
men, 36,8 Prozent registrieren sogar
eine starke Zunahme beruflicher Stö-
rungen.
Die Führungskräfte erleben das noch
ausgeprägter: 76,4 Prozent sind der Mei-
nung, dass sich mit den neuen Medien
die Arbeitsbelastung verändert hat, die
sich durch die berufliche Kommunikati-
on ergibt. 39,3 Prozent von ihnen stellen
eine starke Zunahme der Belastung fest,
immerhin 53,5 Prozent zumindest einen
gewissen Anstieg. Von den Führungs-
Die E-Mail ist der am besten geeignete
Kommunikationsweg.
Die E-Mails werden an den richtigen
Empfängerkreis versandt.
Die Funktionen „Kopie“ und „Blindko-
pie“ werden zurückhaltend genutzt.
Ich erhalte in Kopie E-Mails, die für
meine Arbeit wenig relevant sind.
Der Versand von E-Mails in CC dient
dem Absender dazu, sich abzusichern.
Die Anhänge werden in einem Format
versandt, das problemlos zu öffnen ist.
Die Absender bitten um eine Eingangs-
bestätigung.
Die Nachrichten enthalten die vollstän-
digen Kontaktdaten der Absender.
Die E-Mails haben eine präzise Be-
treffzeile.
In den E-Mails werden ein oder zwei
Themen behandelt.
Die E-Mails enthalten sprachliche
Fehler.
Die Inhalte der E-Mails sind missver-
ständlich.
Ein Telefonat mit E-Mail-Absendern
ermöglicht oft eine schnellere Lösung.
Ein Termin mit allen E-Mail-Adressaten
ermöglicht oft eine schnellere Lösung.
Erfahrungen mit E-Mails
Die meisten Befragten halten die E-Mail für den besten Kommunikationsweg – und das
obwohl sie auch angeben, dass ein Telefonat oft schneller eine Lösung erbringen kann.
trifft nicht zu
trifft selten zu
trifft häufig zu
trifft meistens zu
trifft immer zu
N = 449