Seite 20 - personalmagazin_2014_06

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Titel
_Ständige Erreichbarkeit
personalmagazin 06 / 14
lichen Mail-Accounts: Immerhin neun
Prozent der Manager prüfen immer
direkt nach dem Aufwachen ihren Post-
eingang, zwölf Prozent häufig.
Persönliches Antwortverhalten
Welchen Erwartungsdruck erzeugt der
Eingang einer E-Mail beim Mitarbeiter?
E-Mails sind im Erleben der meisten
keine asynchrone Kommunikationsform
mehr, auf die man antwortet, wenn man
Zeit hat. Berufliche E-Mails, die persön-
lich an sie adressiert sind, versucht die
Hälfte der Befragten (47,4 Prozent) am
selben Tag zu beantworten. 16,7 Prozent
streben sogar eine sofortige Antwort
an, 19,6 Prozent wollen innerhalb der
nächsten beiden Stunden eine Antwort
versenden. 14,7 Prozent begnügen sich
dagegen mit dem Ziel, binnen drei Ta-
gen zu reagieren. Bis zu einer Woche
Zeit geben sich ganz wenige Personen
(1,6 Prozent). Die E-Mails haben die
schriftliche Kommunikation im Unter-
nehmen also deutlich beschleunigt.
Dieser Wandel spiegelt sich auch in
den Erwartungshaltungen der Mitarbei-
ter wider: 43,4 Prozent erwarten eine
Antwort am selben Tag, 1,3 Prozent so-
gar sofort und 8,1 Prozent binnen zwei
Stunden. 44,0 Prozent rechnen mit ei-
ner Reaktion in den nächsten drei Tagen.
Und wie wurde die Unternehmenskultur
in dieser Hinsicht eingeschätzt? 2,8 Pro-
zent geben an, dass in ihrer Organisati-
on eine sofortige Rückmeldung erwartet
wird. 12,2 Prozent nennen zwei Stunden
als die betriebliche Erwartung, 49,2 Pro-
zent eine Antwort am selben Tag.
Auffällig ist dabei, dass das von den Be-
fragten angestrebte Antwortverhalten um
einiges anspruchsvoller ist als die Anfor-
derungen im Betrieb. Wollen die Beschäf-
tigten den übergeordneten Erwartungen
mehr als gerecht werden? Wurden die un-
geschriebenen Gesetze der betrieblichen
E-Mail-Kultur so klar kommuniziert und
vollständig verinnerlicht? Oder machen
sich die Mitarbeiter selbst Stress, dem die
Firma entgegen wirken sollte, um eine
Überbelastung zu vermeiden?
Der Versand von E-Mails wird nicht
immer durchdacht: Die meisten be-
fragten Mitarbeiter (80,6 Prozent)
überlegen zwar vor dem Versand einer
E-Mail, welcher Empfängerkreis der
richtige ist – im Umkehrschluss machen
dies aber 19,4 Prozent nicht immer; sie
nehmen in Kauf, dass auch Personen In-
formationen erhalten, für die diese we-
niger relevant sind. So erhöht sich das
Mail-Aufkommen.
E-Mails sind eine sehr populäre Form
der Kommunikation. Sie wird von den
meisten Befragten generell einem Anruf
vorgezogen, wenn abends (84,4 Prozent)
oder am Wochenende (85,6 Prozent) be-
rufliche Informationen weiterzugeben
sind. In dringenden beruflichen Fällen
bevorzugen jedoch 90,3 Prozent einen
Telefonanruf. Sehr interessant ist, dass
die Untersuchungsteilnehmer beim Ver-
sand von Mitteilungen außerhalb der
üblichen Arbeitszeiten wenig darauf
achten, wann diese beim Empfänger ein-
gehen. 62,3 Prozent machen sich dazu
keine oder nur wenig Gedanken. Für sie
eingehende Mitteilungen
Führungkräfte werden öfter außerhalb der üblichen Arbeitszeiten schriftlich kontaktiert.
Sie erhalten selbst im Urlaub noch häufig und sehr häufig dienstliche Mitteilungen.
eingehende Anrufe
Führungskräfte werden häufiger außerhalb der üblichen Arbeitszeiten angerufen als
andere Mitarbeiter. Insgesamt werden aber eher schriftliche Mitteilungen versendet.
immer wieder
häufig
sehr häufig
Abends nach
19 Uhr
ohne Führungs­aufgabe*
mit Führungs­aufgabe**
Morgens vor
acht Uhr
ohne Führungs­aufgabe
mit Führungs­aufgabe
Wochenende ohne Führungs­aufgabe
mit Führungs­aufgabe
Urlaub
ohne Führungs­aufgabe
mit Führungs­aufgabe
23,6
9,9
28,6
23,9
6,0
0,9
27,2
11,7
26,1
21,8
5,6
5,6
3,3
19,2
7,0
31,3
12,9
1,4
19,8
12,7
7,1
25,8
21,9
9,0
immer wieder
* n = 214; ** n = 235; Angaben in Prozent
häufig
sehr häufig
Abends nach
19 Uhr
ohne Führungs­aufgabe*
mit Führungs­aufgabe**
Morgens vor
acht Uhr
ohne Führungs­aufgabe
mit Führungs­aufgabe
Wochenende ohne Führungs­aufgabe
mit Führungs­aufgabe
Urlaub
ohne Führungs­aufgabe
mit Führungs­aufgabe
8,5
18,4
3,8
0,9
0,9
0,4
0,4
9,4
13,7
6,0
1,9
1,3
1,7
1,3
4,7
10,4
7,1
12,9
0,9
3,3
2,8
1,4
* n = 214; ** n = 235; Angaben in Prozent